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Rechtsextremen-Demo in den USA «Gewalt auf vielen Seiten» – Trumps Reaktion erntet Kritik

Legende: Video Trumps Reaktion auf die Gewalt in Charlottesville abspielen. Laufzeit 00:11 Minuten.
Aus Tagesschau vom 13.08.2017.
  • US-Präsident Donald Trump hat die Gewalt in Charlottesville verurteilt. Seine Reaktion kam nach Einschätzung von Kritikern allerdings zu spät und nur halbherzig.
  • Die Kritik kommt auch aus Reihen seiner eigenen Partei.
  • Ivanka Trump ist in ihrer Reaktion konkreter als ihr Vater.

US-Präsident Donald Trump verurteilte «auf schärfste Weise diesen ungeheuerlichen Ausbruch von Hass, Fanatismus und Gewalt auf vielen Seiten». Der Präsident stiess damit parteiübergreifend auf Kritik, weil er die rechtsextremen Demonstranten nicht klar als Schuldige benannte.

Es sei «sehr wichtig, dass der Präsident die Ereignisse als das beschreibt, was sie sind: als Terroranschlag weisser Rassisten», erklärte der republikanische Senator Marco Rubio.

Der dienstälteste republikanische Senator Orrin Hatch forderte: «Wir müssen das Übel beim Namen nennen. Mein Bruder hat nicht sein Leben im Kampf gegen Hitler gegeben, damit Nazi-Gedankengut hier zuhause ohne Widerstand akzeptiert wird.»

US-Justizminister Jeff Sessions, gegen den früher selbst Rassismus-Vorwürfe erhoben wurden, erklärte: «Wenn Rassismus und Hass zu solchen Handlungen führen, dann ist das Verrat an unseren wichtigsten Werten und kann nicht toleriert werden.»

Politische Gegner werfen Trump vor, durch seine Rhetorik den rechten Rand zu stärken. Trumps Ex-Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton twitterte: «Jede Minute, in der wir dies durch stillschweigende Ermunterung oder durch Nicht-Handeln hinnehmen, ist eine Schande.»

Auch die demokratische Oppositionsführerin Nancy Pelosi forderte von Trump eine Verurteilung der «White Supremacy»-Bewegung als Affront gegen amerikanische Werte.

Trumps Tochter Ivanka schrieb auf Twitter: «In der Gesellschaft sollte kein Platz für Rassismus, weisse Vormachtstellung und Neonazis sein.»

Das US-Präsidialamt reagierte am Sonntag auf die Kritik und veröffentlichte eine Erklärung, in der es hiess, Trump habe am Samstag «sehr stark» alle Formen von Gewalt, Bigotterie und Hass verurteilt. «Natürlich schliesst das weisse Rassisten, KKK (Ku Klux Klan), Neonazis und alle Extremisten-Gruppen ein.»

Auch US-Vizepräsident Mike Pence äusserte sich. Er verurteilte den Aufmarsch von Rechtsextremen und Neonazis in Charlottesville. Es gäbe keine Toleranz für Hass und Gewalt, weisse Rassisten, Neonazis oder den Ku-Klux-Klan, sagte Pence. Es handle sich um gefährliche Randgruppen.

An dem Aufmarsch in Charlottesville hatte auch Ex-Ku-Klux-Klan-Anführer David Duke teilgenommen. Er forderte Trump auf, sich «daran zu erinnern, dass es weisse Amerikaner waren, die Ihnen die Präsidentschaft ermöglichten, nicht radikale Linke».

Einschätzung von SRF-Korrespondent Thomas von Grünigen

Dieser Auftritt war eines US-Präsidenten unwürdig und hat tatsächlich von links bis rechts – bei Demokraten und Republikanern – Kritik ausgelöst. Man erwartet hier von einem US-Präsidenten, dass er sich explizit von Neonazis und dergleichen distanziert. Es kommt hier ein wenig der Verdacht auf, dass Donald Trump es sich nicht mit seinen Anhängern aus dem rechtsextremen Lager verscherzen will – und Donald Trump hat diesbezüglich eine heikle Vergangenheit. Er hat sich schon im Wahlkampf eben sehr zögerlich oder gar nicht von rechtsextremen Anhängern distanziert. Umso wichtiger wäre es gewesen, dass er das jetzt tut. Insbesondere, weil er sonst die Schuldigen sehr gerne beim Namen nennt, zum Beispiel beim islamistischen Terrorismus.

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