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International David Cameron, der umstrittene Sieger

Die Schotten sagen Nein zur Unabhängigkeit. Die britische Regierung ist erleichtert. Trotz Sieg: Der britische Premier David Cameron steht in der Kritik.

Legende: Video Erleichterung bei Cameron abspielen. Laufzeit 4:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 19.09.2014.

Die konservative Regierung von Grossbritannien ist und bleibt in Schottland nicht besonders beliebt – allen voran der Premierminister David Cameron. Kaum ist die Entscheidung klar, muss er verbale Schläge einstecken.

«Er hat sich lange aus der Debatte rausgehalten. Erst als die Prognosen sehr knapp wurden, hat er gemerkt: Als Premierminister des Vereinigten Königreichs muss ich nun etwas sagen», fasst der deutschsprachige BBC-Redaktor Thomas Bäcker die Stimmung zusammen.

Es sei vor allem der Sieg des schottischen Ex-Premiers Gordon Brown. Dieser habe sich mit Leidenschaft für den Zusammenhalt eingesetzt, sagt Bäcker zu Radio SRF. Als der Verbleib seiner Heimat im Vereinigten Königreich in Gefahr geriet, trommelte der 63-jährige Labour-Veteran in gefeierten Reden für die Union. Browns Einsatz kommt ausgerechnet auch seinem einstigen Widersacher Cameron von den konservativen Tories zugute. Selbstverständlich war Browns öffentliches und leidenschaftliches Engagement nicht. Denn das Rampenlicht mochte der bullige Politiker mit der dunklen Haarpracht noch nie. Brown ist vielen Briten bis heute als mitunter mürrischer oder gar aufbrausender Zeitgenosse in Erinnerung.

Grossbritanniens Premierminister David Cameron verteidigte seine umstrittenen Entscheidungen im Vorfeld des Schottland-Referendums in einer ersten Reaktion an der Downing Street 10.

«Wir hätten versuchen können, das Referendum zu verhindern», sagte er an der Downing Street in London. «Aber es wäre nicht richtig gewesen, sich wegzuducken.» Dies wird ihm jedoch gerade nun vorgeworfen.

Auch die nächsten Hürden sind für Cameron schon in Sichtweite. Denn seine Vorschläge für mehr Autonomie Schottlands könnten auch bei den anderen Regionen Grossbritanniens Begehrlichkeiten wecken.

8 Kommentare

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  • Kommentar von M. Wyrsch, Luzern
    Die Schotten haben nach meiner Meinung einen klugen Entscheid gefällt. Von Wahlbetrug zu schreiben, ist nicht nur ein Blödsinn, sondern auch eine Beleidigung gegenüber der Bevölkerung, insbesondere der Wahlbehörde. Die Ablehnung des Referendums ist nicht ein Sieg der EU, respektive der Eurobefürworter, wie fälschlicherweise behauptet wird. Befürworter wie auch Gegner wollen in der EU bleiben. Die schottische Agrarwirtschaft, z.B. der Kleinbauer, profitiert von den EU-Subventionen.
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  • Kommentar von Albert Planta, Chur
    Ich finde nichts Verwerfliches, wenn die Mehrheit der Schotten bei GB bleiben wollen. Es ist hier genau so ein Blödsinn von einem Wahlbetrug zu sprechen wie bei der Krim-Abstimmung. Was zusammengehört soll zusammenbleiben oder wieder zusammenwachsen.
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  • Kommentar von B.Knie, Zürich
    Ich bin mir Sicher, dass die Eurobefürworter nicht gewonnen haben. Das war ein reiner Wahlbetrug.. Die EU muss nicht abwertend über Russland reden, wenn sie selber Straftäter sind, weil Betrug bleibt Betrug. Ich würde gerne die wahren Ergebnisse sehen. Die EU ist ein richtiger Maviosystaat geworden. Die EU ist schon lange kein Staatenbund mehr sondern ein Bundesstaat ( moderner Dikatatorenstaat ), der genau das gleiche Bild abwirft wie frühere Diktaturen. Hungersnot und Sklaverei sind schon da.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @B. Knie: Ich bin davon überzeugt, auch auf Grund der brit./schott. Mentalität, dass die Abstimmung korrekt und sauber war.
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    2. Antwort von P. Bencze, Neuenhof
      Sehr geehrter Herr Knie, ich finde Ihren Kommentar bedenklich und er macht mich traurig... Die EU mit einer Diktatur gleichzusetzen, absolut unbegründete Betrugsvorwürfe im Stile einer Verschwörungstheorie hinzuschmettern und dann noch Hungersnot und Sklaverei (welche Hungersnot bitte? und wo Sklaverei?) hinzufügen und fertig ist das Rezept für Hass... sind nicht vielleicht Sie vielmehr Opfer einer diffusen Propaganda geworden? Ich kann mich dieses Eindruckes nicht erwehren...
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    3. Antwort von P. Bencze, Neuenhof
      p.s. im Übrigen weiss ich gar nicht, wieso die EU überhaupt ein Thema ist?! Meines Wissens hätte Schottland im Falle eines Ja überhaupt erst 'wieder beitreten müssen' - fraglich, ob das ohne Nebengeräusche abgelaufen wäre (Stichworte: Katalanien, Flandern, Korsika etc) ...und die Tories als EU-Befürworter hinzustellen, ist - mit Verlaub - gemessen am Stand heute zumindest sehr fragwürdig...
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    4. Antwort von Wolfgang Blum, Basel
      David Cameron, der umstrittene Sieger. Wie treffend formuliert! Ich weiss gar nicht worüber man sich hier streitet. Gibt doch mittlerweile genug Video-Material auf im web wo der Wahlbetrug eindeutig dokumentiert ist. Ich hoffe die Schotten wehren sich dagegen. Demokratie in der EU ... dass ich nicht lache!
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    5. Antwort von andreas furrer, prilly
      @ wolfgang blum: sie meinen die vidiosy von b.knie?
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