Rimini – eine Kleinstadt ganz für die Sommerferien

Rimini steht für Party, Palmen und Meer. Doch Badegäste die sich ins Stadtinnere verirren, können auch kulturell was erleben. Mit antiken Bauten aus der Renaissance und der Römerzeit trumpft Rimini auch historisch auf.

Strandtouristen die nur nach Rimini reisen, um sich tagsüber in der Sonne zu aalen und abends in Diskos abzutanzen, die wissen nur wenig über die kulturellen Highlights von Rimini und Umgebung. Es gibt nur wenige Orte in Italien wo Strand und Kultur so dicht nebeneinander liegen. Kilometer lange Strände, über 1000 Hotels und Megadiskos. Doch wer nicht nur Jubel, Trubel, Sand und Wasser sucht, kann gerade in Rimini einiges besichtigen. Dafür braucht man noch nicht einmal die Badeschlappen durch festes Schuhwerk zu ersetzen.

Renaissancemeisterwerk im Zentrum

Mitten in der Stadt erhebt sich der Tempio Malatestiano. Das ist eines der schönsten norditalienischen Renaissancegebäude, errichtet im 15. Jahrhundert von Baumeisterstar Leon Battista Alberti, an der Stelle einer bereits bestehenden gotischen Kirche. Der Tempio ist ein Gotteshaus. In seinem Inneren kann grosse Kunst besichtigt werden. Ein Kruzifix von Giotto (14. Jahrhundert) und herrliche Fresken von Piero della Francesco (15. Jahrhundert). Aus der frühen Renaissance stammt auch der Brunnen Fontana della Pigna, der Pinienzapfenbrunnen auf der Piazza Cavour.

Schon die Römer...

Rimini wurde im 3. Jahrhundert vor Christus von den Römern als Kolonie Arminium gegründet. Cäsar überschritt von hier aus den Rubikon. Aus der Römerzeit erheben sich im heutigen Stadtzentrum ein römischer Triumphbogen aus der Zeit von Kaiser Augustus und die Brücke Ponte di Tiberio. Noch heute wird diese perfekt errichtete Steinbrücke aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert für den städtischen Verkehr genutzt. Selbst in Italien ist sie ein rares Meisterwerk antiker Ingenieurskunst, mit fünf Bögen, die auf massigen Stützpfeilern ruhen, welche schräg zur Brückenachse angeordnet sind.

Die älteste Demokratie

Nur einige wenige Kilometer von Rimini entfernt, südöstlich gelegen, erhebt sich auf einem Berg «La Serenissima». So wird, ganz offiziell, die weltweit älteste bestehende demokratische Republik genannt. Die Geschichte von San Marino, ein autonomer Zwergstaat mitten in Italien, geht angeblich auf das 3. Jahrhundert vor Christus zurück. Auf der Spitze des Berges Monte Titano erhebt sich die Festung «La Guaita». Von der langen Geschichte zeugen nicht mehr viele historische Bauwerke. Empfehlenswert ist ein Besuch von San Marino an heissen Tagen am Meer: hier weht immer ein Lüftchen. Und wer Casinos und zollfreien Waren mag ist in San Marino garantiert am richtigen Ort.

Am Kaiserhof in Ravenna

Nicht weit von Rimini entfernt, nördlich an der Küste gelegen, locken die vielleicht schönsten spätantiken Kirchen Italiens. Ravenna war von 402 bis 476 die Hauptresidenz der weströmischen Kaiser. Die Stadt bietet spätantike Bauwerke, die zum Weltkulturgut der Unesco gehören. Mausoleen, Kirchen, Kapellen und Baptisterien. Fast alle diese Bauwerke, wie zum Beispiel das Mausoleum der Kaiserin Galla Placidia, sind über und über mit erstaunlich gut erhaltenen Mosaiken ausgeschmückt. Zum Besuch solcher Ortschaften sollte man allerdings etwas mehr als nur Strandhöschen und Schläppchen anziehen. Auch in Rimini selbst sehen es die Einheimischen nicht gerne, wenn Strandtouristen halbnackt ihre Kirchen und Geschäfte frequentieren.