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Ich, die Mehrheit «Ich, die Mehrheit» – Die Debatte zum Projekt

Ende April startete das Projekt «Ich, die Mehrheit». Es präsentiert sich als partitizipatives Experiment zum Thema Meinungsbildung und Demokratie – und stiess damit auch auf Kritik.

Foto von Twitter.
Legende: Nicht bei allen Stimmbürgern stösst das Experiment «Ich, die Mehrheit» auf Akzeptanz. SRF

Das Herz der Demokratie ist die Mitbestimmung, der Diskurs, die Meinungsbildung. Wie aber funktioniert Meinungsbildung heute?

Um das herauszufinden, lancierte SRF Kultur das Projekt «Ich, die Mehrheit». Es öffnet den Raum für das Thema Meinungsbildung als Voraussetzung einer gesellschaftspolitischen Entscheidung an der Wahlurne.

Zwischen Like und Analyse

Meinungsbildung funktioniert heute längst nicht mehr nur über die klassischen Massenmedien in Print, privaten und öffentlich rechtlichen Kanälen, sondern weitgehend über soziale Medien, über Blogs, über Facebook und Twitter. Der Diskurs, das Austauschen von Meinungen, das Liken und Disliken von Zuständen und Standpunkten findet vermehrt dort statt.

Dem Setzen eines blossen «Likes», dem simplen Retweeten oder dem argumentativen Scharmützel stehen im Netz kompetent aufgearbeitete Information, hoch differenzierte Gedanken und Analysen zu einen Sachverhalt gegenüber.

Das alles ist meinungsbildend. Für den Einkauf nebenan wie für die Abstimmung an der Urne. Und vor allem für die «Community», die die Informationen teilt. Das kann zu zu einem wirklichen Dialog führen, zur Entrüstung einzelner oder gar zu einem Entrüstungssturm.

Wer wählt? Wer nicht?

Die Stimmbeteiligung ist seit 1912 deutlich gesunken. Sie lag in den Jahren 1911 bis 1930 bei 59,7 Prozent stieg bis 1950 noch leicht an und lag in den Jahren 1991 – 2013 durchschnittlich bei 43,7 Prozent.

Wer also sind die Wählerinnen und Wähler von heute? Wer sind diejenigen, die an der Urne wegbleiben, die aber dennoch an ein demokratisches System glauben, an Mitbestimmung und Teilhabe, wie kaum eine Generation zuvor? Wo sind die Engagierten, die den Gesellschaftsbegriff diskutieren wollen und sich fragen: Wieviel Community braucht eine Gesellschaft? Wer wollen wir sein? Als Individuum, als Gesellschaft?

Wir haben viele engagierte Voten entgegennehmen dürfen in den ersten Woche unseres Projektes. «Ich, die Mehrheit» polarisiert, regt auf und an, wie diese Auswahl zeigt.

Debatte im Netz

Hier in der Kommentarspalte führen wir den Diskurs gerne vertiefend weiter.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    : es werden Entscheidungen getroffen, mit denen wir nicht einverstanden sind. Ob wir nun abgestimmt haben oder nicht, spielt keine Rolle. Umso frustrierender, wenn wir doch eine Stimme abgegeben haben. Doch die Mehrheit entscheidet darüber. Und wenn der Stimmanteil bei den Jungen zwischen 18 - 35 Jahren weiterhin unter 30 % liegt, ist das ein sehr interessantes Projekt Eine letzte Frage an alle: Waren Sie alle jeweils zufrieden mit den Ergebnissen der Wahlen der letzten 6-7 Jahren?
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  • Kommentar von Peter Meier, Zürich
    @Philippe Wampfler. und Co. Kurze Frage: Wie definieren Sie alle Demokratie? Bei dem Projekt "Ich, die Mehrheit" werden nicht die Werte oder Ideale einer solchen verletzt oder angegriffen; nein, sondern sie handeln lediglich von der Ausgangslage einer "betroffenen" Person, die die Konsequenzen einer Mehrheitentscheidung tragen muss. Völlig egal, ob es nun um vegane Ernährung, das Glätten der Haare oder um das Verbot von Minaretten geht. Fakt ist, dass bei diesem Experiment genau darum geht,
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    1. Antwort von Philippe Wampfler, Zürich
      Lieber Herr Meier Ich beziehe mich auf die Definition von Manfred Schmidt (Demokratietheorien): https://www.dropbox.com/s/mv9t2cozip7rin3/Bildschirmfoto%202014-05-13%20um%2013.02.31.png Sie besagt, dass Demokratie die Staatsmacht von den Bürgerinnen und Bürgern her legitimiert. Es geht also letztlich darum, dass Demokratie Verfahren findet, wie eine Gemeinschaft sich unter Einbezug aller organisieren kann.
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    2. Antwort von Philippe Wampfler, Zürich
      Um noch einen Aspekt anzuhängen: Wer in einer Demokratie in seinen Rechten nicht geschützt wird und wessen Meinung nicht berücksichtigt wird, schert automatisch aus der Gemeinschaft aus. Daher der Schluss: Dieses »Experiment« (besser: »Spiel«) zeigt nicht das Wesen der Demokratie, sondern eine Zerrform einer demokratischen Methode.
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