«Blick in die Feuilletons»: Ballett-Krise und US-Killer-Kino

Die «NZZ am Sonntag» spricht sich gegen Gewaltverherrlichung im US-Kino aus. Die FAZ sieht Handlungsbedarf beim Tanz. In einem Überblicks-Aufwisch konstatiert die Ballettkritikerin Wiebke Hüster, eine allgemeine, und weltweit zu beobachtende Krise im Ballett.

Holzboden, die ausgestreckten Beine einer sitzenden Tänzerin in Ballettschuhen in der rechten Bildhälfte.

Bildlegende: «Stirb langsam, Tanz»: Die FAZ beobachtet eine Krise im Ballett. keystone

Ausgehend von der Ernennung des neuen Ballettdirektors an der Pariser Oper und eines neuen Abends der legendären schwedischen Cullberg-Compagnie stellt die FAZ-Ballettkritikerin fest: Falsches Personal, populistisches Diktat, Kommerz und keine Inhalte allenthalben, und zwar in den freien Compagnien so gut wie bei den festen Ensembles, bei freien Compagnien ist die Krise sogar noch heftiger.

Die Zukunft des Tanzes müsste jetzt mal aber bitte um die Ecke biegen, wünscht sich Wiebke Hüster in der FAZ. Ob weiblich oder männlich, es wäre halt nur dringend.


Vom Sterben des Balletts und im US-Kino

1:47 min, aus Blick ins Feuilleton vom 28.01.2013

«Hört auf, Gewalt zu feiern»

Filmkritiker Christian Jungen berichtet in der «NZZ am Sonntag» über eine Tendenz zu sehr brutalen Szenen im US-amerikanischen Kino. Auch er findet: Es ist höchste Zeit für eine Reduktion blutrünstiger, spekulativer und absolut unappetitlicher Action.

Jungen stellt fest, es sei befremdend, welches Tamtam man in den USA um einen entblössten Busen mache, der sofort als «soft-core Sex» denunziert werde, und wie grosszügig man Gewaltexzesse toleriere. Ein wenig French Touch würde dem US-Kino gut tun, schreibt Jungen, und wünscht sich: Die Helden sollen lieber miteinander essen und schlafen, als sich gegenseitig töten.