Zum Inhalt springen
Inhalt

Tennis allgemein Federer: «Ich hätte gerne Namen gehört»

Roger Federer zeigte sich von den Manipulationsvorwürfen nicht überrascht: «Das ist eine alte Geschichte, die wie zufällig am Vorabend eines Grand-Slam-Turniers auftaucht.»

Legende: Video Federer äussert sich (engl.) abspielen. Laufzeit 02:08 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 18.01.2016.
  • Roger Federer nimmt die Thematik sehr ernst. Er bemängelt aber, dass praktisch keine neuen Fakten bekannt sind.
  • Novak Djokovic wurde einst von Betrügern indirekt kontaktiert. Seit Jahren hat er hingegen keine Vorfälle mehr bemerkt.
  • SRF-Experte Heinz Günthardt sieht die Gefahr für Manipulationen weniger bei Top-Spielern, sondern vielmehr bei Athleten in den hinteren Ranglisten-Regionen. Mehr dazu im Video-Interview am Schluss des Artikels.

Der Auftakt der Australian Open wird von Manipulationsvorwürfen überschattet. Roger Federer bezeichnete den Zeitpunkt der Veröffentlichungen als «bedauerlich». Gleichzeitig stellt er aber klar: «Ich kenne das System.» Und der 34-Jährige ergänzte: «Es wurde nichts Neues enthüllt, doch ich hätte gerne Namen gehört.»

Auch Titelverteidiger Novak Djokovic teilt diese Einschätzung: «Es gibt bislang keine klaren Beweise, dass aktive Spieler betroffen sind. Solange das so ist, ist es reine Spekulation.»

Legende: Video Djokovic bezieht Stellung (Quelle: SNTV; engl.) abspielen. Laufzeit 02:06 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 18.01.2016.

Djokovic einst Zielscheibe von Bestechung

Vor Jahren hatte Djokovic selbst berichtet, dass ihm 2007 rund 200'000 Dollar angeboten worden seien, damit er in St. Petersburg ein Match verliert. «Ich wurde nicht persönlich angesprochen, sondern von damaligen Teammitgliedern informiert. Natürlich sind wir nicht darauf eingegangen», erklärte er am Montag in Melbourne.

Der Serbe verwies jedoch darauf, das dies lange her sei: «Damals gab es immer wieder Gerüchte, dass bestimmte Leute solche Angebote machen. Aber die letzten sechs, sieben Jahre habe ich nichts mehr über solche Vorfälle gehört.»

Weitere Stimmen

  • Serena Williams: «Falls solche Dinge passieren, weiss ich nichts davon.»
  • Marin Cilic: «Ich glaube nicht, dass Match-Manipulationen auf absolutem Top-Niveau existieren.»
  • Julien Benneteau: «Meiner Meinung nach sollten Wetten in Individual-Sportarten gar nicht erlaubt sein.»
  • Philipp Kohlschreiber: «Wettbetrug gibt es leider Gottes in jeder Sportart. Man darf jetzt aber nicht alle Spieler und die Tour schlecht machen.»

Die Meinung des SRF-Experten

Heinz Günthardt ist überrascht, dass die Vorwürfe neu auch Spitzenspieler betreffen: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass Topspieler involviert sind. Das wäre, als würde Lionel Messi an der WM einen Penalty absichtlich verschiessen, um Geld zu kassieren.» Günthardt sieht die Gefahr von Spielmanipulationen vielmehr auf tieferem Niveau.

Legende: Video Günthardt über Betrug im Tennis abspielen. Laufzeit 01:17 Minuten.
Aus Sport-Clip vom 18.01.2016.

Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 18.01.2016, 06:30 Uhr.

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Herr Federer, ich glaub, nicht nur Sie. Es ist sehr schade, dass nun auch der Tennis-Sport in den Dreck gezogen wird und sein Image ramponiert wird, dessen Folgen auch die Athlet/innen zu Unrecht zu spüren bekommen. Spitzensportler haben es bigott nicht nötig, um des Geldes willen einen Matchball zu veerschiessen. Sie wären ja wohl blöd.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jean-Martin Poncet, Diemerswil
    Günthart negiert den menschlichen Charakter. Der spanische "Raddoktor" Fuentes hat vor Gericht ausgesagt, bloss 30% seiner Dopingkunden seien Radsportler. Er gab an, die besten spanischen Fussballteams und Tennisspieler betreut zu haben. Ist zu lesen auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Dopingskandal_Fuentes Namen wollte er keine nennen, er sei schon dreimal mit dem Tod bedroht worden. Vor gut 2 Jahren hat das Gericht entschieden, die Akten zu vernichten - aus Personenschutzgründen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Sandra Sutter, Erlenbach
    Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Tennisspieler gehen auch Werbeverträge mit dem Teufel ein. Die machen alles für etwas mehr Geld.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen