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International «Heute feiern wir, morgen müssen wir uns an die Arbeit machen»

Die Einigung auf dem Klimagipfel in Paris wird weltweit als «Zeichen der Hoffnung» gefeiert. Allerdings wird auch immer wieder betont, die eigentliche Arbeit im Kampf gegen die Erderwärmung müsse noch geleistet werden.

Blick in den Konferenzraum in Paris: Gäste applaudieren nachdem die Verantwortlichen die Einigung bekanntgegeben haben.
Legende: Applaus an der Konferenz nach Bekanntgabe der Einigung am Klima-Gipfel in Paris. Keystone

195 Länder einigen sich auf gemeinsame Klimaziele – der Durchbruch am Klimagipfel ist von weltpolitischer Bedeutung. Frankreichs Präsident François Hollande sagte am Abend: «In Paris hat es seit Jahrhunderten viele Revolutionen gegeben. Aber heute ist die schönste und friedlichste aller Revolutionen vollbracht worden, die Revolution für den Klimawandel. Danke. Es leben die Vereinten Nationen, es lebe der Planet, vive la France!»

Legende: Video Einigung am Weltklimagifpel erzielt abspielen. Laufzeit 1:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.12.2015.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüsst die Einigung «Mit dem heute verabschiedeten Klimavertrag hat sich zum ersten Mal die gesamte Weltgemeinschaft zum Handeln verpflichtet im Kampf gegen die globale Klimaveränderung.» Dies sei trotz der anstehenden Arbeit ein Zeichen der Hoffnung, die Lebensbedingungen von Milliarden Menschen zu sichern.

US-Präsident Barack Obama sprach von der besten Chance, «den einzigen Planeten zu retten, den wir haben». Das amerikanische Volk könne Stolz sein, sagte er in Washington: «In den vergangenen sieben Jahren haben wir die USA zum weltweiten Vorreiter im Kampf gegen die Klimaveränderung umgewandelt.» Das Ergebnis sei «ein Tribut an die amerikanischen Führungsqualitäten». US-Aussenminister John Kerry sprach in Paris von «einem Sieg für den ganzen Planeten und zukünftigen Generationen».

Heute feiern wir, morgen müssen wir uns an die Arbeit machen
Autor: Miguel Arias CaneteEU-Umweltkommissar

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, mahnte, dass die Regierungen nun den Worten auch Taten folgen lassen müssten. Ihr Kollege Jim Yong Kim von der Weltbank sagte: «Paris hat geliefert», nun stünden alle gemeinsam in der Verantwortung. Auch aus der Industrie kam Lob. Unilever-Chef Paul Polman sprach von «einem eindeutigen Signal an die Wirtschaft und die Finanzbranche», das zu einem wirklichen Wandel führen werde.

Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, sprach seinerseits von einem Rettungsring, den die Welt zugeworfen bekommen habe. Es sei «eine letzte Chance, den kommenden Generationen eine stabilere, gesündere Welt mit gerechteren Gesellschaften und blühenderen Volkswirtschaften zu übergeben».

Unser Kopf bleibt über Wasser.
Autor: Olai UludongBotschafterin des pazifischen Inselstaates Palau

Einige Länder hatten vor dem Gipfel gewarnt, ihre Existenz wäre durch einen Anstieg des Meeresspiegels wegen die Erderwärmung gefährdet. Die für Klimafragen zuständige Botschafterin des pazifischen Inselstaates Palau, Olai Uludong, lobte das Ergebnis ebenfalls.

Der indische Umweltminister Prakash Javadekar sprach von einem «neuen Kapitel der Hoffnung im Leben der sieben Milliarden Menschen auf dem Planeten.» Man habe mit dem Beschluss versichert, dass künftigen Generationen eine bessere Welt überlassen werden kann.

Doris Leuthard pragmatisch

Weniger euphorisch beurteilt Bundesrätin Doris Leuthard die Einigung. Das Pariser Klima-Abkommen sei nicht perfekt, aber ein guter Kompromiss. Jetzt müssten die Taten folgen und die Schweiz werde das ihre dazu beitragen, sagte die Umweltministerin in Paris.

Weitere Tweets zur Einigung auf einen globalen Klimavertrag

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Man Aregg (Manar)
    Als nächstes ein Vertrag mit der Sonne, die ihre Aktivitäten regulieren soll... ;-) Nach merkelscher Art: Wir schaffen das! Im Ernst, es soll doch jeder einzeln einmal seinen eigenen ökologischen Fussabdruck anschauen und danach handeln. Besonders die grossen Wortführer und Profiteure einer Geldumverteilungspolitik.
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    1. Antwort von Peter Singer (P.S.)
      Merkwürdiger Kommentar... Man soll also besser nichts machen und keinen Klimavertrag haben? Wenn niemand für die Folgen seines Handelns verantwortlich ist, wieso sollten die Leute plötzlich auf ihren ökologischen Fussabdruck schauen? Bisher hat's ja nicht geklappt. Welche Wortführer profitieren von einer Geldumverteilungspolitik? Sinds nicht tendenziell die grossen Wortführer (reiche), die gerade nicht von der Umverteilung profitieren? Und was hat Merkel damit zu tun?
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  • Kommentar von Markus Berner (Markus Berner)
    Den CO2 Ausstoss zu bremsen wird nicht billig - das wird uns einiges kosten. Es ist aber viel billiger als die Folgen der ungebremsten CO2 Produktion zu tragen. Diese Einsicht hat sich offenbar endlich durchgesetzt.
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  • Kommentar von A Züger (zua)
    Das Bild der mit erhobener Faust(!) "feiernden" Klima-Aktivistin mit Globus-Ballon erinnert an Bilder der kommunistischen Massen, die mit dem erhobener Faust und Rotem Mao-Büchlein die Kultur-Revolution "feierten", die in massiver Misswirtschaft und wirtschaftlichem Niedergang endete, sowie Gesellschaft in "die auf Richtigem" und "die auf falschem Wege" spaltete, mit öffentlicher Anprangerung von "Abweichlern", später auch politischen Scheinprozessen. Parallelen zu heute sind frappant.
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    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Also bitte das ist jetzt schon ein bischen weit hergeholt. Welche frappanten Parallelen sehen Sie den Heute? 195 Länder und deren Vertreter haben sich doch gemeinsam geeinigt. Nennen Sie mir ein Beispiel in der Geschichte in der weltweit alle am selben Strick ziehen.
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    2. Antwort von Jürg Baltensperger (Baltensperger)
      Im Gegensatz zu der von Ihnen beschriebenen Kulturrevolution ging es beim Klimagipfel nicht um Kommunismus sondern um eine einfache Rechnung: Kosten der Klimaveränderung minus Kosten der CO2 Reduktion. Ist das Resultat positiv lohnt sich die Reduktion von CO2.
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