So tönt «Campari Soda» auf Portugiesisch

Patent Ochsner singen afrikanisch gefärbte Lieder, die Beatles spielen indische Sitar – Pop- und Rockstars bedienen sich gerne am Musikrepertoire fremder Kulturen. Umgekehrt gilt dasselbe. Was dabei herauskommt, wenn sich Musiker aus Brasilien, Jamaika oder Indien von Popsongs inspirieren lassen.

Sängerin Mariana Da Cruz lachend vor organem Hintergrund.

Bildlegende: Die Band Da Cruz (im Bild: Sängerin Mariana Da Cruz) liefert eine brasilianische Version von «Campari Soda». © DaCruz

    • Jolly Boys

      Amy Winehouse in Jamaika

      1955, als sich die Jolly Boys formierten, mag der Bandname noch zugetroffen haben. Mittlerweile hat sich das mit den Boys etwas verwachsen. Die Reggae-Künstler aus Jamaika sind heute um die 80 Jahre alt. Auf der Bühne stehen sie aber noch immer – und bewegen sich am Puls der Zeit. Das beweist ihr Reggae-Cover des Amy-Winehouse-Hits «Rehab».

      Rehab – The Jolly Boys

    • Vidya Iyver

      Michael Jackson in Indien

      So muss Fusion 2015 klingen: Der US-amerikanische Sänger Sam Tsui und die Bollywoodsängerin Vidya Iyver verweben die Tracks «Don't Stop 'Til You Get Enough» von Michael Jackson und den Bollywood-Song «Chaiyya Chaiyya» aus dem Soundtrack von «Slumdog Millionaire». Das Beste: die Klarinette! Die passt doch nicht in die Strassen Indiens, könnte man meinen. Oh doch, sie ist das i-Tüpfchen!

      Chaiyya Chaiyya/Don't Stop (YouTube)

    • Daniel Kahn

      Lili Marleen auf Yiddisch von Daniel Kahn

      «Lili Marleen» war das beliebteste Soldatenlied im Zweiten Weltkrieg. Das Radio spielte es rauf und runter – bis Joseph Goebbels es 1942 verbot, weil die Sängerin Lale Andersen jüdische Freunde hatte. Der jüdische Sänger Daniel Kahn singt das Lied in seinen Konzerten auf Jiddisch. Für ihn sei das «eine Art Vergeltung durch Übersetzung». Anders als im Original begleitet ihn nicht ein latenter Marschrhythmus, vielmehr dreht er an einer kleinen Musikdose.

      Daniel Kahn & The Painted Bird, Lili Marleen (Soundcloud)

    • Maria Gadu

      Jacques Brel in Brasilien

      Es muss nicht immer eine Übersetzung des Originaltextes sein. Die Brasilianerin Maria Gadú erhält dank ihres Covers von Jacques Brels «Ne me quitte pas» einen Plattenvertrag. Sie singt den Klassiker nicht auf Portugiesisch, sondern auf Französisch. Der Akzent macht ihre Version besonders charmant.

    • Campari Soda: Da Cruz

      Campari Soda in Brasilien

      «Ich nime no'n Campari Soda, wiit unter mer liit s'Wolkemeer» – die Stimme von Dominique Grandjean wackelt ein bisschen. Macht nichts – «Campari Soda» wurde trotzdem ein Klassiker unter den Schweizer Mundartliedern. Tonsicher hingegen ist das portugiesische Cover der brasilianischen Sängerin Da Cruz. Mit dem gemütlichen Bossa-Nova-Groove kommt Fernweh auf. Hübsches Detail: Im Original heisst es: «On your left you can see Malaga through the dust». In Da Cruz' Coverversion geht’s nicht über Malaga, sondern São Paulo.