Erneut ein Anschlag in Kairo – sechs Polizisten verletzt

Ägypten wird immer unsicherer: Am frühen Morgen ereignete sich in einem Stadtteil Kairos ein Autobomben-Anschlag. Mindestens sechs Polizisten wurden verletzt. Noch keine Gruppierung hat sich zu dem Akt bekannt.

Neugierige vor einem Gebäude der Sicherheitskräfte in Kairo, das von einem Autobombenanschlag  teilweise zerstört wurde.

Bildlegende: Neugierige vor einem Gebäude der Sicherheitskräfte in Kairo, das von einem Autobombenanschlag teilweise zerstört wurde. Keystone

Bei einem Autobombenanschlag auf ein Gebäude der Sicherheitskräfte in Kairo sind am Donnerstagmorgen mindestens sechs ägyptische Polizisten verletzt worden. Die Detonation war in weiten Teilen der Stadt zu hören. Die Fassade des Hauses wurde teilweise zerstört.

Wie das ägyptische Innenministerium mitteilte, hat ein Auto vor der Sicherheitsabsperrung des Komplexes angehalten und ist dort explodiert. Der Fahrer war demnach zuvor auf einem nachfolgenden Motorrad geflohen.

Ein Teil des Kommissariats im Stadtteil Schubra al-Chaima sei zerstört worden, sagte ein hochrangiger Vertreter der Sicherheitsbehörden der Nachrichtenagentur AFP. Die Explosion war so stark, dass sie einen Krater rund um das ausgebrannte Auto hinterliess.

Noch kein Urheber bekannt

Die staatliche Nachrichtenseite «Al-Ahram» sprach von einem Terroranschlag. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Attentat. In Ägypten hatte zuletzt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wiederholt Anschläge gegen Sicherheitskräfte verübt.

Am vergangenen Sonntag hatte Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi ein umstrittenes Anti-Terror-Gesetz in Kraft gesetzt, das den Sicherheitskräften des Landes noch mehr Befugnisse gibt und die Freiheit der Medien deutlich einschränkt.

Seit dem Sturz des demokratisch gewählten islamistischen Staatschefs Mohammed Mursi vor zwei Jahren kämpft die ägyptische Armee gegen den Aufstand von Dschihadisten auf dem nördlichen Sinai. Diese töteten bei Angriffen bereits hunderte Polizisten und Soldaten.

Mehrere Anschläge und Gewaltakte

Seit Ende Juni hat sich die Situation verschärft: Generalstaatsanwalt Hischam Barakat wurde bei einem Bombenattentat in Kairo getötet, fast 120 Menschen starben bei Angriffen eines Ablegers der Terrormilz Islamischer Staat (IS) auf der Sinai-Halbinsel, eine Bombe vor dem italienischen Konsulat forderte ein Todesopfer.

Zuletzt wurde ein Kroate im Grossraum Kairo von IS-Anhängern entführt. Wenig später kursierte im Internet ein Foto, das nach Darstellung von IS-Unterstützern seine enthauptete Leiche zeigt.