Das wichtigste Gesetz für die Rechte der Schwarzen wird 50

Schwarze US-Bürger dürfen in ihrem Land nicht diskriminiert werden. Das garantiert der «Civil Rights Act», der am 2. Juli 1964 vom US-Kongress genehmigt wurde. Doch auch 50 Jahre nach diesem historischen Akt gibt es in den USA für Schwarze keine vollständige Gleichberechtigung.

Johnson unterschreibt an einem Schreibtisch ein Dokument. Hinter ihm stehen etwa vierzig Männer in Anzügen. Direkt hinter Johnson steht Martin Luther King.

Bildlegende: Präsident Johnson unterzeichnet den «Civil Rights Act» – beobachtet unter anderen von Martin Luther King. Wikimedia

«Alle Menschen sind gleich»: Das steht auch in der US-amerikanischen Verfassung. Aber dennoch brauchte es vor 50 Jahren ein Gesetz, um vor allem die schwarze Bevölkerung vor Diskriminierungen zu schützen. Das Bürgerrechtsgesetz, der «Civil Rights Act», ist nach der Befreiung der Sklaven durch Präsident Abraham Lincoln das wohl bedeutendste Dokument für die Schwarzen in den USA.

Der Marsch auf Washington

Schwarzweissfoto: Zahlreiche, vorwiegend schawrze Menschen mit Transparenten.

Bildlegende: Der Marsch auf Washington markiert einen Wendepunkt in der Bürgerrechtsbewegung. U.S. National Archives and Records Administration/Wikimedia

Jahrelang hatte die amerikanische Bürgerrechtsbewegung Gleichstellung gefordert und dafür gekämpft: Für Schwarze, für Schwule, für Frauen, für Einwanderer. Im Sommer 1963 gelang die grosse Wende: Eine Viertelmillion Menschen aus dem ganzen Land strömte in die Hauptstadt, allen voran der prominente Anführer, Martin Luther King. Singend marschierte die Menge am Capitol und am Weissen Haus vorbei.

Dort horchte Präsident Kennedy genau, was draussen vor sich ging. Er empfing die Anführer des «March on Washington» im Weissen Haus. Der Präsident wollte ein Bürgerrechtsgesetz auf die Beine stellen. Seine Gesetzesvorlage konnte er aber nicht mehr umsetzen: Drei Monate später wurde Kennedy erschossen.

Gesetz in einem Jahr

Nach dem Tod Kennedys trieb sein Nachfolger das Bürgerrechtsgesetz weiter voran: Präsident Lyndon B. Johnson brachte den fertigen Gesetzesentwurf innerhalb eines Jahres gegen allen Widerstand durch die Instanzen. Er schaffte es, dass der Kongress mit einer Zweidrittelsmehrheit Ja sagte. In seiner Ansprache vom 2. Juli 1964 schärfte Präsident Johnson seinen Mitbürgern ein, die Diskriminierung von Minderheiten zu beenden.

Die früheren Sklaven waren zu diesem Zeitpunkt zwar bereits seit 100 Jahren frei – aber sie waren weit davon entfernt, die gleichen Rechte wie die Weissen zu haben. In den USA wurden sie diskriminiert, geschlagen, ermordet. Es galt die Segregation, die Trennung von Schwarz und Weiss: Schwarze durften nicht die selben Schulen besuchen wie die Weissen. Zudem mussten sie separate Toiletten benützen, um nur zwei der damals üblichen Schikanen zu nennen.

Noch nicht am Ziel

Seitdem Diskriminierung offiziell verboten ist, sind 50 Jahre vergangen. Zwar gab es klare Fortschritte, unter anderem sind die Schikanen der Segregation nicht mehr zu sehen. Aber auch heute noch sind nicht alle US-Bürgerinnen und -Bürger ganz gleich. Beispielsweise klagen immer wieder schwarze Amerikaner, dass sie bei der Jobsuche trotz gleicher Qualifikation gegen weisse Bewerber verloren hätten. Präsident Barack Obama schrieb in einer Würdigung zum 50. Jahrestag des Bürgerrechtsgesetzes, dass es immer wieder Ungerechtigkeiten zu bekämpfen gelte. «Die Reise ist noch nicht zu Ende», betonte Obama.

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