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International Hü und Hott vor Syrien-Gesprächen

Ausgewählte Aussenminister wagen in Lausanne einen neuen Anlauf, um die prekäre Situation in Syrien zu besprechen. Das Problem: Die Spitzenpolitiker reden im Vorfeld einmal so, einmal anders, aber offensichtlich aneinander vorbei. SRF-Korrespondent Fredy Gsteiger zur «Kakophonie» vor dem Treffen.

Auf der ganzen Welt wird für Frieden in Syrien demonstriert.
Legende: Auf der ganzen Welt wird für Frieden in Syrien demonstriert. Doch viel Hoffnung gibt es nicht. Reuters

Vor den Syrien-Gesprächen in Lausanne herrscht eine regelrechte Kakophonie. Russlands Aussenminister Sergej Lawrow lässt verlauten, er verspreche sich nichts. Aus Moskau heisst es mal, es gehe einzig um die Bekämpfung der islamistischen al-Nusra-Front. Ein andermal, man sei für humanitäre Korridore zu haben.

Als sich jedoch Russland und die USA vor einem Monat auf solche verständigt hatten, beschossen russische und syrische Flugzeuge gleich den ersten grossen Hilfsgüter-Konvoi.

Eiszeit zwischen USA und Russland

Für US-Aussenminister John Kerry hat die Einstellung der Luftangriffe auf Aleppo Priorität. Er lässt sich nicht entlocken, ob er auch bilateral mit seinem Kollegen Lawrow sprechen will. Washington brach vor zehn Tagen in der Syrienfrage den Dialog mit Moskau ab.

Gemunkelt wird, die USA erwögen, ihr militärisches Engagement in Syrien hochzufahren. Plausibel scheint das nicht. Ebensowenig wie die Gerüchte, die Präsidenten der Türkei und Russlands hätten einen Lösungsvorschlag vorbereitet, der nun enthüllt werden solle.

In Lausanne erwartet werden auch die Aussenminister der Türkei, Saudi-Arabiens, des Iran, auch von jenen aus dem Irak, Qatar und Ägypten ist die Rede. Wer tatsächlich kommt, ist unklar. Der Iran sagte zuerst zu, dann ab. Aktueller Stand: Aussenminister Mohammed Javad Zarif kommt nun doch.

Alles nur Taktik? Wohl kaum

Niemand hat einen Plan, niemand einen Kompromissvorschlag und eigentlich niemand irgendwelche Hoffnungen. Das könnte zwar Taktik sein, um die Erwartungen zu dämpfen. Ist es aber wohl nicht.

Tatsache ist einzig, dass kurz vor Beginn des Lausanner Treffens die russisch-syrischen Luftschläge auf Aleppo und die Bodenoffensive gegen die von Rebellen gehaltenen Teile der Stadt mit besonderer Heftigkeit stattfinden.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Das hochmoderne Al-Kindi Spital in Aleppo wurde 2003 gebaut und bot kostenfreie Krebs-Behandlungen an; nach Ausbruch des Krieges wurde das Spital und seine Verteidiger über ein Jahr lang belagert; ein Filmbericht von ANNA News und trotz etwas Propaganda hochinteressant, vorwiegend mit Filmmaterial der radikal-islamistischen Belagerer zusammengestellt, nicht für sensible Menschen und Minderjährige, auf YouTube unter Syrian Army Operations: Heroes of Al Kindi Hospital - English Subtitles.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Hilfe für Syrien: Es spricht vieles dafür, dass ein erheblicher Teil der Mittel nicht ankommen, sondern auf dem Weg zu den Projekten in der Türkei im Grenzgebiet in den Taschen von Profiteuren verschwindet. Wer sich in Gaziantep auf Spurensuche begibt, stösst schnell auf derartige Hinweise.Mit anderen Worten: Einer schiebt dem anderen die Schuld zu. Während irgendwo in der Mitte offenbar jemand hockt, der sich Zehntausende Euro in die eigene Tasche gesteckt hat.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Fabrikarbeiterin)
    Keiner der Journalisten, welcher sich so für die tonangebende "Rebellengruppe" Fateh al-Sham stark macht, würde unter deren Herrschaft leben wollen ( laut UN befinden sich knapp 1000 Kämpfer des grausamen Al-Qaida Ablegers in Ost-Aleppo); Amnesty International, Syria: Armed opposition groups committing war crimes in Aleppo city. Den Syrern mutet man deren Terrorherrschaft zu, verharmlost diese Verbrecher zu in den Widerstand gedrängte "Rebellen", wohlwissend was den "Ungläubigen" Syrern droht.
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