Petra Martic: Vom Himmel in die Hölle und zurück

Nach einer fast einjährigen Verletzungspause kehrte Petra Martic erst kürzlich auf den Tenniscourt zurück. Nun steht sie in Paris im Achtelfinal - und kann es selbst kaum glauben.

Immer wieder schüttelt Petra Martic ungläubig den Kopf. Die Kroatin hat bei den French Open soeben die Achtelfinals erreicht und dabei ihrer Gegnerin Anastasija Sevastova, immerhin die Nummer 19 der Welt, gerade einmal 2 Games überlassen.

«  Für mich hat es sich so angefühlt, als dürfte ich ein Grand-Slam-Turnier bestreiten. »

Petra Martic
über ihr Comeback in Italien

Es ist noch nicht lange her, da musste Martic um die Fortsetzung ihrer Karriere bangen. Eine Rückenverletzung zwang sie zu einer über zehnmonatigen Pause. «Erst hiess es, ich würde höchstens drei Monate ausfallen, doch dann dauerte es immer länger. Ich habe zwischenzeitlich daran gezweifelt, ob ich je wieder würde spielen können», erzählt die 26-Jährige nach ihrem Drittrundensieg offen.

Petra Martic.

Bildlegende: Schlug in der 2. Runde Madison Keys Petra Martic. Getty Images

Grosse Emotionen beim Comeback

Ihr Comeback gab Martic, die 2012 die Nummer 42 der Welt war, vor wenigen Wochen bei einem kleinen Turnier in Italien. «Die Plätze waren in einem unglaublich schlechten Zustand und es gab keine Ballkinder. Doch für mich hat es sich so angefühlt, als dürfte ich ein Grand-Slam-Turnier bestreiten», blickt Martic zurück.

Beim echten Grand-Slam-Turnier ist Martic mittlerweile angekommen – und wie! Inklusive Qualifikation hat die Frau aus Split bereits 6 Partien gewonnen. «Als ich mich verletzte, war es mein grösster Wunsch, eine zweite Chance zu erhalten. Nun stehe ich bei meinem ersten Major nach der Verletzung gleich im Achtelfinal. Das ist verrückt», erklärt die 1,81 m grosse Athletin kopfschüttelnd.

«  Wir haben in unserem Team die Tradition, dass wir nach jedem Sieg ein Glas Rotwein trinken. »

Petra Martic

Obwohl Martic bereits am Montag wieder im Einsatz steht, wird sie diesen Erfolg etwas auskosten. «Wir haben in unserem Team die Tradition, dass wir nach jedem Sieg ein Glas Rotwein trinken.» Vielleicht werden es heute ausnahmsweise einmal zwei sein.

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 4.6.17, 13:15 Uhr