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Martina Mousson: «Die Stimmabsichten sind gefestigt»
Aus News-Clip vom 16.11.2021.
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2. SRG-Umfrage 61 Prozent: Covid-Gesetz weiterhin mit solider Mehrheit

  • Zwei Wochen vor den eidgenössischen Abstimmungen verfügt das Covid-Gesetz weiterhin über eine solide Mehrheit.
  • Gemäss der 2. SRG-Umfrage im Auftrag der SRG SSR würde das Gesetz mit 61 Prozent angenommen.
  • Die grosse Auffälligkeit bleibt weiterhin die starke parteipolitische Polarisierung: Auf linker Seite bis hin zur FDP ist die Zustimmung nochmals angestiegen, während bei SVP-nahen Wählern die Ablehnung angewachsen ist.

Wäre am 7. November abgestimmt worden, hätten 38 Prozent der Teilnahmewilligen gegen die Änderung des Covid-Gesetzes gestimmt. Im Vergleich zur ersten SRG-Umfrage vom 9. Oktober bleibt die Mehrheit auf einem soliden Niveau. Das Nein-Lager konnte lediglich um 2 Prozentpunkte zulegen.

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Martina Mousson über die stärksten Grössen für Stimmentscheid
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Die Kampagne der Gegnerschaft ist aktuell kaum zu übersehen. Viel Geld wurde in die Kampagne gesteckt. Wieso kann das Nein-Lager dennoch nicht zulegen? «Das hat mit der starken Vorbestimmung der Stimmabsichten zu tun. Bereits vor einem Monat waren diese eher gefestigt. Die Kritik geht nicht weiter als in die bekannten Gruppen», erklärt Martina Mousson, Projektleiterin des Forschungsinstitutes gfs.bern.

Breite Zustimmung von links bis rechts

Auffallend ist aber die starke parteipolitische Polarisierung: Vom linken politischen Pol bis hin zur FDP ist die Zustimmung zu den Änderungen am Covid-Gesetz solid und über den Abstimmungskampf angestiegen. Ganz anders bei SVP-affinen Teilnahmewilligen, wo die Ablehnung weiter angestiegen ist und sich nun dezidiert präsentiert.

Überraschend ist jedoch der Meinungswandel unter Parteiungebundenen. Sie sind neu mehrheitlich im Nein und somit dem gegnerischen Lager, bestehend aus SVP-nahen und regierungsmisstrauischen Teilnahmewilligen und solchen, die nicht gegen Corona geimpft sind, zuzurechnen.

Kritische Frauen

Der Impfstatus ist gemäss Mousson bei dieser Vorlage entscheidend: «Der Impfstatus ist diejenige Grösse, welche den Stimmentscheid am stärksten beeinflusst, unter Kontrolle aller anderen Grössen.»

Frauen sind dem Gesetz gegenüber kritischer als Männer, obwohl auch bei ihnen eine Mehrheit für die Änderungen sind. Während bei den Männern die Ablehnung leicht gesunken ist, steigt sie bei den Frauen von 29 Prozent auf 37 Prozent.

Auch bei den Jungen (18- bis 39-Jährige) steigt die Ablehnung an. Die Zustimmung fiel von 46 auf 43 Prozent im Vergleich zur letzten Umfrage, die Ablehnung stieg um 5 Prozentpunkte. Bei den über 65-Jährigen stieg die Zustimmung um satte 14 Prozentpunkte, die Ablehnung liegt nur noch bei klaren 17 Prozent.

Hohe Emotionalität

Auch argumentativ behält die Befürworterschaft die Oberhand, aber ihre Argumente haben leicht an Zustimmung eingebüsst, so gfs.bern. Stabile 62 Prozent fürchten grossen Schaden, wenn Direkthilfen für Unternehmen, Selbständige und Angestellte verworfen würden. Das Covid-Zertifikat erachten gesunkene 61 Prozent als richtigen Weg, für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität.

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Martina Mousson: «Ein Ja ist sehr viel wahrscheinlicher»
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Wenn die Gegnerschaft argumentiert, dass bestehende Gesetze ausreichen würden, um die Schweiz vor Covid-19 zu schützen, unterstützt dies, kaum verändert, die Hälfte der Befragten. Dass die Zertifikatspflicht eine Zweiklassengesellschaft schaffe, wird nach wie vor von einer Mehrheit verworfen.

Ganz ausgeschlossen werden kann eine Ablehnung der Änderungen am Covid-Gesetz am 28. November nicht. Dies aufgrund der Dynamik und der Emotionalität. «Stand heute ist ein Ja aber sehr viel wahrscheinlicher als ein Nein», so Martina Mousson.

Datenerhebung und Stichprobengrösse

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Datenerhebung und Stichprobengrösse

Die Umfrage ist im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 3. und 11. November 2021 durchgeführt worden. Insgesamt wurden die Antworten von 23’997 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt.

Telefonisch befragt wurden 1215 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt.

Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten. Der statistische Fehler beträgt ± 2.8 Prozentpunkte. Bei 1215 Befragten und einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.2 und 52.8 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Online-Befragung

Zusätzlich wurden mehrere Tausend Personen online befragt. Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 22’782 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden. Die Online-Befragung wurde über die Webportale der SRG-Medien realisiert als sogenanntes Opt-in (Mitmachbefragung).

Diese Online-Stichprobenzusammenstellung erfolgte nicht zufällig und die resultierende Stichprobe ist nicht repräsentativ. Es haben beispielsweise weniger ältere Personen als jüngere an der Online-Umfrage teilgenommen und mehr Männer als Frauen.

Deshalb hat das Institut gfs.bern die Antworten gewichtet: Den Verzerrungen in der Stichprobe wurde mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt und so die Repräsentativität optimiert.

Die Aufteilung der Befragten insgesamt auf die Sprachregionen ist wie folgt: 20’014 Personen in der Deutschschweiz, 3’374 in der Romandie und 609 in der italienischsprachigen Schweiz.

Wie wird gefragt?

Die befragten Stimmberechtigten hatten jeweils fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung: «bestimmt dafür», «eher dafür», «weiss nicht/keine Antwort», «bestimmt dagegen» und «eher dagegen».

Für eine vereinfachte Darstellung im Artikel wurden in den meisten Fällen die Antworten «bestimmt dafür» und «eher dafür» zusammengezählt – entsprechend wurde auch mit den Antworten «bestimmt dagegen» und «eher dagegen» verfahren.

Konkret wurde etwa gefragt: «Ganz unabhängig davon, wie sicher Sie sind, dass Sie an dieser Volksabstimmung teilnehmen werden: Wenn morgen schon über die Vorlage abgestimmt würde, wären Sie dann bestimmt dafür, eher dafür, eher dagegen oder bestimmt dagegen?»

Umfragen sind Momentaufnahmen

Das Forschungsinstitut gfs.bern hat zwei Umfragen zur Abstimmung vom 28. November 2021 durchgeführt. Die Autoren der Studie betonen, die Ergebnisse seien kein vorweg genommenes Abstimmungsergebnis, sondern eine Momentaufnahme zur Zeit der Befragung. Allerdings sind bei mindestens zwei Befragungen Aussagen über Trends möglich.

Detaillierte Informationen zur Befragungsart und den Interpretationen der Ergebnisse finden Sie auf der Website des Institutes gfs.bern.

Abstimmungsdossier

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Legende: SRF

News und Hintergrund zu den Abstimmungen und Wahlen vom 28. November 2021.

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SRG-Umfrage: Stabiles Ja zum Covid-Gesetz
Aus Tagesschau vom 17.11.2021.
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SRF 4 News, 17.11.2021, 06:00 Uhr

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