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International Briten setzen wieder auf Atomkraft

Seit der Nuklear-Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 sind in der Europäischen Union keine Atomkraftwerke mehr gebaut worden. In Grossbritannien wagt man sich nun an ein neues Projekt.

Hinkley Point
Legende: 21 Milliarden Euro kostet das Projekt Hinkley Point. Reuters

Grossbritannien hat grünes Licht für den ersten Atomkraftwerks-Bau in der Europäischen Union (EU) seit der Katastrophe von Fukushima gegeben. Nach monatelangem Gezerre genehmigte die Londoner Regierung am Donnerstag das umgerechnet gut 21 Milliarden Euro teure Projekt Hinkley Point, das der französische Versorger EDF zusammen mit dem chinesischen Staatskonzern China General Nuclear Power im Südwesten Grossbritanniens realisieren will.

Bedenken wegen Chinesen vom Tisch

Premierministerin Theresa May hatte Hinkley Point im Juli in letzter Minute gestoppt und Bedenken gegen die chinesische Beteiligung angeführt. Nun hat sich Grossbritannien weitgehende Rechte ausgehandelt, um einen Verkauf der EDF-Kontrollmehrheit verhindern zu können.

EDF begrüsste die Entscheidung der britischen Regierung für Hinkley Point. Ein Berater des französischen Präsidenten François Hollande sagte, die britische Regierungschefin May habe Hollande persönlich am Telefon ihre Unterstützung zugesichert.

Das Vorgehen der ehemaligen Innenministerin hatte Zweifel an ihrer Investitionspolitik vor allem gegenüber der Volksrepublik ausgelöst. Der chinesische Atomkonzern zeigte sich erfreut über die Genehmigung aus London. Aus der Volksrepublik fliessen acht Milliarden Dollar in das Projekt.

42 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Noch ist es nicht so weit. Das AKW wurde ja in der EU-Zeit geplant. Ich glaube nicht, dass GB als verantwortungsvollster europäischer Staat, ein solches Projekt ausführen will, und das auch noch zusammen mit China. Da setze ich einige Fragezeichen????
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  • Kommentar von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
    Sie sollten mal den Fokus auf etwas ganz anderes legen: China baut das AKW. China kauft europäische Grossunternehmen auf... Die alten AKW's bauten entweder die Anerikaner (in CH) oder Franzosen auf... Vielleicht sollte das mal gewissen Leuten die Augen öffnen wo Europa heutzutage in der Weltpolitik steht... Das das Amerikanische Zeitalter zu Ende geht zeichnet sich langsam ab... (Wer Technologie hat, herrscht...)
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Well well, Herr Heck, so ist das nicht ganz. Die französische EDF und die chinesische CGN finanzieren und betreiben das Kraftwerk. Der EPR (patentierter Druckwasser-) Reaktor stammt vom französischen Areva Konzern, die Turbinen kommen vom US-Konzern General Electric (mit grosser Wahrscheinlichkeit sogar aus Schweizer Produktion....). Selbstverständlich schneiden sich die Chinesen ein Stück vom Technologiekuchen ab...
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    2. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Wenn die Briten bereit sind 145 Mrd Pfund für ein Kraftwerk hinzublättern, welches nicht einmal 4% des Deutschen Strombedarfs decken kann, steigen die Chinesen mit ihren riesigen Devisenreserven selbstverständlich gerne ein. Zumal sie damit tatsächlich auch noch eigene Komponenten exportieren können und wer weiss vielleicht finden sie so noch einen anderen korrupten Kunden in Europa... Die grössten Dampfturbinen werden übrigens bei Alstom bzw. GE in Frankreich und nicht bei uns produziert.
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    3. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Schmid: Erstens sind Ihre Phantasiezahlen Humbug. Zweitens haben Sie noch nicht begriffen, um was es geht. Drittens geht es den Chinesen um Knowhow-Transfer (China dürfte in den nächsten Jahren massiv in die Kernkraft investieren, da Ihr Lieblingskind Herr Schmid, die Windenergie entweder Kernenergie oder Kohle braucht.....)
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    4. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Die Anfangsvergütung für dieses AKW ist 92.5 £/MWh. Bei einer Inflationsrate von 2%, einer Bauzeit von 10 Jahren, einem Ausnutzungsgrad von 90% und einer Vergütungsdauer von 35 Jahren resultieren insgesamt 145 £ Mrd an Gesamtvergütung. Das ist eine mathematische Tatsache. Während China in diesem Jahr die Wind- und Solarkraftleistung von über 50 AKW Gösgen installiert, hat es erst einen einzigen AKW Neubau initiiert. Bereits 2012 ist in China die Atom- von der Windenergie überholt worden.
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  • Kommentar von F. Spälti (spf)
    Bravo England! Die Vernunft hat gesiegt. Wer sichere, bezahlbare und stabile Energie will, kommt an der Kernkraft nicht vorbei. Die ganze Angstmacherei ist einfach nur niederträchtig.
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    1. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Diese Energie ist offensichtlich kaum bezahlbar, angesichts der Tatsache, dass sie pro erzeugte kWh stärker als alles andere subventioniert werden muss, selbst wenn die Rückbau-, Endlager- und Restrisikokosten als gratis angenommen werden. Kommt dazu dass die Reservekapazitätskosten bei einem solchen grossen AKW wesentlich höher sind, als bei einer Wind- oder Solarfarm, da bei einem Reaktor-Ausfall jeweils eine viel grössere Leistung in wesentlich kürzerer Zeit ersetzt werden muss.
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    2. Antwort von Ch. Helfenstein (Ch. Helfenstein)
      F. Spälti; Aufgrund Ihres Kommentars, gehe ich davon aus, dass Sie die Lösung für die Brennstäbe haben. Wie die Verstrahlung in Max. 25 Jahren abgebaut werden kann und wie/ wo diese während 25 Jahren ohne Probleme gelagert werden können.Es wäre nett, Sie würden dies den entsprechenden Behörden mitteilen. Alles andere, als 25 Jahre,ist schlicht Verantwortungslos. Kein Strom ist besser als Atomstrom.
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    3. Antwort von M. Marti (M.M.)
      @F.Spälti: das haben Sie doch sicher ironisch gemeint? Das kann nur ironisch gemeint sein!...
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