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Papst in Genf Alle Tickets für die Papst-Messe sind vergeben

Papst Franziskus kommt am 21. Juni in die Schweiz. Das «Papamobil» lässt er aber zuhause. Alle 41'000 Tickets für die Papst-Messe sind bereits vergeben.

Papst Franziskus in weissem Gewand vor vielen Jugendlichen, die Smartphones in den Händen halten.
Legende: Papst Franziskus – hier beim Besuch in Washington im Jahr 2015. Keystone

Eigentlich hätte heute eine Website online gehen sollen, mit kostenlosen Tickets für die Papst-Messe. Doch der Andrang der Pfarreien im Vorfeld war riesig: Nach Angaben der Schweizer Bischofskonferenz sind alle 41'000 Plätze für die Papst-Messe bereits vergeben.

Romands pilgern zur Papst-Messe

«Die Anmeldungen stammen von Pfarreien und katholischen Vereinigungen aus der ganzen Schweiz», sagt Encarnación Berger-Lobato, Sprecherin der Bischofskonferenz.

Am grössten sei das Interesse in der Romandie (77 Prozent), gefolgt von der Deutschschweiz (12 Prozent), Frankreich (11 Prozent) und dem Tessin (knapp ein Prozent). Wer die Papst-Messe trotzdem verfolgen möchte, kann das vor dem Fernsehen tun: SRF übertragt die Papst-Messe live.

Die Papst-Messe bei SRF

  • SRF 1 überträgt am 21.06.2018 von 15.40-17.30 Uhr das Ökumenische Treffen beim Weltkirchenrat, unter anderem mit der Rede von Papst Franziskus.
  • SRF Info überträgt am selben Tag von 17.30-18.30 Uhr aus Genf die Messe mit Papst Franziskus.

Seit Wochen laufen in Genf die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Polizei hat für den Papst-Besuch die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen.

Zweithöchste Sicherheitsstufe

Am Flughafen, am Sitz des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) und in den «Palexpo»-Messehallen wird es verstärkte Kontrollen geben. Die Genfer Bevölkerung müsse mit Staus und Verzögerungen rechnen, hiess es von Seiten der Behörden. Ein Detachement der Schweizer Garde wird mit dem Papst nach Genf reisen.

Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK)

Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) sind anglikanische, baptistische, lutherische, methodistische, reformierte Kirchen sowie die meisten orthodoxen Kirchen. Hinzu kommen unabhängige Kirchen aus der ganzen Welt. Der ÖRK steht für 560 Millionen Christen in mehr als 120 Ländern. Die römisch-katholische Kirche gehört dem ÖRK nicht an.

Trotz der Sicherheitsmassnahmen soll die Stimmung ausgelassen werden. Einige vergangene Papst-Besuche erinnerten an ein Pop-Festival – mit lauter Musik, Selfies, Gekreische und Jubel-Rufen.

Papst kommt ohne «Papamobil»

Wer auf einen Papst mit «Papamobil» hofft, wird aber enttäuscht: Papst Franziskus kommt nur für einen Tagesbesuch nach Genf. «Für einen so kurzen Besuch ist es unüblich, mit dem Papamobil zu verreisen», sagt ÖRK-Sprecherin Marianne Ejdersten.

Blick am Strassenrand erhaschen

Manchmal ist Papst Franziskus in einem ganz kleinen Auto unterwegs, um seinen Wunsch nach einer bescheidenen Kirche zu unterstreichen. Für die Genf-Reise rechnet Marianne Ejdersten mit einem «normalen Auto in einem Konvoi».

Wer den Papst sehen möchte, hat dazu Gelegenheit am Strassenrand: auf der Strecke zwischen Flughafen, dem ÖRK-Sitz und den Messehallen.

Der Papst-Besuch besteht aus mehr als einer abendlichen Messe. Der Papst wird im ÖRK eine Rede halten und ein ökumenisches Gebet feiern. Auch stehen Gespräche mit Bundespräsident Alain Berset und den Bundesräten Doris Leuthard und Ignazio Cassis an.

Geplant ist, dass der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch den Papst in Genf begleiten wird. Der frühere Bischof von Basel ist Ökumene-Minister im Vatikan und hat die Genf-Reise mit eingefädelt.

Koch hatte kürzlich einen Herzinfarkt, von dem er sich derzeit erholt. Doch der ÖRK rechnet damit, dass Koch bis zum 21. Juni wieder fit ist.

Kardinal Kurt Koch mit Hut.
Legende: Kardinal Kurt Koch ist Ökumene-Minister im Vatikan und hat die Genf-Reise von Papst Franziskus mit eingefädelt. Keystone

Der Besuch beim ÖRK zeigt Franziskus' Wertschätzung für die Ökumene. Die Beziehungen zu den reformierten Kirchen sind ihm ein grosses Anliegen. Auch vor Freikirchen hat er keine Berührungsängste. Der Argentinier weiss, wie erfolgreich etwa die Pfingstbewegungen sind.

Wichtiger Ort für Ökumene

Mit Genf besucht der Papst einen wichtigen Ort für die Ökumene. Anlass für die Reise ist das 70-jährige Bestehen des ÖRK in Genf. Bislang gab es hier nur zwei Papst-Besuche: 1969 kam Paul VI., 1984 Johannes Paul II.

Papst Johannes Paul II winkt von der Tür einer Swissair-Maschine.
Legende: Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in der Schweiz, 1984. Keystone

Der Papst auf dem «ökumenischen Pilgerweg»

Doch zum ersten Mal ist der ÖRK nicht nur ein Programmpunkt unter vielen, sondern der Grund für die Reise. Entsprechend gross ist die Freude beim ÖRK.

Der Papst-Besuch stehe unter dem Motto «Ökumenischer Pilgerweg: Gemeinsam unterwegs sein, beten und arbeiten», sagt ÖRK-Generalsekretär Olav Tveit. «Der Besuch ist eine starke Ermutigung für alle, die bereit sind, den Weg des Glaubens als Pilger fortzusetzen und nach Einheit, Gerechtigkeit und Frieden streben.»

Charles Morerod, der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, meint zum Zustand der Ökumene: «Wir sind in einer Phase des gegenseitigen Wohlwollens. Der Papst möchte nicht, dass wir uns auf unseren Lorbeeren ausruhen.» Bei aller Feststimmung wird es also auch Traktanden zu besprechen geben.

Sendung: Radio SRF 1, Nachrichten, 11.00 Uhr

3 Kommentare

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  • Kommentar von Sebastian Demlgruber (SeDem)
    Da werden sich die Reformierten und Lutheraner und anderen Protestanten aber freuen. Nachdem sich die katholische Kirche im Jagre 2000 in der Enzyklika Dominus Iesus als einzige wahre Kirche überhaupt erklärt hat und alle anderen zu minderwertigen „Teilkirchen“ oder nur „kirchlichen Gemeinschaften“, muss es ja als grosse Gnade erscheinen, dass sich Franziskus zu einem Kontakt mit diesen ungeliebten Konkurrenten um Gläubige herablässt.
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    1. Antwort von Daniel Barrer (Daniel Barrer)
      Ich teile diese ironische Meinung. Diese Kirche hat die Schmach der 2. Spaltung ihres "Reiches" durch die Reformation nicht "verdaut". Doch die Chancen auf eine Unterjochung der anderen Konfessionen sind dank dem "Charme-Papst" und der grösstenteils verloren gegangenen Bibelkenntnis in Europa so gross wie noch nie. Und das Werk des "trojanischen Pferdes" hat im Kreis der reformierten wie auch Freikirchen schon lange, leider erfolgreich, begonnen. Doch das wahre Reich Gottes ist nicht weltlich!
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  • Kommentar von Olivier Wetli ("nicht von dieser Welt")
    Der Besuch beim wahren Gott und Vater ist jederzeit möglichund kostete dich nichts, der Sohn Jesus Christus hat mit Seinem Blut, also mit Seinem Leben alles bezahlt. Dazu braucht man keinen Pomp und keinen bibelungläubigen Klerus sondern Verstand, Willen und eine Bibel. Der Weg geht nur im Glauben über den Sohn, nicht über Genf, niemals über Rom.
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