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International «Angriff an allen Fronten» auf Kobane

Am Montag erhielten die Kurden in der umkämpften Stadt Kobane Waffenlieferungen. Für die Kämpfer des sogenannten Islamischen Staates IS ist dies aber kein Grund aufzugeben. Sie verstärken ihre Reihen im Norden Syriens – und greifen erneut an.

Legende: Video Heftige Gefechte in Kobane abspielen. Laufzeit 00:17 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 21.10.2014.

Nach den US-Waffenlieferungen an die Kurden in Kobane hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ihre Reihen mit frischen Kämpfern verstärkt. Die Extremisten hätten «an allen Fronten angegriffen», meldete das syrische Beobachtungszentrum für Menschenrechte. Klar ist: Die Lage vor Ort ist unübersichtlich. Die Angaben der Beobachtungsstelle, die der syrischen Opposition nahe steht, sind schwer überprüfbar.

Offenbar lieferten sich die IS-Krieger neue und heftige Gefechte mit den kurdischen Verteidigern. Kobane wird bereits seit Wochen belagert. Die neuen Einheiten der radikalen Einheiten kamen aus den vom IS kontrollierten syrischen Städten Rakka und Dcharabalus.

Selbstmordattentate als Auslöser

Zwei verhinderte Selbstmordanschläge der Dschihadisten am Montagabend hätten die neuen Kämpfe ausgelöst. Die Information stammt von einer von der kurdischen Nachrichtenagentur Hawar veröffentlichten Mitteilung der kurdischen Volksschutzeinheit (YPG).

Bisher kamen noch keine kurdischen Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak in Kobane an – trotz einer türkischen Einreisegenehmigung. Die Türkei hatte den Kämpfern, die den bedrängten Kurden dort zu Hilfe eilen wollen, am Montag die Einreise in die Grenzstadt genehmigt.

Waffen lediglich transportiert

Der türkische Aussenminister Mevlüt Cavusoglu hatte aber zugleich jede direkte türkische Unterstützung für die syrisch-kurdische Partei PYD ausgeschlossen. Die in Kobane kämpfenden YPG sind die Miliz der PYD. Diese wiederum ist eng verbunden mit der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK.

In der Nacht zum Montag – rund fünf Wochen nach Beginn der Kämpfe – hatten US-Transportflugzeuge erstmals Waffen, Munition sowie medizinisches Material für die Verteidiger der nordsyrischen Stadt abgeworfen. Die Lieferungen stammen von kurdischen Stellen im Irak. Nach US-Angaben sind die Waffen lediglich transportiert worden.

US-Waffen für den Irak

Die USA wollen dem Irak zusätzliche Panzermunition und Ausrüstung im Wert von 600 Mio. Dollar liefern. Das Aussenministerium habe zugestimmt, der Kongress sei unterrichtet, erklärte das Pentagon. Die Lieferung diene der nationalen Sicherheit der USA: Ein Hinweis, dass das Material vor allem im Kampf gegen die Terrormiliz IS eingesetzt werden soll.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Nach neusten Berichten - auch von der Redaktion der "Einheit von nebenan", also dem "Blick" - sollen die IS-Truppen vor wenigen Stunden in Kobanê schon Giftgas eingesetzt haben, auch mit dem Risiko, bei drehendem Wind selber etwas abzubekommen. Makaber, aber wahr: Vor dem Aufstand gegen Assad und sogar bis vor wenigen Monaten war von den syrischen Kurden so gut wie nie die Rede, sie sind ja nicht so zahlreich wie die türkischen und irakischen. Und wie geht es heute den iranischen?
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Morgen entsendet die Peschmerga die ersten Truppen über die Türkei nach Kobane. Die Materialflüge der USA im Auftrag der Autonomiebehörde in Erbil werden fortgesetzt.
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Da Sie sich in dieser Szene ein bisschen besser auskennen als ich, muss ich Sie halt doch einmal fragen, warum Kobanê für die Kurden derart wichtig ist. Ganz zurückerobert werden kann sie nicht mehr - da müssen wir uns alle nichts vormachen -, aber ein ganzes Trümmerfeld nützt auch ihnen nichts. Manchmal kommen sie mir wie die Alamo-Kämpfer von 1833 vor: Niemals aufgeben, auch wenn wir alle sterben!! Wäre es nicht möglich, die Stadt aufzugeben, um sich anderswo neu zu formieren?
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @J. Stump: Kobane verhindert, dass die IS einen zusammenhängenden Landstreifen an der türk. Grenze von Höhe Aleppo bis ca. Ad Darbasiyah kontrolliert. Dann käme auch das Hauptsiedlungsgebiet der Jesidis im Sinjar-Gebirge wieder unter Druck. Dort sind die Peshmerga eben daran die letzten Kämpfer der IS zu eliminieren. Man kann sich schon fragen ob das Halten von Kobane sinnvoll ist oder nicht. Das Halten von Stalingrad u. Leningrad hat sich im 2. WK ebenfalls als richtig erwiesen.....
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    3. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @J. Stump: Anderswo können sich die Kämpfer von JPG/PKK nicht vormieren, da diese bei einem Grenzübertritt in die TK sofort verhaftet würden. Es ist tatsächlich ein wenig wie Alamo. Die Kurden werden sich mit dem Stillhalten aus Erbil anschicken in den 3 kurd. Kantonen im Nordosten Syriens ein eigenes Auntonomiegebiet, wie im Nordirak zu schaffen. TK resp. E. Erdogan wird schäumen....
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Auf Youtube findet sich ein Video, wie die von den Amerikanern abgeworfenen Waffen bei der IS landet. Daher die neuen Kräfte des IS. http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=yOuPX6z50EM
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    1. Antwort von Hans Berger, Bern
      E. Dreier, es gibt auch hier eine Blutige Nase wie für Putin in der Ukraine so auch für die IS hier
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      Ich verstehe nicht. Wer soll hier wovon eine blutige Nase holen oder geholt haben? Sprechen Sie mit mir. Was haben Sie auf dem Herzen? :D
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    3. Antwort von Peter Müller, 9000
      Das video ist nicht sehr aussagekräftig und kann nicht verifiziert werden.
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    4. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @E. Dreier: Das ist richtig, eine Pal. mit Handfeuerwaffen u. Munition gelangte in die Hände der IS. Aber nicht für lange. Die US-Luftwaffe hat diese Pal. sehr rasch danach zerstört und wurde von der JPG/PKK bestätigt.
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