Griechische Parlaments-Chefin sabotiert Tsipras' Hilfspaket

Die Präsidentin des griechischen Parlamentes hat Regierungschef Alexis Tsipras verärgert: Gegen seinen Willen verschob sie um einen Tag die Debatte über das neue Hilfsprogramm im Finanzausschuss.

Grossaufnahme von Zoe Konstantopoulou

Bildlegende: Gegnerin weitere Sparmassnahmen in Griechenland: Zoe Konstantopoulou Keystone

Die griechische Parlamentspräsidentin Zoe Konstantopoulou ist eine vehemente Gegnerin weiterer Sparmassnahmen. Die Linken-Politikerin verschob die Diskussion darüber im Finanzausschuss des Parlaments eigenmächtig vom Mittwoch auf den Donnerstagmorgen. Das passt Tsipras ganz und gar nicht.

Denn damit verzögern sich voraussichtlich auch die Aussprache und die wichtige Abstimmung im Parlament. Das Votum könnte statt wie geplant am späten Donnerstagabend nun erst in den frühen Morgenstunden am Freitag stattfinden, berichteten griechische Medien.

Verzögerungstaktik schon einmal angewandt

Innenminister Nikos Voutsis warf der Parlamentspräsidentin im Fernsehen vor, Formalitäten als Vorwand zu nutzen, um das Verfahren hinauszuzögern.

Die linke Parlamentspräsidentin hat sich wiederholt gegen jede weitere Sparmassnahme geäussert. Bereits im Juli hatte sie bei Regierung und Abgeordneten mit einer ähnlichen Hinhaltetaktik bei einer Abstimmung über andere Auflagen der Gläubiger Verärgerung ausgelöst. Die Abstimmung fand damals gegen vier Uhr morgens (Ortszeit) statt.