Zum Inhalt springen

International Burkhalter will mehr Russen in seiner Friedensmission

Das Gespräch mit dem russischen Präsidenten Putin bezeichnete Bundespräsident und OSZE-Vorsitzender Burkhalter nach dem Treffen in Wien als positiv. Für Burkhalter ist klar: Die OSZE braucht mehr Personal. Er wünscht sich vor allem mehr Russen.

Legende: Video Burkhalter trifft Putin abspielen. Laufzeit 1:25 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 24.06.2014.

Bundespräsident Didier Burkhalter hat als derzeitiger Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Dienstagabend in Wien Russlands Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Burkhalter sprach nach dem Treffen zur Ostukraine von einer «Unterstützung des Friedensplans als Ganzes». Er bezeichnete das Gespräch als positiv, Russland wolle sich an der Konfliktlösung beteiligen. Ziel müsse nach der Waffenruhe ein Waffenstillstand sein.

Nicht alle wollen einen Waffenstillstand

Die Waffenruhe setze einen Anfang für einen politischen Dialog. Auch Putin habe in dem einstündigen Gespräch betont, dass eine Waffenruhe allein noch nicht die Lösung sei. Putin habe aber gesagt, er habe keine Möglichkeit, alles selbst in der Region zu entscheiden.

Didier Burkhalter und Vladimir Putin.
Legende: OSZE-Vorsitzender Didier Burkhalter (links) trifft in Wien den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Keystone

Burkhalter erklärte, es sei nicht alles «schwarz und weiss» in der Ukraine-Krise. Es gebe auch einige Parteien, die einen Waffenstillstand nicht unbedingt wollen. «Es gibt viele Spannungen und Gefühle aller Akteure», sagte Burkhalter. Alle Hauptakteure inklusive Russland könnten Teil der Lösung sein.

Mehr Russen in der OSZE?

Die Modalitäten für ein Monitoring der Waffenruhe müssten noch geklärt werden. Dazu benötige die OSZE mehr Personal. Für diese Verstärkung der Mission wäre es laut Burkhalter gut, wenn darunter auch mehr Russen wären. Es sei wichtig, dass die Mission respektiert werde, bezog sich Burkhalter auf separatistische Kräfte, die OSZE-Mitarbeiter seit Wochen in Geiselhaft halten.

Die Geisel-Affäre sei aktuell «sehr problematisch». Putin habe ihm versichert, er wolle tun, was er könne, um die acht Männer freizubekommen. Zwei OSZE-Teams werden seit rund einem Monat in der Ostukraine festgehalten.

Krim kein Thema

Die von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim war nach Angaben Burkhalters bei dem heutigen Gespräch zur Ostukraine kein Thema. An dem Gespräch habe auch der russische Aussenminister Sergej Lawrow teilgenommen, es sei jedoch zu keinem trilateralen Treffen mit dem ukrainischen Aussenminister Pawlo Klimkin gekommen.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Die Krim war keine Annektion, sondern eine friedenserhaltende Massnahme. Und wenn Russland (die Amis haben die Präsenz nicht) ganz Ukraine gesichert hätte, hätte man einen Krieg in Europa verhindert. Der Westen hat nichts damit erreicht, Russland anzufeinden. Gut das da Burkhalter einen längst notwendigen Schritt vorwärts macht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Roger Stahn, Fraubrunnen
    "Burkhalter erklärte, es sei nicht alles «schwarz und weiss» in der Ukraine-Krise." Das ist nun eine sehr erfreuliche Einsicht auf politischer Bühne und ist der richtige Ansatz, um konstruktiv vorwärts zu kommen. Auch das mit einbeziehen von mehr Russen in der OSZE, ist der richtige Weg. PS. Die Krim hat sich durch ein Referendum an Russland angeschlossen und wurde somit nicht annektiert. Dieser Akt verstösst gegen die ukrainische Verfassung, nicht aber gegen das Völkerrecht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beat Schärer, Engadin
    Die Schafherde durch Wölfe gegen Wölfe schützen lassen. So ein typisch schweizerischer Lösungsvorschlag. Bravo Herr Bundespräsident.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Nein, die Schafherde mit halt auch schwarzen Schafen durch Hütehunde vor Wölfen schützen. Aber die Wölfe kommen jetzt vom Westen her & nicht mehr nur aus Sibirien! Oder ist es eher eine Kracke, die sich mit ihren langen Armen alles greift & einverleibt was möglich ist? Putin ist eher ein schlauer Fuchs, als denn ein Wolf! Deshalb das Gezerre um die Krim ans Lied erinnert: "Fuchs du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her, sonst muss ich den Jäger holen mit dem Schiess-Gewehr!" Hat was, oder?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen