25 «Rebellen» verlassen Tsipras Syriza Partei

Wahrscheinlich hat der zurückgetretene griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras damit gerechnet: Dass diejenigen, die er mit Neuwahlen auf Kurs halten wollte, den Hut nehmen. 25 Abgeordnete des linken Syriza-Flügels bilden eine eigenständige Parlamentsgruppe. Die Karten sind neu gemischt.

Video «Wie weiter nach Tsipras' Rücktritt» abspielen

Wie weiter nach Tsipras' Rücktritt

3:38 min, aus Tagesschau vom 21.8.2015

Der Chef der Abtrünnigen-Gruppe wird der Anführer des bisherigen linken Flügels der Syriza-Partei sein – sein Name: Panagiotis Lafazanis. Der Name der neuen Fraktion wird Volkseinheit (LAE) lauten. Das teilte das griechische Parlamentspräsidium mit.

Panagiotis Lafazanis von oben fotografiert, wie er im griechischen Parlament hitzig debattiert.

Bildlegende: Genug debattiert. Panagiotis Lafazanis will demnächst auch seine eigene Partei gründen. Keystone

Die neue Fraktion von Lafazanis und seinen 24 getreuen Abgeordneten bildet damit die drittstärkste Kraft im Parlament – nach der Syriza Partei mit jetzt nur noch 124 Parlamentariern und der konservativen Nea Dimokratia (ND) mit 76 Abgeordneten. Und Lafazanis will Tsipras nicht nur mit einer eigenen Fraktion in die Quere kommen.

Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen der so genannten Rebellen erfuhr, wollen die abtrünnigen Abgeordneten rasch auch eine neue Linkspartei unter dem gleichen Namen (Volkseinheit) gründen.

Opposition ohne Koalitions-Chancen

Inzwischen hat der Chef der grössten Oppositionspartei Neue Demokratie, Evangelos Meimarakis, das Mandat für die Regierungsbildung erhalten. Dafür werde er am Freitag Präsident Prokopis Pavlopoulos treffen, teilte ein Vertreter seiner Partei mit. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament hat Meimarakis kaum Chancen, eine Koalition aufzustellen. Deswegen gelten Neuwahlen als wahrscheinlich, die auch Tsipras befürwortet.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Neuwahlen in Griechenland

    Aus Tagesschau vom 21.8.2015

    Regierungschef Alexis Tsipras ist zurückgetreten und hat den Weg freigemacht für Neuwahlen. Die Regierungspartei Syriza hat sich aufgesplittert, eine neue Fraktion entsteht daraus.