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International Hollande trifft Putin: Hoffnung auf schnellen Waffenstillstand

Sanftere Töne aus Moskau: Bei einem Treffen mit François Hollande erklärt Wladimir Putin, dass er auf ein baldiges Waffenstillstandsabkommen in der Ostukraine hoffe. Laut SRF-Korrespondent Peter Gysling hatte das Gespräch der beiden Staatsoberhäupter vor allem einen Sinn.

Putin und Hollande reichen sich die Hand
Legende: Das Thema der Gespräche ist die Ukraine-Krise: François Hollande und Wladimir Putin in Moskau. Reuters

Für einen Kurzbesuch traf heute Frankreichs Staatspräsident François Hollande in Moskau ein. Er kündigte davor an, mit Wladimir Putin über die Ukraine-Krise reden zu wollen. Russlands Präsident zeigte sich ebenfalls gesprächsbereit: «Die Probleme sind schwierig, aber dennoch bringen die Diskussionen, die wir darum führen, ein bestimmtes positives Ergebnis», sagte Putin.

Laut SRF-Korrespondent Peter Gysling geht es Hollande beim Treffen vor allem um «Atmosphärisches», also darum, «einen besseren Draht zueinander zu finden». Darauf habe Putin wohlwollend reagiert. Zudem mutmasst Gysling, Hollande wolle Frankreich «als wichtigen Player in den Friedensverhandlungen» positionieren. Eine Rolle, die von den europäischen Staaten bislang vor allem Deutschland einnehme.

Putin: Blockade um Donbass soll gelockert werden

Nach dem Treffen der beiden Staatschefs erklärte Putin gegenüber Journalisten, er hoffe auf eine baldige Übereinkunft zur Umsetzung des Waffenstillstands zwischen Kiew und den Rebellen im Osten des Landes. Zudem sagte Putin, seine Regierung unterstütze die territoriale Integrität der Ukraine, wo Russland seit März die Halbinsel Krim besetzt.

Allerdings gebe es eine Voraussetzung: Ein Ende der ukrainischen Blockade gegen das Konfliktgebiet Donbass. Wenn die ukrainische Regierung die Gebiete Donezk und Lugansk weiter isoliere, dann werde es schwer, die territoriale Unversehrtheit der Ukraine wiederherzustellen, sagte Putin.

Laut SRF-Korrespondent Gysling leiden die Menschen in Donbass derzeit unter den anhaltenden Kämpfen wie auch unter der Blockade. Vor allem Alte und Betagte hätten das Gebiet nicht verlassen können, viele lebten in zerstörten Wohnungen und Häusern. Das IKRK habe in einer umfangreichen Hilfsaktion zwar begonnen, diese winterfest zu machen. Dennoch: Die Temperaturen in Donezk liegen bereits bei minus vier Grad.

In jenen Gebieten, die von der ukrainischen Armee kontrolliert würden, so Gysling, sieht die Situation nicht besser aus. Dort reichten die Kohlevorräte nur noch für wenige Tage, auch die Stromversorgung breche immer wieder zusammen. Ein Waffenstillstand könnte die Situation entschärfen: «Um diesen zu verwirklichen, müssen die Artilleriegeschütze aber auf beiden Seiten weit von der Front zurückgezogen werden.»

Weitere Gespräche am Dienstag

Unterdessen erklärte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, nach einer vorläufigen Vereinbarung seien am kommenden Dienstag Gespräche mit den Rebellen über die Umsetzung des Friedensplans in Minsk geplant.

In der weissrussischen Hauptstadt hatten sich die Ukraine und die Separatisten im Beisein russischer Vertreter Anfang September auf einen Waffenstillstand und einen Zwölf-Punkte-Plan zur Beilegung des Konflikts geeinigt.

Die Waffenruhe wird aber immer wieder verletzt. Russland wird vorgeworfen, nach der Eingliederung der Krim die pro-russischen Rebellen in der Ukraine zu unterstützen. Die Moskauer Regierung weist dies zurück.

Russland erwartet Mistral

Seit Wochen verzögert Frankreich die Lieferung des Hubschrauberträgers der Mistral-Klasse an Russland wegen der Ukraine-Krise. Dies sei am heutigen Treffen nicht diskutiert worden, erklärte Putin. Russland erwarte aber die Einhaltung des Vertrages. Ansonsten wolle man eine Milliardenstrafe gegen Frankreich einklagen.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Nico Basler, Basel
    Naiv zu glauben dem Opportunisten Holland gehe es um den Frieden. Der fürchtet einfach, dass sein Helikopterträgerdeal in die Hose gehen könnte.
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  • Kommentar von Christa Wüstner, Reinach
    Das Frankreich nichts tut ohne wirtschaftliche Interessen ist doch klar. Aber sie tun etwas auf friedlichem Weg. Und die selbstgewählte "grosse Nation" verliert auch ihr Gesicht nicht dabei, das ist auch jetzt völlig gleichgültig. Der kleine Schritt ist es, der kleine Schritt zu einem Gespräch.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Lieber Frankreichs Hollande als wichtigen Player für Friedensverhandlungen als Deutschlands Merkel. Für Friedensverhandlungen ist Deutschland mit der Merkel an der Spitze völlig ungeeignet! Man kann gegen G. Schröder sagen was man will, aber unter seiner Führung wäre diese Krise in Europa nie entstanden. Fakt: Es braucht wieder einen wie ihn an der Spitze Deutschlands. Jemand, der sich gegen die Amis behaupten kann & keine Marionette von diesen ist.
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    1. Antwort von Hans Berger, Bern
      Schröder der Cüpli Sozialist und Freund vom Autokrat Putin, als Friedensstifter? Wie muss Mann Ticken um sowas zu Glauben? Gespräche mit dem Arbeitslosen ex KGB Agenten ist wie leeres Stroh dreschen!
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    2. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Also ganz gewiss nicht G.Schröder als Friedensstifter. Es muss schon, eine neutrale Person sein, die nicht mit Putin befreundet ist. Und seine wirtschaftlichen Interessen sind auch nicht ohne. Das wäre von einem Tief ins andere gehen.
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    3. Antwort von Christa wüstner, Reinach
      Ein kleiner Nachtrag noch. Schröder ist beteiligt an der Gazprom, was ihm Damals viel Kritik von Deutschland wie aber auch von Russland brachte. Diesnur zu seinen wirtschaftlichen Interessen
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    4. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @H. Berger: E. Waeden hat in seinem Kommentar völlig recht. Wegen mir kann ein Politiker so viele Cüplis oder Vodkas konsumieren wie er will, wenn es nur etwas bringt. .....und Schröder brachte es. Was man von den heutigen Armleuchtern kaum behaupten kann. Schröder/Fischer waren ein Team u. konnten die offenen Fragen pragmatisch und zielführend angehen.
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    5. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Einen wie ihn, welcher den Amerikanern Paroli bietet & nicht Marionette wie die Merkel ist. Damit meinte ich nicht Schröder selbst! Aber seine Worte betreffend Irak Krieg 2003 bleiben eben unvergessen! "Deutschland beteiligt sich nicht am Krieg im Irak." Punkt. Eben solche Bestimmtheit gegenüber den Amis braucht es je länger je mehr. Deutschland & die EU sollte sich generell neutraler verhalten. War ja als Friedensprojekt angedacht. Mittlerweile haben sie sich aber weit davon entfernt.
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    6. Antwort von Christa wüstner, Reinach
      Und diese Bestimmtheit fehlt Deutschland total. Auch das alle anderen EU-Staaten hinter Deutschland her trotten. Die wirtschaftlichen Interessen überrollen die politischen. Wenn die anderen aufwachen, ist es vielleicht schon zu spät. Deshalb schrieb auch ich gegen G. Schröder
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