Zum Inhalt springen

International Israel will Militäreinsatz ausweiten

Die Waffenruhe am Dienstag hielt nur gerade ein paar Stunden. Jetzt will Israel seine Luftangriffe auf den Gazastreifen intensivieren. Die Bewohner des Gebietes wurden bereits zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert.

Legende: Video Israel bombardiert weiter Gaza abspielen. Laufzeit 1:27 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 16.07.2014.

Nachdem die geplante Waffenruhe im Gazastreifen nur sechs Stunden gewährt hat, will Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seinen Militäreinsatz heute ausweiten. Israel hat darum die Bewohner des nördlichen Gazastreifens dazu aufgefordert ihre Häuser zu verlassen. Dies sollte «zu ihrer eigenen Sicherheit» geschehen, teilte das Militär mit. Zivile Opfer bei Luftangriffen gegen Stellungen der Hamas sollen so vermieden werden.

Angriffe auf ranghohe Hamas-Vertreter

Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht die Wohnhäuser führender Mitglieder der radikalislamischen Hamas-Organisation im Gazastreifen angegriffen. Zum ersten Mal seit Beginn des jüngsten Konflikts nimmt Israel damit die Führungsebene ins Visier.

Im Haus des Hamas-Anführers Mahmud al-Sahar im Westen der Stadt Gaza hätten sich zum Zeitpunkt des Angriffs keine Menschen aufgehalten, teilten Sicherheitskräfte und Augenzeugen mit. Den Augenzeugen zufolge ist das vierstöckige Gebäude eingestürzt. Eine nahegelegene Moschee sowie andere Nachbarhäuser seien beschädigt worden.

In West-Gaza wurde laut Augenzeugen auch das Haus des Hamas-Anführers Bassem Naim getroffen. In Dschabalija hätten Kampfflugzeuge das Haus eines Ex-Ministers und jenes eines Abgeordneten der Hamas angegriffen.

Bei den Luftangriffen in den frühen Morgenstunden starben nach palästinensischen Angaben mindestens drei Menschen. Damit wurden seit Beginn des jüngsten Konflikts über 190 Palästinenser getötet, darunter mehr als 30 Kinder.

Frankreich schlägt europäische Hilfstruppe vor

Nach israelischen Angaben feuerten radikale Palästinenser allein seit Dienstagvormittag 123 Raketen auf Israel ab. Erstmals seit Beginn der jüngsten Auseinandersetzungen starb dabei auch ein israelischer Zivilist.

Die diplomatischen Bemühungen um eine Deeskalation gehen weiter. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas soll in Kairo zu einem Gespräch mit dem ägyptischen Machthaber Abdel Fattah al-Sissi zusammenkommen, um über die Chancen des von Ägypten vorgelegten Fahrplans für eine Waffenruhe zu beraten.

Derweil schlägt der französische Aussenminister Laurent Fabuis vor, europäische Hilfstruppen ins Konfliktgebiet zu entsenden. Sie sollen die Grenzübergänge zwischen Gaza und Israel kontrollieren. Laut Fabius könnten die Truppen dabei helfen, einen dauerhaften Waffenstillstand zwischen den Konfliktparteien herzustellen.

Mahmud Abbas in Kairo

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist zu Gesprächen über eine Waffenruhe im Gaza-Konflikt in Kairo eingetroffen. Während des zweitägigen Besuches werde er unter anderem mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi zusammentreffen, hiess es aus palästinensischen Kreisen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von F.Riedo, Bern
    Falsch; die Waffenruhe hielt gar keine Minute, denn die Hamas hat weiter Raketen auf Israel abgefeuert. Israel hat sich mehrere Stunden daran gehalten und auf Frieden gesetzt, bis auch Israel einsehen musste, dass man mit den Palästinensern nicht verhandeln kann. Auf EU-Hilftruppen kann man gerne verzichten; Wie möchten den diese den Raketenbeschuss und den Materialschmuggel verhindern? Israel hat das Recht auf eigenem Territorium mit allen Mitteln für den Schutz der Bevölkerung zu kämpfen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter H., Zürich
    Israel hat ein Recht auf Frieden. Israel hält jedoch seit über einem halben Jahrhundert seine Verpflichtungen NICHT ein, wie z.B. die Umsetzung der längst fälligen UN-Resolutionen. Im Gegenteil, Israel baut immer mehr neue illegale Siedlungen auf palästinensischem Boden und tut so als ob nichts wäre.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Briner, Neerach
    Das Foto (Bildunterschrift: „Israel geht gezielt gegen Hamas-Führer vor. Getroffen hat sie die Häuser der radikalen Palästinenser. Reuters “) zeigt vermutlich den Abschuss einer Batterie des israelischen Raketenabwehrsystems „Iron Dome“, womit SRF dreist eine Defensivwaffe zum Schutz der Bevölkerung zu einer Angriffswaffe umdeutet; heutige Staats-Qualitätsjournalie Live.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von SRF News Online
      Danke für den Hinweis, Herr Briner. Die Bildlegende war tatsächlich schlecht formuliert. Wir haben es geändert. ^cs
      Ablehnen den Kommentar ablehnen