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International Die Ukraine bricht ihr Versprechen

Seit zwei Wochen versuchen westliche Experten zur Absturzstelle von Flug MH17 in der Ostukraine vorzudringen. Am Sonntag standen sie knapp davor, doch neue Kämpfe haben sie gestoppt.

Legende: Video Kämpfe in der Ostukraine abspielen. Laufzeit 1:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.07.2014.

40 Kilometer rund um das Wrack der malaysischen Boeing sollen die Waffen ruhen: Das sicherte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko vor wenigen Tagen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu. Am Wochenende nun hat die ukrainische Armee grossangelegte Angriffe rund um die Absturzstelle mitten im Gebiet der prorussischen Separatisten gestartet.

Karte der Ukraine.
Legende: Die Kämpfe in der Ostukraine haben sich intensiviert. SRF

Die Armee wollte «das Absturzgebiet der Boeing 777 von Terroristen befreien, um internationalen Experten Sicherheit zu garantieren und die Möglichkeit für ihre Untersuchungen», begründete ein Sprecher des ukrainischen Sicherheitsrates den Bruch der Waffenruhe.

Rückschlag für internationale Untersuchung

Die OSZE-Beobachter wie auch Experten aus den Niederlanden, Australien und Malaysia mussten wegen der neuen Gefechte eine Fahrt zur Unfallstelle abbrechen und nach Donezk zurückkehren. Auch die 40 niederländischen Militärpolizisten, die sich seit Samstag in Charkow aufhalten, konnten nicht in das Gebiet reisen.

Die Niederlande, Australien und Malaysia wollten militärische Spezialkräfte einsetzen, um forensische Experten und Ermittler zu schützen. Sie sollen weitere Opfer bergen und Ursachen des Absturzes der Boeing von Malaysia Airlines am 17. Juli untersuchen. Die neu aufgeflammten Kämpfe machten einen solchen Einsatz jedoch unmöglich, sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte nach einer Dringlichkeitssitzung seines Kabinetts. Das Risiko, dass dann mehrere Länder in den Konflikt verwickelt würden, sei zu gross.

Sofortige Waffenruhe gefordert

Die ukrainischen Angriffe wirkten wie eine Grossoffensive, um das Separatistengebiet in zwei Hälften zu teilen und die Millionenstadt Donezk einzukreisen. Bei Beschuss auf die Stadt Gorlowka wurden 13 Menschen getötet. In den Städten Debalzewo, Schachtarsk, Tores und Sneschnoje wurde nach verschiedenen Angaben ebenfalls gekämpft. Aus Tores wurden Granateneinschläge gemeldet.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow und sein US-Amtskollege John Kerry forderten in einem Telefonat eine sofortige Feuerpause im Konfliktgebiet, wie Moskau mitteilte.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von David Neuhaus, Winterthur
    Vielen Dank liebe SFR, entlich einmal eine Schlagzeile die stimmt. Wieviele male hätte man schon schreiben können "Dies ukrainische Regierung bricht ihr Versprechen/die Vereinbarungen.@Felix Buchmann; wann haben sie begonnen sich für die Ereignisse in der Ukraine zu interessieren? In den letzten Wochen? Nur Schlagzeile gelesen? Informieren Sie sich doch bitte ein wenig genauer dann kann man auch mitdiskutieren. Vieles was sie erzählen wurde schon mehrfach wiederlegt.
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Machen Sie sich keine Sorgen, Herr Neuhaus: Ich verstehe russisch und kenne Russland und die Ukraine aus eigener Anschauung! Und ich informiere mich sehr gründlich, z.B. schaue ich auch immer wieder die Propaganda am russischen Staatsfernsehen. Klar gibt es Leute, welche die wenigen Stimmen, die einen Kontrapunkt zur Putin-Stimmungsmache in diesem Forum setzen, zum Schweigen bringen möchten. Aber zum Glück sind wir hier im freien Westen!
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  • Kommentar von Markus Guggisberg, Busswil
    Amerikaner wollen Fracking in der Ost-Ukraine unter ihre Kontrolle bringen. Im Schatten der Gefechte in der Ostukraine sollen ukrainische Soldaten Fracking-Technik installieren. Der größte private Gasproduzent der Ukraine, die Burisma Holding, hat in dem Erdgas-reichen Gebiet die Förderrechte. Vor zwei Monaten wurde der Sohn des US-Vizepräsidenten Joe Biden in den Vorstand geholt !!!
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Und jetzt? Ist es etwa falsch und unverständlich, dass die Ukraine versucht, sich aus der Abhängigkeit vom russischen Gas zu lösen und sich an jene wendet, die ihr dabei helfen können? Seien Sie froh, dass wir in der Schweiz keinen solchen Nachbarn (mehr) haben! Aber bleiben wir doch bitte beim Thema: Hier geht es zunächst einmal darum, endlich ein schreckliches Verbrechen aufzuklären!
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    2. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      @Felix Buchmann: ... seien sie doch ehrlich, ohne Hetze der USA würde die Ukraine heute noch verbilligtes Gas aus Russland beziehen. Tragisch nur, dass man den Menschen in der Ostukraine am Schluss auch noch die Landschaft für Jahrhunderte vergiften will. Das ist der Gipfel der Frechheit, was sich die USA und die EU da herausnehmen !!!
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    3. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      @Guggisberg: Wer hetzt da eigentlich? Ich schaue manchmal russisches Fernsehen, weil ich russisch verstehe. Sie veranstalten dort eine einzige grosse Hetze mit ungeheuerlichen Behauptungen, und hinter allem soll der grosse "Teufel" USA stecken. Nichts von dem im Westen üblichen differenzierten Abwägen. Das russische Volk wird in einen nationalen Rausch versetzt, aber irgendwann folgt dann der Katzenjammer. Die Ukraine braucht keinen Partner, der Gas als politische Waffe einsetzt!
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  • Kommentar von H. frühling, Bern / Zürich
    Die Diktatur Russland erhält hier eine extrem hohe Zustimmung, die Demokratie USA ist dagegen nicht gerade in Mode. Es wird immer deutlicher, welche Staatsform "Rechte" als die bessere ansehen. Was planen die wohl für die Schweiz?
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    1. Antwort von Felix Buchmann, Bättwil
      Ja, es ist offensichtlich, dass nationalkonservative Kräfte in seltsamer Übereinstimmung mit Leuten vom anderen Ende des Spektrums lautstark für den KGB-Offizier in Moskau "weibeln"! "Les extrèmes se touchent", kann man da nur sagen :-( Hatten wir das nicht auch schon?
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    2. Antwort von Theodor Kugler, 8413 Neftenbach
      Die USA haben in den letzten 100 Jahren mit Abstand am meisten Angriffskriege geführt. Ist das nicht die Definition einer Diktatur?
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