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International Bergungsarbeiten in der Türkei sind zu Ende

Die Rettungskräfte haben die Bergungsarbeiten im türkischen Soma am Samstag beendet. Die Regierung hat die Zahl der Toten mit 301 beziffert. Erneut kam es zu Strassenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei.

Legende: Video Anhaltende Proteste in der Türkei abspielen. Laufzeit 1:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.05.2014.

Die türkische Regierung hat die Bergungsarbeiten im Bergwerk in Soma für beendet erklärt. Insgesamt hat das Grubenunglück 301 Menschen das Leben gekostet. 485 Kumpel haben die Katastrophe vom Dienstag überlebt, teilte die Regierung mit. «Es gibt keine Vermissten mehr», sagte Energieminister Taner Yildiz.

Die Suche nach Überlebenden sei «ein Rennen gegen die Zeit gewesen», erklärte Yildiz. Der Energieminister sagte den Angehörigen der Opfer Hilfe zu. Die Ursache des Unglücks werde weiterhin untersucht. Sowohl die Regierung wie auch die Betreibergesellschaft weisen dabei jegliche Schuld von sich.

Das Grubenunglück ist das schwerste in der Geschichte der Türkei und das schlimmste weltweit seit 40 Jahren.

Bergungsarbeiten in Soma.
Legende: Noch werden drei Bergleute vermisst, 299 konnten bisher geborgen werden. Reuters

Wut in der Bevölkerung wächst

Kollegen der Opfer und Familienangehörige geben den Behörden und der Regierung in Ankara eine Mitschuld am Unglück. Sie werfen ihnen vor, die Gewinne der Bergwerks-Betreiber über die Sicherheit der Beschäftigten zu stellen. Mehrere Gewerkschaften haben in den vergangenen Tagen zu Streiks aufgerufen, um auf die Arbeitsbedingungen der Bergleute aufmerksam zu machen.

Forderungen nach dem Rücktritt der Regierung werden lauter. Seit Dienstag kam es immer wieder zu Protesten. Die Polizei ging dabei wenig zimperlich mit den Demonstranten um. Am Freitag und auch am Samstag setzte sie im sonst regierungsfreundlichen Soma Wasserwerfe und Tränengas ein. Am Samstag verhängten die Behörden ein Demonstrationsverbot und die Polizei errichtete Checkpoints an den Zufahrtsstrassen.

Laut Berichten von Augenzeugen wurden mehrere Menschen verhaftet. Laut Berichten von türkischen Medien wurden auch mehrere Anwälte in Gewahrsam genommen, welche die Familien der Opfer beraten wollten.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Vermutlich werden in diesen"Urtiefen"noch etliche Menschen mehr"rumliegen"als die kolportierten 100"Arbeitstiere".Möglicherweise sind es Ausländer oder Menschen aus der Türkey deren Angehörige sich nicht trauen"aufzumucksen"weil sie sonst von den"Brötchengebern",denen sie ihre Söhne"verkauft"haben an Leib und Gut bedroht würden."Du sollst dich nicht vor den Bösen fürchten,sondern vor jenen die es zulassen.""Seid fruchtbar und mehret euch!"Egal wie es der"Ware"danach geht.Liebe ist Verantwortung.
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    1. Antwort von N. Hayoz, Bern
      Wieviel ist der Mensch noch wert? Die Macht und der Kapitalismus regiert die Welt. Stimmt mich sehr traurig!
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    2. Antwort von A.Käser, Zürich
      N.Hayoz/Und mich wütend.Denn die Seele eines einzigen Menschen ist mehr Wert als der ganze Planet Erde.Unser Ziel sollte sein,der eigenen und allen anderen Seelen dabei behilflich zu sein,Liebe zu erkennen und zur Liebe zu werden.Damit dies gelingen kann sollten wir darauf achten,welche Bedingungen wir hierzu erschaffen.Unmenschlichkeit,Ausbeutung,Hunger und Elend, sind vermutlich nicht die besten Voraussetzungen dazu.
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