Griechen-Referendum: Zahlen und Fakten

Die Urnen in Griechenland sind geöffnet. Fast zehn Millionen Griechen stimmen über den künftigen Kurs ihres Landes ab. Für ein gültiges Resultat muss die Stimmbeteiligung bei mindestens 40 Prozent liegen. Die Fakten zum Referendum.

Der Stimmzettel zum Referendum

Bildlegende: Das ist der Stimmzettel zum Referendum mit den Möglichkeiten «Oxi» («Nein») und «Nai» («Ja»). Keystone

Die griechische Regierung hat das Angebot der Gläubiger bereits ausgeschlagen. Trotzdem stimmt das Volk heute darüber ab. Bei einem Ja dürften die Gläubiger die Verhandlungen über Reformen und Hilfszahlungen an das Land wieder aufnehmen. Stimmt eine Mehrheit mit «Nein», droht das Ende der Gespräche mit den Gläubigern.

Wahllokale:

Die Wahllokale öffnen um 06.00 Uhr und schliessen um 18.00 Uhr (MESZ).

Darüber wird abgestimmt:

Der Text auf den Stimmzetteln lautet: «Soll der gemeinsame Plan von EZB, EU-Kommission und IWF, der am 25. Juni in der Euro-Gruppe eingebracht wurde und aus zwei Teilen besteht, angenommen werden? Der erste Teil ‹Reformen für den Abschluss des laufenden Programms und darüber hinaus› und der zweite: ‹Vorläufige Analyse der Schuldentragfähigkeit›.

Mindest-Wahlbeteiligung erforderlich:

Für ein gültiges Referendum müssen mindestens 40 Prozent der registrierten 9,85 Millionen Wähler teilnehmen. Griechenland hat knapp 11 Millionen Einwohner – geschätzte fünf bis sieben Millionen Griechen leben im Ausland.

Kosten:

Das Referendum verursacht dem klammen Staat Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro.

Erste Hochrechnung:

Mit den ersten verlässlichen Zahlen dürfte ab 20.00 Uhr zu rechnen sein.

Positionen der griechischen Parteien zum Referendum

ParteiAnzahl Abgeordnete und politische Verortung
Position zum Referendum
Syriza
Regierungspartei, 149 Abgeordnete, linksgespalten
Anel
Koalition mit Syriza, 13, rechtsNein
Nea Dimokratia
76, konservativJa
To Potami
17, Mitte-linksJa
Goldene Morgenröte
17, rechtsextremNein
KKE
15, kommunistischStimmenthaltung
PASOK
13, sozialistischJa

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

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    Aus 10vor10 vom 3.7.2015

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    Drei Tage vor dem Referendum in Griechenland werben beide Seiten heftig um die Gunst der Bürgerinnen und Bürger. Auch die griechische Regierung kennt vor der Schicksalsabstimmung keine Hemmungen. Mit Einschätzungen von SRF-Korrespondent Philipp Zahn.