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International Die nächsten Akte im Griechenland-Showdown

Gelingt bei den Gesprächen heute in Brüssel keine Einigung, steht Griechenland unmittelbar vor der Staatspleite. Noch besteht jedoch Hoffnung, dieses Szenario abzuwenden. In jedem Fall geht der dramatische Showdown in den kommenden Tagen Schlag auf Schlag weiter.

Legende: Video Weitere Gesprächsrunde in der Griechenland-Krise abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 24.06.2015.

Mittwoch, 24. Juni; Brüssel

Regierungschef Alexis Tsipras trifft EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, IWF-Chefin Christine Lagarde, EZB-Präsident Mario Draghi, Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und den Chef des Euro-Rettungsschirms, Klaus Regling.

Sollten sich Tsipras und die Geldgeber einigen, wird der Ball um 19.00 Uhr auf die andere Strassenseite des EU-Kommissionsgebäudes gespielt. Denn dann kommen die Euro-Finanzminister in einem Nebengebäude des EU-Rates zu einer Sondersitzung zusammen. Falls es eine Einigung zwischen den Institutionen und Griechenland gibt, könnte die Eurogruppe grünes Licht für die Auszahlung von Hilfsgeldern geben.

Dies wäre wohl mit einer Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms verbunden, denn Dijsselbloem hat bereits deutlich gemacht, dass
eine Auszahlung der vollen Summe von 7,2 Milliarden Euro vor dem 30. Juni «undenkbar» ist. Scheitern die Verhandlungen mit Griechenland, könnte die Eurogruppe indes erörtern, wie sich der Rest der Währungsunion auf einen Finanzkollaps in Athen vorbereiten soll.

Donnerstag, 25. Juni; Brüssel

Die Staats- und Regierungschefs treffen sich am Nachmittag zu ihrem regulären, zweitägigen Gipfel im Hauptgebäude des EU-Rates. Sie könnten einer Einigung ihren Segen geben. Falls es noch keine Einigung gibt, würden sich
Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Hollande womöglich erneut mit Tsipras beraten. Merkel hat allerdings bereits mehrfach betont, dass es auf dieser höchsten politischen Ebene keine Verhandlungen über Details geben soll.

Kommende Tage; Brüssel/Athen/Frankfurt

Bei einer Einigung dürften die Debatten zwischen den politischen Kräften in Athen an Schärfe gewinnen, ob die Auflagen der Geldgeber akzeptabel sind. Kommt bis am Donnerstag keine Vereinbarung zustande, würde es um das
Wochenende herum womöglich weitere Krisentreffen und Eurogruppen-Sitzungen geben, um entweder einen Deal in letzter Minute zu erreichen oder über alternative Massnahmen zu beraten. Offen ist in diesem Negativ-Szenario, wie lange die EZB den Geldhahn für griechische Banken offen lässt.

Samstag/Sonntag 27./28. Juni; Athen

Das griechische Parlament könnte im Falle einer Einigung in einer Sondersitzung am Wochenende über den Deal mit den internationalen Geldgebern abstimmen. Zuletzt hatte es sowohl bei Tsipras' Koalitionspartner als auch in seinen eigenen Reihen Murren über die Details der Vorschläge gegeben.

Montag, 29. Juni; Berlin

Die Fraktionen des Bundestages könnten sich zu Beratungen über die Vereinbarung mit Griechenland treffen, ebenso der Haushaltsausschuss. Theoretisch wäre an diesem Tag auch eine Sondersitzung des Parlaments möglich. In Sitzungswochen muss für die Einberufung einer Sitzung keine Frist eingehalten werden.

Dienstag, 30. Juni; Berlin/Athen

Ohne Verlängerung durch die Eurogruppe endet das aktuelle Hilfsprogramm für Griechenland. Zugleich muss die griechische Regierung 1,6 Milliarden Euro an den IWF zurückzahlen. Der Dienstag ist der bislang wahrscheinlichste Termin für eine
Sondersitzung des Deutschen Bundestages. Planungen dafür gibt es
nach Angaben aus Parlamentskreisen bisher aber nicht. Als gesichert gilt derzeit, dass auch die Parlamente der Niederlande und Spaniens einer Einigung mit Griechenland zustimmen müssten.

Montag, 20. Juli; Frankfurt/Athen

Griechenland muss rund 3,6 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Experten zufolge müsste die EZB spätestens dann ihre laufenden Liquiditätshilfen stoppen, wenn die griechische Regierung nicht zahlen sollte. Sollte also zuvor
keine Vereinbarung mit den internationalen Gläubigern zustande kommen und Griechenland von externen Finanzhilfen abgeschnitten sein, wäre dies wahrscheinlich der Tag, an dem das Euro-Land in die Pleite rutscht.

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