STANding Ovations

Stanislas Wawrinkas New Yorker Märchen hat im Halbfinal ein Ende genommen. Beim Out gegen Novak Djokovic forderte der Romand der Weltnummer 1 alles ab und erntete dafür viel Anerkennung vom Gegner und den Zuschauern.

Und plötzlich erhoben sich 27'000 Zuschauer im Arthur Ashe Stadium und applaudierten den Protagonisten unten auf dem blauen Hartplatz. Wawrinka hatte gerade das 3. Game im Entscheidungssatz für sich entschieden - 21 Minuten hatte es gedauert.

Dass er am Ende doch als Verlierer vom Platz gehen würde, hatte sich in dieser Phase aber langsam abgezeichnet. Die Beine des Schweizers wirkten müde. Zudem hatte er sich im 4. Satz wegen Oberschenkel-Problemen behandeln lassen müssen. «Danach konnte ich mich nicht mehr gleich bewegen und so aggressiv spielen, wie zuvor», sagte Wawrinka.

Über die Niederlage sei er sehr enttäuscht. «Ich war wieder einmal ganz nahe dran». So wie an den Australian Open im Januar, als er Djokovic ebenfalls in 5 Sätzen unterlag.

Djokovic «verdammt stark»

Dennoch darf er mit seiner Performance in New York mehr als nur zufrieden sein. «Es war ein grossartiges Turnier für mich», resümierte die Weltnummer 10 nur wenige Minuten nach seinem Out. Djokovic sei einfach «verdammt stark» gewesen. «Ich habe alles gegeben, habe bis zum Ende gekämpft.»

«Stan war der Bessere»

Besonders im 1. Satz zeigte Wawrinka zeitweise sensationelles Tennis und liess sein Gegenüber oftmals ratlos. «Stan spielte aggressiver. Eigentlich war er der Bessere», lobte Djokovic seinen Widersacher. «Ich versuchte einfach, dranzubleiben - und musste viel rennen. Aber für solche Spiele leben und trainieren wir», meinte der Serbe. Er sei glücklich, dass er sein bestes Tennis auspacken konnte, als er es benötigte.

So wie im Tie-Break des 2. Umgangs etwa, als ihm der Satzausgleich gelang. Oder als er im 5. Satz das entscheidende Break zum 3:2 schaffte. Nun steht Djokovic zum 4. Mal in Serie als Finalist bei den US Open fest. Wawrinka kann sich damit trösten, in der Stadt des Broadways für grosse Unterhaltung gesorgt zu haben.