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International Idomeni: Tränengas gegen hunderte Flüchtlinge

Im griechischen Grenzort Idomeni hat sich die Lage erneut zugespitzt. Mazedonische Polizisten setzten Tränengas gegen Flüchtlinge ein, die erneut versuchten, die Grenze in Richtung Westeuropa zu überwinden. Ausgangspunkt für die Tumulte soll ein Flugblatt gewesen sein.

Legende: Video «Flüchtlinge an griechisch-mazedonischer Grenze» abspielen. Laufzeit 0:52 Minuten.
Vom 10.04.2016.

Die mazedonische Polizei hat am Sonntag mit Tränengas und Gummigeschossen hunderte Flüchtlinge aus dem griechischen Lager Idomeni vom Grenzzaun zurückgedrängt als diese versuchten ihn zu durchbrechen. Laut der Athener Tageszeitung «Kathimerini» wurden auch Blendgranaten abgefeuert. Bei den Auseinandersetzungen seien mindestens 300 Migranten und 23 mazedonische Polizisten verletzt worden, teilten Behörden und humanitäre Organisationen mit.

Ein sichtlich angeschlagener, älterer Mann wird von einem jüngeren Flüchtling vom Grenzzaun weggebracht.
Legende: Kein Durchkommen: Die mazedonische Polizei setzt Tränengas ein, um die Flüchtlinge vom Grenzzaun fernzuhalten. Keystone

Videos von Reportern vor Ort zeigen, wie die Menschen über eine grosse Weide in Richtung Grenzzaun rennen. Sie werfen Steine, die mazedonischen Sicherheitskräfte antworten mit Tränengas und Gummigeschossen, dumpfe Explosionen sind zu hören. Tweets von Beobachtern vor Ort zeigen Menschen, die nach dem Einsatz von Tränengas behandelt werden müssen.

Flugblatt als Ausgangspunkt

Ausgangspunkt für den erneuten Sturm auf die Grenze war offenbar ein Flugblatt auf Arabisch, das bereits am Samstag verbreitet worden war. Darin wurden die Bewohner des Lagers für Sonntagmorgen zum «Marsch auf die mazedonische Grenze» aufgerufen.

Griechische Medien berichteten, dass sich diese Nachricht schnell auch in anderen Flüchtlingslagern in Grenznähe verbreitet habe. Flüchtlinge seien deshalb am Sonntag extra in der Hoffnung nach Idomeni gereist, die Grenze passieren zu können.

Bereits in der Vergangenheit erreichten die Flüchtlinge auf Flugblättern Informationen, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt hatten. Gerade in Idomeni besteht die Gefahr, dass solche Fehlinformationen und Gerüchte rasch Unruhen auslösen – auch unter den Flüchtlingen.

Der Bürgermeister der Region um das Lager Idomeni, Christos Goudenoudis, forderte die Evakuierung des Camps bis Ende des Monats. «Die Lage steht auf Messers Schneide», sagte er dem Nachrichtensender Skai. Seit die Fluchtroute über den Balkan abgeriegelt worden ist, sitzen im Grenzort mehr als 11'000 Menschen fest. Seit Wochen fordern sie die Öffnung der Grenzen zu Mazedonien, um von dort aus weiter nach Westeuropa zu gelangen.

71 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Michel (Mosses01)
    Fürchten Sie sich eigentlich davor, dem interessierten Leser Ihrer Artikel mitzuteilen, dass im Video ganz deutlich Allahu akbar Gebrüll zu hören ist (ab Timing ca. 0:44)?
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Die Schlepper und Aktivisten, die die Migranten aufstacheln zu renitentem Verhalten sollten verfolgt werden. Man stelle sich vor, europäische Aktivisten würden an der Grenze von Mexiko Flüchtlingen zur Einreise in dei USA verhelfen... Die Fluchthelfer würden ausgewiesen, evtl. vorher noch zu harten Gefängnisstrafen und hohen Geldbussen verknurrt - aber sicher bestraft! Flugblatt auf arabisch...mit Aufruf zum "Marsch auf die mazedonische Grenze"...
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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Sie können jederzeit zurück. Niemand hält sie auf Idomeni fest! Und dennoch protestieren, was das Zeug hält, weil sie glauben, zum Durchmarsch berechtigt zu sein. Auch die Fotos sprechen wieder Bände: Instrumentalisierte Kinder, aggressive junge Männer. Und immer sein Gesicht hinter einem schwarzen Schal verborgen? Könnte es sein, dass man alte Gewohnheiten schlecht ablegen kann? Die Stimmung unter diesen angeblichen "Flüchtlingen" mag aufgeheizt sein, aber auch das ist geplant und kalkuliert.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Es ist gewollt, dass sie die Grenze durchbrechen. Diese Aggressivität wird immer gegen durch die europäische Zivilisation gesprägte Menschen siegen! Und sie wissen das! Man wird daher bald einen "humanitären Notstand" ausrufen um nur ja die gesamte Horde in Europa unterzubringen. Dann kommen die nächsten und die nächsten und die nächsten. Wenn kein Wunder geschieht, wird das nie aufhören!
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