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International Griechenland setzt Rückführungen von Migranten fort

Nach einer mehrtägigen Pause hat Griechenland wieder damit begonnen, Migranten zurück in die Türkei zu bringen. Ein Schiff mit 45 Personen lief in Richtung der Hafenstadt Dikili aus. Derweil protestierten Aktivisten gegen die Rückführungen – mit ungewöhnlichen Mitteln.

Legende: Video Vergeblicher Kampf von Aktivisten auf Lesbos abspielen. Laufzeit 0:41 Minuten.
Vom 08.04.2016.

Nach einer mehrtägigen Unterbrechung hat Griechenland wieder Migranten in die Türkei zurückgeführt. Vier Busse brachten am Morgen 45 Personen zum Haupthafen der Insel Lesbos. In Begleitung von jeweils einem Polizisten wurden die Männer aus Pakistan einzeln an Bord des Schiffes «Lesbos» gebracht. Weitere Polizisten bildeten einen Korridor von den Bussen bis zum Schiff. Es lief danach in Richtung der türkischen Hafenstadt Dikili aus, wo es kurze Zeit später ankam.

Legende: Video Schiff mit Flüchtlingen kommt in der Türkei an abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Vom 08.04.2016.

Die Wiederaufnahme der Rückführungen war begleitet von Protesten von Aktivisten, die das Vorgehen als «Deportation» kritisierten. Drei von ihnen versuchten die «Lesbos» am Auslaufen zu hindern, indem sie ins Meer sprangen und auf die Ankerkette des Schiffes kletterten. Beamte der Küstenwache schritten ein.

Derweil war eine weitere Fähre unterwegs in Richtung Lesbos. Sie transportierte 79 Migranten von den Inseln Kos und Samos in den Haupthafen der Insel. Von dort aus sollen sie ebenfalls in die Türkei zurückgebracht werden.

Proteste von Migranten auf mehreren Inseln

Auf den Inseln Chios und Samos war es am Vortag zu Protesten von Migranten gekommen, die sich gegen ihre Rückführung in die Türkei wehren wollten. In Chios beendete die Polizei in der Nacht zum Freitag die Besetzung eines Teils des Hafens durch etwa 300 Migranten.

Auf Samos konnte die Polizei rund 250 aus einem Auffanglager ausgebrochene Asylbewerber überreden, wieder ins Lager zurück zu kehren, wie örtliche Medien berichteten.

Die Rückführung von Flüchtlingen und anderen Migranten ist Teil des EU-Flüchtlingspaktes mit der Türkei. Demnach sollen alle Migranten, die seit dem 20. März illegal in Griechenland eingereist sind, in die Türkei zurückgeführt werden. Ausgenommen sind nur Asylsuchende, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden.

Für jeden abgeschobenen syrischen Bürgerkriegsflüchtling nimmt die EU einen syrischen Flüchtling auf, der legal und direkt einreisen darf. Bereits am Montag waren 202 Migranten von den Inseln Lesbos und Chios zum türkischen Hafen von Dikili gebracht worden.

Weniger Flüchtlinge

Trotz des hohen Risikos, abgeschoben zu werden, kommen weiterhin Flüchtlinge von der Türkei aus in Griechenland an. Die Zahlen sind aber deutlich zurückgegangen. Binnen 24 Stunden kamen laut Behördenangaben 149 Migranten auf Ägäis-Inseln an. Einen Monat zuvor lag die Zahl noch bei 900 pro Tag.

7 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    200 Migranten werden in die Türkei zurück gebracht - 2000 neue Flüchtlinge kommen nach Europa... So wird das nichts mit der Reduktion der Zuwanderung nach Europa. 2015 waren es zwei Millionen.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Rückführung von GR nach Türkei, viele werden es wieder versuchen nach GR zu gelangen. Was wird aber mit den Flüchtlingen (Afrikaner) passieren die bald versuchen werden übers Mittelmeer nach Italien zu kommen? Für diese Passage warten ja gemäss Meldungen X-Tausende. Wer und wohin werden diese zurück gebracht. Es bestehen keine Abkommen mit Lybien u.a. afrikanische Länder. Wer will diese aufhalten. Italien winkt sie sicher weiter nach Norden. Unbehagen droht!
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    1. Antwort von Sascha Freitag (SF)
      Man könnte das Problem ganz einfach lösen, so wie die Australier oder Malaysen. Kein Flüchltingsschiff kommt dort an, egal welcher Methode es bedarf dafür. Damit sinkt die Attraktivität unter 0 und die Schlepper werden arbeitslos.
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    2. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      wer will sie aufhalten? Es besteht auch noch die Gefahr, der Atlantikroute. Die Kanarischen Inseln, kein Problem von Afrika aus. Dort Asylantrag stellen, und man ist im ersten Europäischen Land (Spanien) .
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Die Aktivisten werden wohl ein grösseres Problem sein. Vielleicht sollten die Griechen auch gleich diese Aktivisten ausschaffen oder einbuchten. (smile)
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