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International Flüchtlinge in der EU: Es fehlt an Geld und Experten

Seit Wochen machen die Staats- und Regierungschefs der EU dasselbe. Sie treffen sich und suchen Wege aus der Flüchtlingskrise. Auch am Donnerstag ist wieder ein Treffen angesagt. Die EU-Kommission hat den Regierungschefs bereits ins Gewissen geredet, abgegebene Versprechen einzuhalten.

Flüchtlinge in einer Halle
Legende: Es braucht viel mehr Geld, viel mehr Einsatz: Hier Flüchtlinge in Deutschland. Keystone

Da sprechen die Staats- und Regierungschefs der EU seit Wochen davon, dass man den Flüchtlingen am besten vor Ort helfe, damit die Flüchtlinge wenn immer möglich erst gar nicht nach Europa aufbrechen – also in den Flüchtlingslagern rund um Syrien – und dass man die Bedingungen in den afrikanischen Ländern verbessern müsse. Doch was die Staats- und Regierungschefs bis anhin an Hilfe geleistet haben, ist mehr als bescheiden.

Geld fehlt viel

Beispiel 1: Es ist allgemein bekannt, dass das Welternährungsprogramm der UNO zu wenig Geld hat, um die Flüchtlinge in den Lagern rund um Syrien zu ernähren. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben deshalb an ihrem letzten Gipfel am 23. September 500 Millionen Euro Soforthilfe versprochen; doch auf dem Tisch liegen bis anhin lediglich 275 Millionen Euro.

Beispiel 2: Die Staats- und Regierungschefs der EU haben zusätzliche 500 Millionen Euro speziell für syrische Flüchtlinge versprochen. Von Italien und Deutschland wurden bis anhin 8 Millionen Euro definitiv zugesagt, das ist alles.

Beispiel 3: Die EU-Chefs wollen afrikanische Länder mit 1,8 Milliarden Euro unterstützen. Aktuell haben drei Länder 9 Millionen Euro definitiv zugesagt.

Auch Experten fehlen

Dass die EU-Kommission vor diesem Hintergrund besorgt ist, ist verständlich. Es sei höchste Zeit, dass die Mitgliedsländer ihre Verpflichtungen auch einhalten, betonte der erste Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermanns, vor den Medien.

Doch die Versäumnisse der Mitgliedstaaten gehen weiter, so sollten sie der EU-Grenzschutzagentur Frontex eigentlich mehrere hundert Experten zur Verfügung stellen. Doch auch hier sind wir davon weit entfernt.

Man kann über die Gründe für diese Versäumnisse nur spekulieren. Einen kleinen Fortschritt gab es in letzter Zeit bei der Verteilung der Flüchtlinge. hier wurden letzten Woche die ersten 19 von Italien nach Schweden umverteilt, nächste Woche sollen weitere 100 umverteilt werden.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Christa lohmann (Saleve2)
    Der letzte Satz des Beitrages ist einfach lachhaft. Der kleine Fortschritt : 19 Flüchtlinge würde Medienwirksam mit einer Linienmaschine ausgeflogen. Ausserdem waren das Migranten, die wirklichen Flüchtlinge bekommen nicht so eine Sonderbehandlung , und sitzen in den Lagern. Was soll dieses Schauspiel eigentlich? ?
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Es sind nicht alle mit der Einfuhr von Flüchtlingen einverstanden. Es ist nur ein kleiner Teil der Bevölkerung, der bis jetzt geholfen hat +damit "noch" einverstanden ist. Man spürt langsam, dass da Erwartungen kommen und nicht Dankbarkeit. Wer räumt da jeden Tag auf, wer wäscht die Kleider, die ja nur gewechselt werden, wer wäscht die Bettwäsche, wer putzt die "Lager"? Es ist nicht so, dass die Meinung umkippt, sonder es ist so, dass die Gegner nach und nach den Mut fassen, etwas zu sagen.
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  • Kommentar von robert mathis (veritas)
    Habe ich richtig gelesen 19 Flüchtlinge mit Luxusreise und sicherer Aufnahme.Hunderttausende haben Hunger und können nicht fliehen weil sie keine Gelegenheit und kein Geld haben.Wie krass sind denn solche Aktionen und wer organisiert und bezahlt diese ?
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