Die AfD macht aus ihrem Triumvirat eine Parteispitze

Die Alternative für Deutschland (AfD) strafft ihre Führungsstruktur. Die Mitglieder stimmten beim Bundesparteitag in Bremen mit grosser Mehrheit dafür, einen Vorsitzenden anstelle der bisherigen drei gleichberechtigten Sprecher zu wählen. Dies stärkt die Position von Parteigründer Bernd Lucke.

Video «Machtkampf in der AfD am Bundesparteitag» abspielen

Machtkampf in der AfD am Bundesparteitag

2:02 min, aus Tagesschau vom 31.1.2015

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat ab Dezember nur noch einen Vorsitzenden – voraussichtlich Bernd Lucke. Der Bundesparteitag der rechtskonservativen Partei beschloss in Bremen nach stundenlangen hitzigen Debatten eine Straffung der Führungsstruktur der AfD, die derzeit noch eine Dreierspitze hat. Vor den beiden Tagungsorten in Bremen demonstrierten Tausende gegen die eurokritische Partei.


AfD für Führungsreform

3:25 min, aus Echo der Zeit vom 31.01.2015

Die AfD-Mitglieder stimmten mit grosser Mehrheit dafür, dass der Bundesvorstand ab April statt jetzt drei nur noch zwei Vorsitzende haben soll. Im Dezember wird dann einer von ihnen Stellvertreter und einer Parteivorsitzender.

«Wir sind kein Kegelclub»

Lucke, der gute Chancen hat, den Posten des Parteivorsitzenden zu besetzen, riss nach der Abstimmung jubelnd die Arme hoch. Zuvor hatten ihm einige Mitglieder vorgeworfen, er wolle sich zum «Alleinherrscher» der Partei aufschwingen, die aus einem liberalen und einem rechtsnationalen Flügel besteht.

Lucke hatte eindringlich für den alleinigen Parteivorsitz geworben. Er sagte vor den mehr als 1700 Anhängern, die Partei müsse professioneller geführt werden. «Wir sind kein Kegelclub oder Kaninchenzüchterverein». Der Bundesvorstand der jungen Partei habe bisher aufgrund der komplizierten Führungsstruktur «stümperhaft» gearbeitet.

Video «SRF-Korrespondent Adrian Arnold zum AfD-Parteitag» abspielen

SRF-Korrespondent Adrian Arnold zum AfD-Parteitag

1:46 min, aus Tagesschau vom 31.1.2015

Neues Parteiprogramm erst im November

Die bisherige Co-Vorsitzende Frauke Petry aus Sachsen, die im April wahrscheinlich für den Posten der Nummer zwei kandidieren will, warnte dagegen davor, die Partei in ein «schlankes, effizientes Unternehmen» zu verwandeln und dabei basisdemokratische Aspekte zu vernachlässigen.

Über das Parteiprogramm wird erst Ende November abgestimmt. Neben der Kritik an der Euro-Rettung hatte die AfD zuletzt mit kritischen Äusserungen über schlecht integrierte Zuwanderer von sich reden gemacht. Beobachter konstatierten einen Rechtsruck, was von der AfD-Spitze jedoch bestritten wird.