Mani Matter: «Värslischmied» mit vielen Talenten

Mani Matter war mehr als «dä, wo Liedli singt». Der 1973 verstorbene Berner Chansonnier war eine komplexe Persönlichkeit, ein ernster Denker, der sich mit Gott, aber auch der Welt auseinandersetzte. Sechs Sendungen, die einen anderen Mani Matter zeigen.

    • 1.
      Mani Matter, der Agnostiker

      «Er hatte die Kraft und den Willen, Dinge bis zum Ende durchzudenken», sagt Pfarrer Bernard Rothen. Auch mit der Religion beschäftigte sich Mani Matter. Er wollte gar «eine Verteidigung des Christentums» schreiben – das, obwohl er zeitlebens Agnostiker war. «Der unvergleiche Denker», so Rothen, war überzeugt: Eine bessere Gesellschaft kann man nur erreichen, wenn man sich klar wird, was das Christliche dazu beiträgt.

    • 2.
      Matter: der ernste Chansonnier

      Kurz vor seinem Tod wollte Matter nicht mehr der sein, der er war: der «Verslischmied» mit den lustigen Liedern. Er schrieb neue Liedtexte, die einen ernsten Chansonnier zeigen. Auch der Reim war weg. Denn «die Realität», so Matter-Biograf Wilfried Meichtry, «reimte sich nicht mehr für Mani Matter». Auf einer Tournee wollte der Berner sein neues Repertoire zeigen – doch er starb vorher.

      40 Jahre später vertonte der junge Chansonnier Lukas Gerber die bisher unveröffentlichten Lieder – und gab dem gesellschaftskritischen, engagierten Matter eine Stimme.

    • 3.
      Mani Matters Madrigalspiel
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      «Der Unfall»: Mani Matters unbekannte Seite

      5:30 min, aus Kulturplatz vom 12.8.2015

      «Da war ich. Da war die Strasse.» Kurz vor seinem Tod bei einem Überholmanöver auf der Autobahn schrieb Mani Matter ein Libretto auf Hochdeutsch – mit dem unheimlich prophetischen Titel «Der Unfall». Er und sein Freund, der Komponist Jürg Wyttenbach, hatten ein Madrigalspiel geplant. Bruchstückhaft, surreal, ad absurdum: Mani Matter konnte auch anders schreiben. Mehr als 40 Jahre nach seinem Tod setzte Wyttenbach das Libretto im Rahmen des Lucerne Festivals um.

    • 4.
      Mani Matter, der Lyriker

      Als Dichter, der eine unglaubliche Dichte transportiere, sieht Schriftsteller Klaus Merz Mani Matter. Er sei neben dem «Liedlimachers» auch ein bedeutender Lyriker mit Botschaft gewesen. Was er zu sagen hatte – auch noch heute: Eine Diskussion über das Gesamtkunstwerk Matter.

    • 5.
      Mani Matter, eine komplexe Persönlichkeit
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      «Mani Matter - Warum syt dir so truurig»

      54 min, aus Sternstunde Kunst vom 16.1.2002

      Der Troubadour aus Bern lebte zeitlebens in einem Spannungsfeld zwischen dem bürgerlichen und seinem Leben als Künstler. Mani Matter war nicht nur ein vielfach talentierten Künstler, sondern auch eine Persönlichkeit mit vielen Facetten. «Warum syt dir so truurig»: Eine filmische Annäherung an den Menschen und Künstler Matter.

    • 6.
      Mani Matters Minidramen

      Lustvolles Philosophieren statt lustige Lieder: In seinen Mini-Dramen lässt Mani Matter seine Figuren in Alltagssituationen über die grossen Fragen nachdenken. Im «Rumpelbuch», posthum erschienen, zeigen diese Theatertexte sein Können in einer anderen Form.