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USA unter Trump Hochkonjunktur für die Wahrheitssucher

Politifact ist die wohl renommierteste Fakten-Prüfstelle der USA. Präsident Trump gibt ihr viel Arbeit.

Legende: Audio Viel Arbeit für Faktenprüfer abspielen.
4:24 min, aus SRF 4 News aktuell vom 28.02.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Politifact überprüft die Aussagen der US-Politiker auf deren Wahrheitsgehalt
  • Dies hat die Organisation auch bei anderen US-Präsidenten als bei Donald Trump getan
  • Es sei einfach, die Aussagen von Donald Trump zu widerlegen, sagt Jon Greenberg, einer der Journalisten, die bei Politifact tätig sind.

Wenn US-Politiker im Fernsehen etwas behaupten oder wenn sie ihren Anhängern ihre Parolen zurufen, dann beginnt die Arbeit der Fact-Checker, der professionellen Faktenprüfer. Es sind spezialisierte Journalisten wie Jon Greenberg, die auf Herz und Nieren prüfen, was Politiker alles von sich geben.

Besonders im Fokus steht US-Präsident Donald Trump. Er ist bekannt für Falschaussagen. Er hat sie im Wahlkampf gemacht, und macht sie jetzt im Weissen Haus.

Mehr als zwei Drittel von Trumps Aussagen sind als teilweise bis völlig falsch eingestuft.
Autor: Jon GreenbergFaktenprüfer von Politifact

Zahlen kann niemand anzweifeln

Regierungsstatistiken, Zahlentabellen, Datensätze. Das ist die Welt von Jon Greenberg. Was Politiker tagein, tagaus behaupten, misst der altgediente Journalist an harten Fakten.

«Ich liebe es, wenn die Zahlen für sich sprechen», sagt Jon Greenberg, Zahlen, die niemand anzweifeln könne. Er ziehe auch immer zusätzlich sachkundige Wissenschaftler bei.

Das Wahrheitsbarometer schlägt aus

Seit zehn Jahren schaut Politifact den Senatoren oder den Präsidenten so auf die Finger. Un- oder Halbwahres wird widerlegt, wahre Aussagen werden bestätigt. Politifact, gegründet von der Zeitung «Tampa Bay Times», hat dafür schon den Pulitzerpreis gekriegt. Arbeit gibts zur Zeit genug.

Wenn US-Präsident Trump behauptet, die Arbeitslosigkeit liege bei bis zu 42 Prozent, dann schlägt die Nadel auf dem Truth-O-Meter ganz nach links aus. Der Truth-O-Meter ist das Wahrheitsbarometer von Politifact. Ganz links, das heisst: Völlig falsch.

Mehr als zwei Drittel von Trumps Aussagen sind widerlegt

Was Donald Trump sagt, sei vielfach richtig oder völlig falsch, sagt Faktenprüfer Jon Greenberg, dazwischen gebe es eigentlich nichts. Die Aussagen von Trump zu widerlegen, gehöre zu den einfachen Aufgaben.

270 Aussagen von Trump hat Politifact schon geprüft, auch aus der Zeit vor seiner Präsidentschaft. Mehr als zwei Drittel davon sind als teilweise bis völlig falsch eingestuft.

«Information ist in den USA mittlerweile meist politisch gefärbt», sagt Greenberg. Es gebe den Trend, nur zu glauben, was zum eigenen politischen Weltbild passe. Und die Tendenz, dem zu misstrauen, was die Regierung sagt. Das habe er so noch nie erlebt. «Das ist beunruhigend.»

Medien in Verdacht von Fake News

In den USA wird zurzeit viel gestritten; links und rechts bezichtigen sich gegenseitig der Lüge. Der Präsident steht im Ruf, Unwahrheiten zu verbreiten.

Die Aussagen von Trump zu widerlegen, gehört zu den einfachen Aufgaben.
Autor: Jon GreenbergFaktenprüfer bei Politifact

Die Medien müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, sie seien nichts mehr als Fake News, Falschinformationen. Gerade deshalb seien Faktenprüfer besonders gefordert.

Greenberg ist überzeugt, dass eine Mehrheit der Menschen noch immer den harten, unverrückbaren Fakten vertraue. Greenberg findet sie, in seinen Statistiken, in den Zahlentabellen und in den Datensätzen.

43 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Die Frage ist, wie vertrauenswürdig ist Politifact? Wenn ich den Artikel zur Frage der Beziehungen Trump-Russland lese, dann erscheint vieles klar: Politfact stützt sich auf Aussagen der Medien wie New York Times oder Washington Post. Das sind nichts anderes als Propagandaorgane der US-Geheimdienste, welche Trump am liebsten absetzen möchten. Politfact dürfte eine weitere Propagandaplatform sein, mehr nicht.
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  • Kommentar von Ueli von Känel (uvk)
    Es fällt mir schwer, Trump noch ernst zu nehmen. Aber es ist wichtig, die Situation mit und um Trump ernst zu nehmen. Er und seine "Kumpanen" sind eine reelle Gefahr für die Weltentwicklung. Unbegreiflich, dass immer noch recht viele - auch in der Schweiz - diesem unberechenbaren Typen huldigen. Es ist zu hoffen, dass in den USA die Proteste gegen die Trump-Politik weiter zunehmen. Er setzt seine Versprechungen falkenhaft um.Falken in der Natur sind mir wesentlich lieber als auf der Politebene.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      In Anbetracht der "Kumpanen" welche Hinter Clinton, Obama und Bush die Fäden zogen, ist Trump das kleinere Übel. Die Unberechenbarkeit der aktuellen US-Politik ist der sicheren Kriegstreiberei vorzuziehen.
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  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    Alleine schon der jüngste Fauxpas (nicht der Erste) von PolitiFact in Bezug auf einen Tweet von Donald Trump vom 25.02.2017 (Zahlen und Sachverhalt sind 100% korrekt), entlarvt/disqualifiziert sich PolitiFact als ideologisch (politisch links) motivierte Medienmanipulation. Statt sich sachlich mit dem Untersuchungsgegenstand auseinanderzusetzen, wird in diffamierender Weise auf die Person gezielt, indem nicht Gesagtes unterstellt wird. Manche so genannten «Qualitätsmedien» verfahren ähnlich.
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