«Europa-Atlas»: Statistik wird lebendig

Der «Europa-Atlas» zeigt die Entwicklungen in Europa nicht nur in Zahlen, sondern macht sie vor allem auch sichtbar. Das datenjournalistische Projekt, das heute auf der Website der «Süddeutschen Zeitung» online gegangen ist, bietet spannende Statistik.

POI auf Europakarte

Bildlegende: Eurpäische Länder im Vergleich: Die interaktive Karte der «Süddeutschen Zeitung». Süddeutsche Zeitung

Wo ist die Jugendarbeitslosigkeit am tiefsten? Der «Europa-Atlas» der «Süddeutschen Zeitung» gibt Antwort. Und wie war die Situation vor zehn Jahren? Ein Klick und die Auswertung folgt. Durch die farblichen Veränderungen auf der Karte erfasst das Auge sofort, wo es grosse Veränderungen gab. Während 2011 Spanien rot gefärbt ist, sticht 2003 Polen rot ins Auge.

Die Zahlen stehen auch im Zeitverlauf des klassischen Kurvendiagramms zur Verfügung. Polens Kurve ist besonders auffällig: 2002 liegt die Kurve mit Abstand am höchsten, 2008 so tief wie nie zuvor. Seitdem steigt die Jugendarbeitslosigkeit in Polen wieder an.

Auch Regionen im Vergleich

Das Webtool bietet aber nicht nur auf Ebene der Staaten Vergleichsmöglichkeiten. Die Daten können auch regional verglichen werden. Oder man lässt sie sich in Relation zur eigenen Region oder dem eigenen Land darstellen.

Abgefragt werden können Daten aus acht Kategorien: Bevölkerung, Arbeit und Wohlstand, Bildung und Forschung, Online, Verkeht, Gesundheit, Tourismus und Landwirtschaft. Es seien «die wichtigsten Indikatoren für Entwicklung» vorhanden, erläutern die Journalisten in einem Artikel zum Webtool. Rund 50 Statistiken liegen der Website zugrunde.

Die Daten reichen in einzelnen Fällen bis zu 20 Jahre in die Vergangenheit, in den meisten Fällen aber bis ins Jahr 1999. Die aktuellsten Zahlen sind von 2011 – sie werden aufdatiert, heisst es auf Anfrage bei der «Süddeutschen Zeitung». Dies sobald das neue «Jahrbuch der Regionen» von Eurostat, der Statistikbehörde der EU, erscheint.

Diese Datenbasis birgt auch den – aus Schweizer Sicht – grössten Nachteil: Immer wieder sind die Schweizer Daten nicht erfasst.