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Gesellschaft & Religion Wie 9/11 die Welt bis heute überschattet

Invasionen, Sicherheitskontrollen und Angstgefühle: 9/11 hat die Welt verändert. Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger, Autorin Michelle Steinbeck und Philosophie-Professor Francis Cheneval erinnern sich an den schicksalhaften 11. September vor 15 Jahren und wie sich die Welt daraufhin verändert hat.

Blick auf die Skyline von New York. Im Vordergrund ist die Freiheitsstatue zu sehen, die Gebäude dahinter sind in einer STaubwolke kaum zu sehen.
Legende: Nach den Anschlägen vor 15 Jahren bedeckte eine Staubwolke New York. Die Folgen der Ereignisse sind bis heute zu spüren. Reuters

  • 1. «Ohne 9/11 wäre die Minarett-Initiative nicht angenommen worden»

    Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger erinnert sich an den Schock, den die Bilder der Anschläge bei ihm ausgelöst haben. Er habe geahnt, dass ein Präsident wie George W. Bush auf die Anschläge mit Krieg antworten werde. Die heutige Flüchtlingssituation sei zum Teil eine Folge von Bushs und Blairs Invasion im Irak. Eine der grössten Folgen von 9/11 sei die Gleichsetzung von Islam und Islamismus, sagt Leuenberger.

  • 2. «Meine Mutter hat geweint und ich verstand nicht warum.»

    Die Autorin Michelle Steinbeck ging zum Zeitpunkt der Anschläge noch zur Schule. Sie wusste nicht, was die Twin Towers sind und verstand nicht, warum ein Ereignis in den USA ihre Eltern so schockierte. Damals schien ihr der Terror noch weit weg. Heute ertappt sie sich dabei, in alltäglichen Situationen plötzlich an die Möglichkeit eines Anschlags zu denken.

  • 3. «Wir haben die Tendenz, überzureagieren.»

    Francis Chenevals ist Professor für politische Philosophie. Nach den Anschlägen wurde er von seinen Studenten gebeten, an einer kleinen Demonstration teilzunehmen. Sie wollten die USA und andere Akteure ermahnen, nicht überzureagieren. Chenevals sagt, 9/11 hätte Stimmungsmache begünstigt. Diese Gefahr bestehe auch nach den Vorkommnissen in Nizza diesen Sommer wieder.

Sendung: Kultur kompakt, 9. September 2016, 17.08 Uhr

2 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann (ps)
    «Die Suppe wird nicht so heiss gegessen wie sie gekocht wird» Das war das Leitmotiv von CH-Verantortungstraegern in der "guten alten Zeit". Heutzutage ist das Gegenteil der Fall: Blender und Selbstdarseller nehmen jede Gelegenheit war um aus Einzelfaellen eine grosse Geschichte zu machen um damit (mit Hilfe ihrer Medien) ihr eigenes Sueppchen zu kochen. Stichwort Messerstecher Plakate, Minarett-Invasion etc etc
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  • Kommentar von Steve Rasmussen (rast)
    "Eine der grössten Folgen von 9/11 sei die Gleichsetzung von Islam und Islamismus, sagt Leuenberger." Ja, aber Achtung, wie man das interpretiert! Der IS existiert nicht, weil der Westen Islam mit Islamismus gleichsetzen würde, sondern weil er Islamismus mit Islam gleichsetzt. Obama als Erbe von Bush hat nicht verstanden, dass der Islamismus nicht die harmlose Religion ist, die er Islam nennt, sondern die Ideologie, die die Wolkenkratzer einstürzen liess. Bush verstand das wenigstens.
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