Atomraketen-Test in der Arktis – Russlands «adäquate Antwort»?

Im Ukraine-Konflikt schweigen die Waffen. Derweil hat Russland nach eigenen Angaben eine neue Atomrakete getestet. Russland sehe sich aufgrund «gezielter Provokationen» gezwungen, seine Sicherheit zu erhöhen, sagte Präsident Wladimir Putin.

Wladimir Putin bei einer Ansprache während seines Mongolei-Besuchs

Bildlegende: Wladimir Putin sieht sich genötigt, auf die «Bedrohung» durch den Westen zu reagieren. Reuters

In der Ostukraine herrscht seit dem Wochenende eine fragile Waffenruhe – derweil lassen die Nato mit Militarmanövern im Schwarzen Meer und nun auch Russland die Muskeln spielen. So testete das russische Militär nach eigenen Angaben erfolgreich eine Atomrakete. Diese soll das Kernstück des russischen Atomwaffen-Arsenals über die nächsten zehn Jahre sein.

Weitere Tests geplant

Das Atom-U-Boot «Wladimir Monomach» habe die Rakete vom Typ Bulawa aus dem arktischen Weissen Meer abgefeuert, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit.

Die seegestützte Rakete sei wie geplant auf dem rund 6000 Kilometer entfernten Versuchsgelände Kura auf der Halbinsel Kamtschatka im ostasiatischen Teil Russlands zerschellt. «Der Test war erfolgreich», sagte Ministeriumssprecher Generalmajor Igor Konaschenkow.

Russland hat die Bulawa bereits mehreren Tests unterzogen. Einige davon gingen schief und warfen das Projekt zurück. Zwei weitere Tests sollen im Oktober und November folgen.

Putin: Russland zu Reaktion genötigt

Kremlchef Wladimir Putin hat eine «adäquate Antwort» auf die von der Nato beschlossene Truppenverstärkung in Osteuropa angekündigt. «Wegen dieser neuen Bedrohungen ist Russland gezwungen, seine Sicherheit zu erhöhen», sagte er Interfax zufolge in Moskau.

Russland werde sich zwar nicht an einem Wettrüsten beteiligen. «Aber die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion», meinte Putin.

Er wünsche sich zwar eine enge Partnerschaft mit dem Westen. «Allerdings müssen wir die vorhandenen Risiken berücksichtigen», sagte Russlands Präsident. Er warf der Nato vor, den Ukraine-Konflikt zur «Wiederbelebung» des Bündnisses zu nutzen. «Die Krise wurde von einigen unserer Partner gezielt provoziert», sagte er. Bis Ende des Jahres werde Russlands neue Militärdoktrin fertig sein.

Putin überwacht Rüstung

Per Dekret hat sich Putin selbst zum Vorsitzenden einer neuen Kommission ernannt, die für die Kontrolle der russischen Rüstungsindustrie zuständig sein soll. Damit verschärfte er die Aufsicht über die Branche. Moskau bemüht sich seit den EU/US-Sanktionen um eine geringere Abhängigkeit von Rüstungsimporten aus dem Ausland.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Waffenruhe in der Ukraine hält an

    Aus Tagesschau vom 9.9.2014

    Die Feuerpause ist ein Punkt von zwölf, welche am vergangenen Freitag im weissrussischen Minsk zwischen Russland und der Ukraine vereinbart wurden. Unter anderem müsse jetzt aber auch der Status der Südost-Ukraine diskutiert werden, fordert Moskau.