Federers Kaltblütigkeit in den Wimbledon-Halbfinals

Roger Federer spielt auf dem «heiligen Rasen» zum 12. Mal um den Einzug ins Endspiel. Wir haben 5 Wimbledon-Halbfinals von ihm rausgepickt. Bis auf eine Ausnahme war die Leistung des «Maestros» tadellos.

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Federer in Wimbledon-Halbfinals: 5 Geschichten

1:46 min, vom 13.7.2017

  • Federer steht vor seinem 12. Wimbledon-Halbfinal: Erstaunlicherweise erreichte er den Major-Bestwert nicht an seinem Lieblingsturnier. In Melbourne kämpfte Federer zwischen 2004 und 2017 schon 13 Mal um den Einzug ins Endspiel.
  • Erfolgsquote zum Ersten: 91 Prozent. Von bislang 11 Halbfinals verlor der Baselbieter einzig das Vorjahres-Duell gegen Milos Raonic.
  • Erfolgsquote zum Zweiten: 63 Prozent. Bei bislang 19 Starts an der «Church Road» preschte der Schweizer ein Dutzend Mal in den Halbfinal vor, zuletzt wieder 4 Mal in Serie.

Die Premiere: 2003 vs. Roddick

Von wegen «Aller Anfang ist schwer»: In seinem ersten Grand-Slam-Halbfinal überhaupt weist der damals 21-Jährige Andy Roddick in die Schranken – und stürmt hinterher weiter zur Titelpremiere. Der Baselbieter ist dem US-Boy in allen Belangen überlegen. Er kassiert nicht ein Break und hat nach 1:43 Stunden bereits wieder Feierabend.

«  Immerhin hatte ich den besten Platz im Stadion, um Federers Tennis nahe der Perfektion zu bewundern. »

Jonas Björkman
Klarster Halbfinal-Verlierer

Der Quickie: 2006 vs. Björkman

Bei der nur 77 Minuten dauernden Gala gesteht Federer dem Schweden lediglich 4 Games zu. «Am meisten Eindruck machte mir, welche Power er in engen Situationen entwickelt», anerkennt der Verlierer. Frustriert ist Björkman ob der Lektion nicht, er nimmt sie mit Humor: «Immerhin hatte ich den besten Platz im Stadion, um Federers Tennis nahe der Perfektion zu bewundern.»

Jonas Björkman wischt sicht mit dem Handtuch das Gesicht ab.

Bildlegende: Jonas Björkman Der 34-jährige Schwede ist im Halbfinal gegen Federer bedient. Keystone

Der Kracher: 2007 vs. Gasquet

Nicht die Affiche gegen Richard Gasquet, sondern Federers Aufschlagsleistung ist in diesem Halbfinal ein Kracher. Er schlägt 20 Asse – so viele wie noch nie in einer Wimbledon-Vorschlussrunde. Und: Er produziert keinen Doppelfehler, das ist ihm immerhin schon 5 Mal gelungen. Sein Widersacher kommt zwar zu 3 Breakchancen, der Favorit gibt seinen Aufschlag aber nie ab.

Die «engsten Kisten»: 2005 vs. Hewitt und 2012 vs. Djokovic

Bei seinen 10 Siegen war Federer noch nie in einen Marathon verwickelt. Erst einmal muss er über 4 Sätze: vor 5 Jahren gegen Novak Djokovic. In dieser Begegnung machen 12 Punkte (114:102) den Unterschied – wie damals 2005 gegen Lleyton Hewitt.

Federers bisherige 11 Halbfinals in Wimbledon

Jahr
Gegner
Resultat
2016u. Milos Raonic (Ka)
3:6, 7:6, 6:4, 5:7, 3:6
2015s. Andy Murray (Gb)
7:5, 7:5, 6:4
2014s. Milos Raonic (Ka)
6:4, 6:4, 6:4
2012s. Novak Djokovic (Ser)
6:3, 3:6, 6:4, 6:3
2009s. Tommy Haas (De)
7:6, 7:5, 6:3
2008s. Marat Safin (Russ)
6:3, 7:6, 6:4
2007s. Richard Gasquet (Fr)
7:5, 6:3, 6:4
2006s. Jonas Björkman (Sd)
6:2, 6:0, 6:2
2005s. Lleyton Hewitt (Aus)
6:3, 6:4, 7:6
2004s. Sébastien Grosjean (Fr)
6:2, 6:3, 7:6
2003s. Andy Roddick (USA)
7:6, 6:3, 6:3
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2016: Federer scheitert an Raonic

5:44 min, aus sportaktuell vom 8.7.2016

Der Ausrutscher: 2016 vs. Raonic

Die Siegesserie des 7-fachen Champions reisst im Vorjahr gegen Milios Raonic. Trotz 2:1-Satzführung gibt der körperlich angeschlagene 35-Jährige den Match aus der Hand und muss dem Kanadier nach 3:25 Stunden gratulieren. Er hat 7 Punkte weniger auf dem Konto (160:167). Diese Scharte ist ausgewetzt: Federer zieht in diesem Jahr dank einem 3-Satz-Erfolg über Raonic in seinen 12. Wimbledon-Halbfinal ein.

Gewinnt Federer den diesjährigen Halbfinal gegen Berdych?

  • Ja

    96%
  • Nein

    3%
  • 9252 Stimmen wurden abgegeben

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Revanche geglückt: Federer steht nach Raonic-Sieg im Halbfinal

3:44 min, aus sportaktuell vom 12.7.2017

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 12.07.2017 14:00 Uhr

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den Halbfinal zwischen Roger Federer und Tomas Berdych (Tsch/ATP 15) am Freitag live auf SRF zwei oder in unserer Sport App.

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