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Technik Schweizer Firma will Satelliten starten

In Payerne VD ist Swiss Space Systems-S3 offiziell in Betrieb gegangen. Die Firma will in einigen Jahren Satelliten günstig in die Umlaufbahn bringen – mit einem Shuttle auf einem Airbus.

Der Schweizer Astronaut mit Pascal Jaussi, Gründer und CEO von Swiss Space Systems,
Legende: Prominente Unterstützung: Der Schweizer Astronaut unterstützte das Unternehmen mit seiner Anwesenheit. Keystone

Die Raumfahrt war jahrzehntelang Sache des Staats. Heute ist das anders: Es drängen immer mehr Privatunternehmen in die Raumfahrt, auch in der Schweiz. Ein Beispiel ist die Firma Swiss Space Systems, kurz S3, aus Payerne, die am Mittwoch offiziell vorgestellt worden ist. Sie will in den nächsten Jahren mit einem eigenen System kleine Satelliten ins All bringen, möglicherweise direkt von Payerne aus.

S3 will damit quasi ins Dienstleistungsgeschäft einsteigen: Kunden sollen mit dem neuen System Kleinsatelliten mit einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm in die Umlaufbahn bringen können, und das viel preiswerter als bisher. Statt um die 40 Millionen soll ein Start nur 10 Millionen Franken kosten – das verspricht zumindest das Unternehmen. Der Markt für solche Kleinsatelliten wächst derzeit. Ob er allerdings gross genug sein wird, um S3 zum Erfolg zu führen, ist offen.

Satelliten-Shuttle auf einem Airbus

Geplant ist ein Modell, bei dem ein Airbus A300 zu Einsatz kommt. Das Flugzeug trägt ein Shuttle huckepack, in dem wiederum der Satellit steckt. Das Flugzeug bringt das Shuttle bis auf eine Höhe von 10 Kilometer. Von dort fliegt das Shuttle dann auf 80 Kilometer Höhe weiter und setzt den Satelliten frei. Shuttle und Flugzeug landen wieder am Boden und können also wiederverwendet werden - daher die Kostenersparnis.

Für die Technik des Shuttles greift S3 auf Vorläufermodelle verschiedener Firmen zurück. Das Budget beläuft sich nach Angaben des Unternehmens auf 250 Millionen Franken. Erste Tests mit dem ganzen System sind für Ende 2017 geplant. Dieser Zeitplan ist sehr ehrgeizig; vergleichbare Projekte im Ausland mussten auch schon Rückschläge hinnehmen, wie es in der Raumfahrt allgemein üblich ist.

«Swiss» – mit internationalen Partnern

Die Firma trägt zwar das «Swiss» im Namen, ist aber sehr international aufgestellt: Zu den Partnern gehörten etwa die Europäische Weltraumagentur ESA, die französische Firma Dassault Aviation oder die kalifornische Universität Standford, heisst es in der Mitteilung.

Gründer und CEO von S3 ist Pascal Jaussi. An der Eröffnungsfeier vom Mittwoch nahmen auch der Schweizer Astronaut Claude Nicollier sowie die diplomatischen Vertreter von acht Ländern teil. Ihre langfristige Vision ist es, den Weltraum zu demokratisieren und den Zugang zum Weltraum zu verbilligen.

3 Kommentare

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  • Kommentar von M. Keller, Thurgau
    NA ENDLICH werden alternative Konzepte zur Rakete entwickelt... Ok, das Sänger-Projekt gab es schon in den 50ern, aber schön zu sehen das dieses Konzept (endlich) nicht mehr nur bei Spaceship One verwendung findet; denn es bietet sehr viel Potential (eine A300 mit Nutzlast geht günster "hoch" als eine Rakete)... Ich wünsch S3 viel Glück bei diesem Unterfangen!
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  • Kommentar von Gotthlieb Bertschi, Schweiz
    Ich bin so gerührt, jetzt exportieren wir unsere direkte Demokratie schon zu den Marsmenschen. Das ist ein kleiner Schritt für die Schweiz, aber ein grosser für Welt, nicht wahr...
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  • Kommentar von Geiger Paul, Ermatingen
    Sehr schön so kreative Leute in der Schweiz zu haben. Gratuliere zu diesem Mut. Wenn sich diese Pioniere sich der freien Energien bedienen und noch effizientere Antriebe erforschen, wird das auch den Gas, Oel und Stromverbrauch erstzten. Das würde die gesamten Energieprobleme lösen. Die Wissenschaft weiss heute schon, dass es Energien gibt, welche schneller als das Licht sind. Viuel Erfolg und top Resultate.
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