Weltraumteleskop «Kepler» muss repariert werden

Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hat ernste Schwierigkeiten mit ihrem Weltraumteleskop «Kepler». Ein unentbehrliches technisches Teil zur Ausrichtung der Sonde auf ihre Ziele weise einen Defekt auf. Die Mission ist offenbar gefährdet.

Das Weltraumteleskop «Kepler» auf einer Illustration der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa.

Bildlegende: Derzeit im Ruhemodus: Das Weltraumteleskop «Kepler» auf einer Illustration der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. Keystone

Das Problem sei nach einer Serie von Tests entdeckt worden, teilte die Nasa am Mittwoch mit. Konkret funktioniere ein weiteres der vier sogenannten Drallräder nicht mehr, die das Teleskop in Position hielten. Da bereits im vergangenen Jahr ein Rad ausgefallen sei, könne «Kepler» seine Suche nach einer «zweiten Erde» zumindest vorerst nicht mehr fortsetzen.
 
Die Nasa will jetzt nach Wegen suchen, das Drallrad zu reparieren oder das Teleskop auf andere Weise wieder funktionstüchtig zu machen. «Kepler» war im März 2009 auf die Suche nach «erdähnlichen» Planeten gestartet.  Es hat seitdem laut Nasa bereits mehr als 2700 Planetenkandidaten bei anderen Sternen aufgespürt.

Die Behörde hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die Mission bis September 2016 laufen zu lassen. Sie hatte ihre Entscheidung mit der Erfolgsgeschichte des in der Erdumlaufbahn kreisenden Teleskops begründet.

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NASA will es wissen

2:02 min, aus Tagesschau vom 7.3.2009

Teleskop für die Planetensuche

Kepler wurde im März 2009 gestartet – mit der Mission, nach Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems zu suchen. Es observiert einen Ausschnitt des Sternenhimmels mit 190'000 Sternen. Kepler galt als Erfolg und entdeckte mehrere erdähnliche Planeten. Das Teleskop war über 500 Millionen Dollar teuer und ist nach dem Astronom Johannes Kepler benannt.