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International Ebola-Infizierte als Versuchskaninchen

Von einer wundersamen Genesung sprechen die einen, von einem gefährlichen Spiel mit unerprobten Medikamenten die anderen. Zwei an Ebola erkrankte Amerikaner erhielten letzte Woche in Liberia ein Mittel namens «ZMapp». Beide sind seither in stabilem Zustand. Gibt es bald ein Heilmittel für Ebola?

Männer in Schutzanzügen tragen eine eingepackte Trage
Legende: Ein Spanier wird als erster mit Ebola verseuchter Europäer nach Europa gebracht. Keystone

Ob es wirklich funktioniert ist unklar. Das experimentelle Mittel «ZMapp» ist bisher nicht an Menschen getestet worden. Ob es bei Ebola den drohenden Tod tatsächlich verhindern kann, ist ungewiss. Die Verbesserung des Gesundheitszustandes zweier Amerikaner ist ebenfalls keine Bestätigung für die Wirksamkeit von «ZMapp».

Die Todesrate bei Ebola erkrankten Patienten ist zwar hoch: Je nach Virenstamm stirbt einer von zwei Patienten oder auch deutlich mehr. Aber eben nicht alle. Möglich wäre also, dass die erkrankten Amerikaner auch ohne das Serum am Leben geblieben wären.

Nur eine Produktionsstätte

«ZMapp» wird von einer kleinen Biotechnologie-Firma mit dem Namen «Mapp» hergestellt. Bis vor wenigen Tagen kannte kaum jemand die Firma. Nur eine Handvoll Angestellte arbeiten bei «Mapp Biopharmaceutical» im Kalifornischen San Diego. Das Unternehmen hat sich auf die Herstellung von Antikörpern spezialisiert, teilweise auch im Auftrag des US-amerikanischen Militärs.

Die Herstellung von «ZMapp» welches Antikörper gegen das Ebola-Virus enthält, ist aufwendig. Genetisch veränderte Tabakpflanzen produzieren die Antikörper. Nach dem Ernten der Blätter müssen die Antikörper aus den Pflanzen herausgelöst werden. Zur Zeit gibt es eine einzige Produktionsstätte für sehr geringe Mengen dieser Antikörper. Eine Produktion im grösseren Stil bräuchte Wochen bis Monate.

Hersteller weist Verantwortung von sich

Warum aber überhaupt ein nicht getestetes Mittel wie «ZMapp» zwei Patienten verabreicht wurde, ist bis jetzt unklar. Die Firma selber weist jede Verantwortung von sich: Sie sei angefragt worden und hätte den Medizinern das Mittel auf deren eigenes Risiko zur Verfügung gestellt.

Ob im vorliegenden Fall der beiden Amerikaner nun auf unethische Weise ein Versuch an Menschen durchgeführt wurde, oder ob mit allen verfügbaren Mitteln Menschenleben gerettet wurden, ist eine laufende Diskussion. Insbesondere bei der Weltgesundheitsorganisation WHO, die sich nächste Woche dazu weiter äussern wird.

4 Kommentare

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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Meines Erachtens höchst beängstigend.Denn Viren machen in Interaktionen einen ständigen Veränderungsprozess durch.Auch in Wechselwirkung mit den verschiedensten Substanzen,die sich im behandelten Menschen auch noch mal individuell manifestieren.(Antibiotika-Unverträglichkeiten und Resistenzen)Könnte dem Virus sogar noch zu einer stärkeren Übertragungskraft verhelfen.Was dann?Besser die Kranken welche überlebt haben,auf Antikörper testen und diese dehydrieren.Möglicherweise berechenbarer.
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Ist doch klüger, man erprobt das Medikament an einem wirklich infizierten Patienten, als an gesunden Tieren. Der Erfolg bei den beiden Amerikanern ist ja bereits ersichtlich.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Versuchskaninchen??? Bei dieser Krankheit kann es der Unterschied zwischen Tod und Leben sein!!! Also besser versuchen und riskieren, dass der Paient gesund wird!!! Als nichts tun...
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      F.N./Die Enstation heisst so oder so"Sterben".Das WIE,dürfte relevanter sein.Wenn's jemand nicht mehr aushalten will oder kann,sollte er"effiziente" Nachhilfe erhalten dürfen.Das wäre schon mal ein erster Schritt zu mehr Humanität und einer physisch und psychisch gesünderen Gesellschaft.Denn wie gesagt,das Leben endet NIE.Ob uns dies nun passt oder nicht.Wir(müssen?wollen?)immer leben.Nur das WIE ist von Bedeutung.Solche Behandlungen sollten nur mit Einwilligung der Patienten gemacht werden.
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