Die Wildnis verschwindet

Die letzten unberührten Waldlandschaften auf der Erde schwinden rasch. Zwischen 2000 und 2013 sind sie um etwa 8,1 Prozent geschrumpft. Hauptgründe sind Abholzung und Forstwirtschaft. Vor allem tropische Wälder und Nadelwälder sind betroffen, zeigt eine Studie.

Schneebepuderte Naturidylle mit Bergen, See und Nadelwald

Bildlegende: Märchenhafte Wildnis: Schneebedeckte Berge und Nadelwald in Alaska. Doch unberührte Flächen wie diese sind auf dem Rückzug. Imago

Der weltweite Verlust von Waldgebieten entspricht einer Fläche der dreifachen Grösse Deutschlands. Besonders betroffen sind der tropische Dschungel und die Nadelwälder Kanadas, Russlands und Alaskas. Das ist einer Studie von Greenpeace, der University of Maryland und dem World Resources Institute zu entnehmen.

Mit dem Wald verschwinden auch unzählige Tier- und Pflanzenarten, die das Klima regulieren, Luft und Wasser reinigen und nicht zuletzt Lebensgrundlage für zahlreiche Menschen bieten.

Zerstörte Lebensgrundlage

Doch der Mensch ist auch Verursacher des immensen Waldverlusts. «Neue Strassen und Forstwege zerschneiden und fragmentieren die intakten Waldflächen. Und das ebnet den Weg für noch mehr illegalen und kommerziellen Holzeinschlag und andere zerstörerische Entwicklungen», sagt der Greenpeace-Waldexperte Jannes Stoppel. Der Mensch zerstöre so seine natürliche Lebensgrundlage.

Bestimmte Regionen sind betroffen

Auszug einer Karte, die den Gürtel der borealen Zone zeigt, basierend auf den Ökozonen nach Jürgen Schultz

Bildlegende: Boreale Zone (grün): Sie ist eine der neun Vegetationszonen und nimmt heute etwa 13 Prozent der Landoberfläche ein. Wikimedia/Ökologix

Über ein Viertel der weltweiten Landfläche besteht aus Wald. Doch nur ein Bruchteil davon ist intakte Wildnis, also wilde Wälder, aber auch Seen, Buschland, Grasland, Sümpfe, Felsen. Fast 95 Prozent dieser Wildnis findet sich laut der Studie in tropischen und borealen Regionen.

Dort ist der Verlust besonders hoch: 47 Prozent der ökologischen Entwertung von intakten Flächen fanden im borealen Waldgürtel statt. 25 Prozent schwanden im südamerikanischen Amazonas, und weitere 9 Prozent im afrikanischen Kongobecken.

In der Schweiz wächst der Wald

Hierzulande ist der Wald so gut geschützt, dass die Waldfläche in den letzten 20 Jahren um rund 10 Prozent zugenommen hat. Das sind etwa 18 Fussballfelder pro Tag. «Einstein»-Beitrag