El Niño sorgt für prekäre Lage in Südamerika

Während man in der Schweiz noch ob der frühlingshaften Weihnachtszeit verblüfft ist, sind in Südamerika nach heftigen Überschwemmungen Zehntausende auf der Flucht. Sie fliehen vor El Niño, dem zyklisch auftretenden Wetterphänomen, das dieses Jahr besonders heftig ausfällt.

Zentralargentinien, der Norden Uruguays, Paraguay der Südwesten Brasiliens – das sind die Überschwemmungsgebiete. Nach ungewöhnlich heftigen Niederschlägen stehen entlang der grossen Flüsse Uruguay und Paraguay ganze Landstriche meterhoch unter Wasser.

Unwetter halten an

Etwa 140‘000 Menschen haben bisher ihre Häuser verlassen müssen; die Schäden und Verluste sind immens. Und es gibt keine Entwarnung: Für Dienstag sagen die Wetterdienste weitere heftige Niederschläge in Brasilien voraus. Das heisst, weiter südlich werden die schon vor Tagen über die Ufer getretenen Flüsse weiter anschwellen. Die Evakuierten sind in Schulen und Kasernen untergebracht und werden vom Zivilschutz betreut.

Abholzung als weiteres Problem

Für den ungewöhnlich milden Winter in der Schweiz über die Stürme in den USA bis hin zum Hochwasser in Südamerika wird das Wetterphänomen El Niño als Verursacher verantwortlich gemacht. Die Erwärmung des Pazifiks auf der Höhe des Äquators ist dieses Jahr aussergewöhnlich stark. Zusätzlich sorgt in den Hochwassergebieten Südamerikas die breite Abholzung dafür, dass die Böden kaum mehr Wasser speichern können.

Ausserdem haben die Behörden den Hochwasserschutz vernachlässigt und versäumt, in potenziellen Risikozonen Bauverbote durchzusetzen. In andern Teilen Südamerikas sorgt El Niño hingegen für Dürre und extrem hohe Sommertemperaturen. In Chile und Kolumbien sind die Stauseen leer; beide Länder kämpfen gegen Waldbrände und Buschfeuer.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • «El Niño» sorgt für Wetterkapriolen

    Aus Tagesschau vom 25.12.2015

    Fast auf der ganzen Welt spielt das Wetter derzeit verrückt. Dafür mitverantwortlich ist das Klimaphänomen «El Niño» – zumindest in grossen Teilen der Welt. Das Phänomen tritt alle paar Jahre auf und hat im Winter seinen Höhepunkt.