Offene Ausgangslage vor dem Duell der Giganten

Die Tenniswelt freut sich auf das Gigantenduell zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic in Paris. Für die beiden derzeit stärksten Tennisspieler auf der Welt steht im French-Open-Final einiges auf dem Spiel.

Novak Djokovic und Rafael Nadal posieren nach dem Final in Rom.

Bildlegende: Siegerfoto Novak Djokovic und Rafael Nadal nach dem Final in Rom. Keystone

Motivieren muss man für dieses beinahe schon «ewige Duell» keinen der beiden Athleten. Rafael Nadal kämpft um seinen 9. Titel in Roland Garros, Novak Djokovic möchte (endlich) den Karriere-Slam realisieren. Der Sieger des Finals wird ausserdem am Montag die Weltrangliste anführen. Ein Favorit ist vor dem Showdown kaum auszumachen, beide Spieler liefern gute Argumente:

Das spricht für Novak Djokovic:

Die jüngsten Duelle: Im Head-to-Head führt Nadal zwar immer noch mit 22:19, die Tendenz geht aber klar in Djokovics Richtung. 12 der letzten 18 Aufeinandertreffen konnte der Serbe für sich entscheiden, die letzten vier gewann er allesamt und gab dabei nur einen Satz ab. Der Triumph bei der Generalprobe in Rom dürfte ihm zusätzlich Aufschwung verleihen.

Der bisherige Saisonverlauf: Djokovic hat bislang eine grossartige Saison gespielt. Die Weltnummer 2 gewann bereits 3 Turniere (Indian Wells, Miami und Rom) und hat von 27 Matches nur 3 verloren. Die Niederlagen resultierten allesamt gegen Schweizer: Zweimal unterlag er Roger Federer, einmal musste er sich Stan Wawrinka geschlagen geben.

Die Erfahrungen in Paris: Viermal standen sich Djokovic und Nadal in Paris bereits gegenüber, viermal ging der Spanier als Sieger vom Platz. In den letzten beiden Jahren musste sich Djokovic aber nur knapp geschlagen geben. Daraus schöpft er nun Mut: «Zu wissen, dass ich nahe dran war, lässt mich daran glauben.»

Das spricht für Rafael Nadal:

Die Erfolge in Paris: Nadals Bilanz in Paris ist beinahe schon surreal. Der Spanier gewann bei seinen 9 bisherigen Teilnahmen 8 Mal den Titel, 65 Siegen steht eine einzige Niederlage gegenüber (Achtelfinal 2009 gegen Robin Söderling). Der Mallorquiner steht am «Bois de Boulogne» bei 34 Siegen in Folge. Diese Zahlen sind in den Geschichtsbüchern des weissen Sports einzigartig.

Der letzte Eindruck: Nadal spielte eine für seine Verhältnisse durchschnittliche Sandplatzsaison, scheint seine Topform aber rechtzeitig gefunden zu haben. Der 28-Jährige marschierte mehr oder weniger problemlos durchs Tableau und lieferte im Halbfinal gegen Andy Murray eine Weltklasse-Vorstellung ab.

Die Physis: Die Rückenprobleme, die ihn zuletzt behindert haben, scheint Nadal überwunden zu haben. Der Weltranglisten-Erste hat im bisherigen Verlauf des Turniers kaum Kräfte gelassen und wird topfit ins Endspiel steigen. Da gibt es bei seinem Widersacher ein grosses Fragezeichen: Djokovic brach im Halbfinal gegen Ernests Gulbis im dritten Satz urplötzlich ein und schien körperlich angeschlagen.

Resultate

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Verfolgen Sie den French-Open-Final zwischen Rafael Nadal und Novak Djokovic ab 15 Uhr live auf SRF zwei und im Livestream.