Gedopte Fische

Fische, die dem Psychopharmakon Oxazepam ausgesetzt sind, ändern ihr Verhalten. Sie werden mutiger – und asozialer. Das könnte das gesamte Ökosystem verändern, warnen schwedische Forscher.

Flussbarsche sind im Verband unterwegs.

Bildlegende: Ausgeprägtes Sozialverhalten: Flussbarsche, unterwegs mit Artgenossen. Bent Christensen / Eurekalert


Gedopte Fische

6:22 min, aus Wissenschaftsmagazin vom 16.02.2013

Das Medikament Oxazepam wird seit vielen Jahrzehnten gegen Angst, Unruhe und Schlaflosigkeit eingesetzt. Durch den Urin gelangt das Mittel in die Gewässer. Vor allem kleine Fliessgewässer sind betroffen. Nun zeigt eine Gruppe von schwedischen Forschern, dass die Medikamenten-Rückstände das Verhalten von Flussbarschen, also Egli, verändern.

Die Fische werden mutiger, gefrässiger und sind lieber solo unterwegs als in Schwärmen. Dieses Phänomen könnte einen Einfluss auf das gesamte Leben im Fluss haben, sagen die Forscher, die ihre Studie an der diesjährigen Tagung der American Association for the Advancement of Science in Boston vorstellten.

Experimente in mehreren Fischbecken

Videos (siehe unten) zeigen, wie sich das Verhalten der Fische durch das Medikament verändert. In der mittleren Kammer befindet sich jeweils einer der Fische, deren Verhalten die Forscher untersuchten. Video 1 zeigt einen Fisch, dessen Wasser mit dem Psychopharmakon Oxazepam verunreinigt ist. Obwohl Flussbarsche soziale Tiere sind, sucht dieser Fisch nicht die Nähe der zwei anderen Fische in der linken Kammer – ein ungewöhnliches Verhalten.

Das natürliche Sozialverhalten zeigt Video 2: In der mittleren Kammer befindet sich ein Fisch, der in sauberem Wasser schwimmt – ohne Medikamentenrückstände. Dieser Fisch sucht die Nähe der zwei Fische in der linken Kammer.