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Bemannte Raumfahrt Zurück zum Mond: Ein kleiner Schritt, der wenig bringt?

In wenigen Jahren fliegen Menschen wieder zum Mond. Wissenschaftler sind sich uneinig, wie sinnvoll neue Mondflüge sind.

Astronaut auf der Monoberfläche
Legende: Präsident Trump will, dass die USA wieder zum Mond fliegt. Und auch China hat Pläne für eine bemannte Mission zum Mond. Getty Images

«Diesmal werden wir nicht nur unsere Flagge und unsere Fusstritte auf dem Mond hinterlassen», sagte Donald Trump im letzten Dezember, «diesmal, werden wir auch das Fundament schaffen für folgende Missionen – zum Mars und vielleicht eines Tages zu vielen weiteren Welten.»

Die USA wollen wieder Menschen auf den Mond bringen. Genau wie Russland und China. Nur: Was verspricht sich die Wissenschaft davon?

«Wissenschaftlich keinen Wert»

Das Urteil von Katrin Altwegg, der renommierten Weltraumwissenschaftlerin aus Bern, ist knallhart: «Wissenschaftlich hat das keinen Wert», sagt sie.

Menschen auf den Mond zu bringen sei teuer, umständlich und gefährlich. Mit Robotern lasse sich Forschung im Universum heute viel einfacher und günstiger machen.

Altwegg weiss, wovon sie spricht. Sie war beteiligt an der Rosetta-Mission der Europäischen Raumfahrtagentur ESA. Die Sonde Rosetta war weit über den Mars hinausgeflogen und hat dort den Kometen Tschuri erforscht – technisch und wissenschaftlich war das eine Meisterleistung.

Das einzige, was Altwegg aus wissenschaftlicher Sicht an einer Mond-Mission sinnvoll fände, wäre ein grosses Radioteleskop auf der Rückseite des Mondes.

Dort gibt es keine störenden Signale wie auf der Erde, keine Vibration, «und es liessen sich Langzeitmessungen machen, um zum Beispiel im Universum nach Wasser zu suchen», sagt sie.

«Wir müssen vieles wieder lernen»

Ganz anders sieht dies Martin Tajmar, von der Technischen Universität München. Als Direktor des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik hat er ein grosses Interesse an der Raumfahrt.

Eine Station auf dem Mond ist für ihn die Voraussetzung, um für weitere Missionen zu üben. «Das wäre eine Art Trockenübungen für eine Marsexpedition», sagt er.

Denn vieles müsse man erst mal wieder üben und ausprobieren. So muss etwa das Problem der kosmischen Strahlung gelöst werden.

Der Teilchenregen aus dem All ist in der Wirkung vergleichbar mit radioaktiver Strahlung. Je nach Stärke ist die Strahlung tödlich. Wenn man als Mensch mehr als ein paar Tage auf dem Mond verbringen will, muss man sich schützen – indem man sich eingräbt zum Beispiel.

Rakete am Boden
Legende: Die chinesische Sonde Chang'e 3 landete 2013 auf dem Mond. Nun will China auch Astronauten zum Mond fliegen. Reuters

Bergbau auf dem Mond

Raumfahrtexperte Tajmar sieht noch einen weiteren Grund, warum sich Mondmissionen lohnen würden: Man könnte von dort das seltene Edelgas Helium 3 zur Erde bringen.

Helium 3 braucht man für die Forschung mit extrem tiefen Temperaturen oder für medizinische Anwendungen. «Weil der Mond im Unterschied zur Erde kein Magnetfeld hat, prasselt das Helium auf die Mondoberfläche nieder und ist dort quasi im Mondstaub gefangen», sagt Tajmar.

In fünf bis zehn Jahren fliegen Menschen wieder auf den Mond.

Der Mond würde also zum Rohstofflager für die Erde. Für Katrin Altwegg ist auch das kein Grund für eine bemannte Mission. Bergbau auf dem Mond liesse sich günstiger mit Robotern bewerkstelligen als mit Menschen, sagt sie.

Wettstreit zwischen USA, China und Russland

Einig sind sich die beiden Weltraumexperten hingegen in der Einschätzung, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass wir bald wieder Menschen auf dem Mond sehen werden. Etwa in 5 bis 10 Jahren dürfte es so weit sein, schätzen sie.

China wird schon in diesem Jahr wieder einen Roboter auf den Mond bringen. Welche Nation aber den nächsten Menschen auf den Mond schicken wird – die USA, Russland oder China, bleibt vorderhand schwer abzuschätzen.

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