G8 streiten über Frieden in Syrien

Eigentlich sollte es diesmal beim G8-Gipfel vor allem um Wirtschaft gehen. Nun steht der Bürgerkrieg in Syrien im Mittelpunkt. Doch genau dort sind die Fronten zwischen den acht grössten Industrienationen völlig verhärtet.

Menschen rennen um ihr Leben in Syrien.

Bildlegende: Während die Spitzenvertreter der G8 diskutieren, rennen die Menschen in Syrien um ihr Leben. Reuters

Noch vor wenigen Jahren wäre die Idee absurd gewesen, einen G8-Gipfel ausgerechnet im damals von Unruhen und Terror geplagten Nordirland abzuhalten. Inzwischen ist das kein Thema mehr. Im Gegenteil: Das Treffen könnte sogar als eines der erfolgreichen in die Geschichte eingehen.

Beim Thema Freihandel dürften Verhandlungen zwischen den Handelsblöcken USA und EU lanciert werden. Die Steueroasen dieser Welt werden wohl zu etwas mehr Transparenz verdonnert. Und angesichts des neuen Terrorismus durch radikalisierte Einzelgänger werden sich die Teilnehmer auf eine engere Zusammenarbeit und auch auf noch mehr Überwachung einigen.


G8 streiten über Syrien

1:30 min, aus HeuteMorgen vom 17.06.2013

Keine Einigung zu Syrien in Sicht

Doch über nichts wird derart lang und hitzig diskutiert wie über Syrien. Und genau da scheint eine Einigung zwischen Russland und den restlichen G8-Staaten ausser Reichweite. Grossbritanniens Premier und Gastgeber David Cameron machte zum Auftakt des Gipfels klar: «Damit der syrische Alptraum endet, muss Diktator Baschar al-Assad weg.»

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin betonte, das Blutvergiessen in Syrien müsse beendet werden. Doch er warnte den Westen davor, den syrischen Rebellen Waffen zu liefern. «Sie können nicht abstreiten, dass diese Leute nicht nur ihre Feinde töten, sondern auch deren Organe vor laufender Kamera essen. Will man solche Personen unterstützen?», sagte Putin nach einem Vorgespräch mit Cameron.

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Balzli: «Zu weit liegen die Positionen auseinander»

1:46 min, aus Tagesschau am Mittag vom 17.6.2013

Streit zwischen Russland und USA

Zwischen Russland und den USA bahnt sich ein handfester Streit über das weitere Vorgehen im Syrien-Konflikt an. Die USA sehen es als erwiesen an, dass die Führung in Damaskus Chemiewaffen gegen syrische Rebellen eingesetzt hat. Sie wollen die Rebellen deshalb mit Waffen unterstützen.

Russland dagegen ist einer der wichtigsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad. Im UNO-Sicherheitsrat hat es mit seinem Veto bereits drei Resolutionen gegen das syrische Regime verhindert.

Cameron gibt sich optimistisch

Trotz der geringen Aussichten auf eine Einigung erklärte Cameron nach dem Treffen mit Putin, die Differenzen zwischen Russland und dem Westen könnten überbrückt werden. «Wir können den G8-Gipfel dazu nutzen, neue Dynamik in die Aufnahme von Friedensverhandlungen das Beenden des Tötes zu bringen.» Vorläufig klingt das jedoch nach reinem Wunschdenken.

aebn