Bacsinszky und die Suche nach dem inneren Gleichgewicht

Die verletzte Timea Bacsinszky ist die grosse Abwesende beim WTA-Turnier in Gstaad. Die Schweizer Nummer 1 sucht in ihrem Innern nach den Gründen für die häufigen Blessuren.

Video «Bacsinszky: «Ich bin heute ein anderer Mensch als vor 3 Jahren»» abspielen

Bacsinszky: «Ich bin heute ein anderer Mensch als vor 3 Jahren»

1:02 min, vom 21.7.2017

Das Wichtigste vorweg: Timea Bacsinszky hat in Wimbledon eine Muskelzerrung am linken Oberschenkel erlitten. Eine zwei- bis dreiwöchige Zwangspause verhindert zwar einen Einsatz in Gstaad. Doch schon in der nächsten Woche will sie das Tennis-Training wieder aufnehmen.

Vom Kopf in die Muskeln

Viel interessanter sind die Gedanken, die sich die feinfühlige Lausannerin zu ihren körperlichen Rückschlägen macht. Bacsinszky ist überzeugt, dass es die Folgen einer inneren Unausgeglichenheit sind, dass eine «Verspannung im Kopf» zum Beispiel eine Verspannung im Muskel hervorrufen kann.

Video «Bacsinszky über ihre Verletzung in Wimbledon» abspielen

Bacsinszky über ihre Verletzung in Wimbledon

1:03 min, vom 21.7.2017

Das innere Gleichgewicht zu finden, Frieden zu schliessen mit ihrer – wie sie sagt – traumatischen Kindheit, das ist für sie die grösste Herausforderung überhaupt. Die Paris-Halbfinalistin erzählt das nicht etwa niedergeschlagen und mit leiser Stimme, sondern ganz offen und mit positivem Trotz in den Augen.

Hohes Tennis-Niveau, aber mehr Verletzungen

Seit drei Jahren arbeitet Bacsinszky mit einer Psychologin zusammen. Und obwohl ihr das in ihrer persönlichen Entwicklung schon enorm geholfen habe, will sie die Zusammenarbeit weiter intensivieren. «Ich habe zwar ein sehr hohes Niveau gehabt in diesem Jahr, aber trotzdem mehr Verletzungen, mehr innere Spannung», analysiert die 28-Jährige.

So offenherzig sie über ihre momentane Gefühlswelt erzählt, über die schwierige Beziehung zu ihrem Vater mochte sie nicht (mehr) sprechen. «Da müsst ihr euch gedulden, bis ich ein Buch geschrieben habe, irgendwann», sagt sie, noch bevor sie konkret darauf angesprochen wird.

Comeback in New Haven

So lange sie noch Tennis spielt, möchte sie den Blick lieber nach vorne richten. Kurzfristig heisst das: Comeback Mitte August in New Haven und dann die Teilnahme an den US Open.

Video «Bacsinszky: «Mit 7 km/h war es etwas langweilig»» abspielen

Bacsinszky: «Mit 7 km/h war es etwas langweilig»

0:44 min, vom 21.7.2017

Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 20.07.2017, 17:45 Uhr