McMaster ersetzt Bannon Dieser General hat den Machtkampf gewonnen – wer ist der Mann?

Der neue Sicherheitsberater von Trump macht seinem Ruf als unabhängiger und kritischer Stratege alle Ehre.

US Sicherheitsberater H.R. McMaster während eines Vortrags am referieren.

Bildlegende: H.R. McMaster hat den Machtkampf gegen Steve Bannon gewonnen. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • McMaster hat den Machtkampf im Sicherheitsrat gegen Steve Bannon gewonnen.
  • Mit diesem Entscheid untermauert er seinen Ruf als kritischer und eigenständiger Militärstratege.
  • Der General ist kein ideologischer Hardliner, sondern verkörpert traditionelle konservative Standpunkte in Sicherheitspolitik.
  • McMaster ist Nachfolger von Michael Flynn. Dieser musste den Sessel räumen wegen umstrittener Kontakte zum russischen Botschafter.

Es sieht nach einem Sieg aus auf ganzer Linie für H.R. McMaster: Der neue US-Sicherheitsberater ist nicht nur Steve Bannon losgeworden – in seinen Augen ein Fremdkörper im nationalen Sicherheitsrat – sondern er hat in diesem Gremium auch seine Macht ausgebaut.

Neu ist nämlich der 54-jährige Militär auch zuständig für die innere Sicherheit. Der Nationale Rat für Innere Sicherheit ist ihm jetzt genauso unterstellt, wie der Berater für nationale Sicherheit, Tom Bossert. Präsident Trump hatte die Fachgebiete Äussere und Innere Sicherheit noch voneinander getrennt. McMaster hat nun wieder die alten Strukturen hergestellt.

Unbequemer, erfahrener Soldat

Diese Umstrukturierungen überraschen nur auf den ersten Blick: Denn wer McMaster kennt, weiss, dass sich der Militär im Grad eines Generalleutnants schwer tut mit kruden Ideologien wie jenen von Bannon. Er hat auch keine besondere Verbindung zu Präsident Trump. McMaster gilt als realistischer und selbstkritischer, konservativer Militärstratege. Er verkörpert traditionelle, republikanische Standpunkte in der Aussen- und Sicherheitspolitik.

H.R. McMaster war mehrmals im Irak im Einsatz und bringt viel Erfahrung auf dem Schlachtfeld mit. Er ist deshalb in Militärkreisen ein beachteter Mann. Einer, der sich auch nicht davor scheut, seine Vorgesetzten scharf zu kritisieren. Früh in seiner Karriere kritisierte er die Generäle, die den US-Einsatz in Vietnam leiteten. Später, im Irak, äusserte McMaster Widerspruch zur Strategie von Präsident George W. Bush, irakische Streitkräfte auszubilden und US-Truppen zurückzuziehen.

Hohe strategische Fähigkeiten

In Berichten der vergangenen Jahre wurde er wegen hoher strategischer Fähigkeiten oft als möglicher Kandidat für den Posten des Nationalen Sicherheitsberaters genannt. 2014 wurde McMaster vom «Time Magazine» als eine der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten benannt.

Es sollte aber noch eine Weile dauern, bis er dann in das Gremium berufen wurde. Erst im Februar dieses Jahres war es so weit: McMaster wurde als Nachrfolger von Michael Flynn auf den Posten des Sicherheitsberaters berufen. Flynn musste wegen seiner Kontakte zum russischen Botschafter gehen.

Die Ernennung McMasters in den US-Sicherheitsrat durch Donald Trump wurde mit einiger Verwunderung und sogar Lob seitens Trumps Gegner quittiert. Gerade weil eben McMasters als Intellektueller gilt, der sich nichts vorschreiben lässt, auch nicht von einem Präsidenten wie Donald Trump.