Autor Abdel-Samad nach «Fatwa» untergetaucht – Verlag schockiert

Der deutsch-ägyptische Autor Hamed Abdel-Samad ist nach der «Fatwa» gegen ihn abgetaucht. Islamisten rufen zu seiner Ermordung auf.

Abdel-Samad, der 1972 in Ägypten als Sohn eines Imams geboren wurde, wurde neben seinen Büchern durch die TV-Serie «Entweder Broder - Die Deutschland-Safari» bekannt.

«Kritische Aufklärung»

Nach einem Vortrag in Kairo hatten Assem Abdel Maged, Mitglied der ägyptischen Gruppe Al-Gamaa Al-Islamija, und der Salafist Mahmud Schaaban den Autor in einer TV-Sendung zum «Ungläubigen» erklärt. Zahlreiche Internetseiten der Salafisten und Muslimbrüder zeigten das Bild des Autors mit der Überschrift «Wanted Dead!».

Abdel-Samad, der sich in Büchern mit dem Islam auseinandersetzt, hatte erklärt, die Eroberung der Stadt Mekka durch die Anhänger Mohammeds habe die Saat gelegt, aus der der «religiöse Faschismus» entstanden sei.

Sein Verlag zeigt sich schockiert über die Morddrohung und sagte dem Autor Unterstützung zu. «Wenn es eines braucht, dann kritische Aufklärung. Für die steht Abdel-Samad, und für die wird er nun bedroht.»

«Reaktion erwartet»

Abdel-Samad glaubt, dass die Kampagne dem Umfeld des ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi entspringt. «Ich finde es unhaltbar, dass Mursi es nicht verurteilt, wenn im Fernsehen zum Mord aufgerufen wird. Als Deutscher erwarte ich von Angela Merkel, dass sie den Aufruf kritisiert.»

Abdel-Samad am Schweizer Fernsehen