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International Kurdische Kämpfer erobern Staudamm zurück

Dank US-Hilfe aus der Luft ist es den Peschmerga offenbar gelungen, den Mossul-Staudamm im Irak zurückzuerobern. Die wichtige Wasser-und Stromversorgung soll damit wieder in den Händen der irakischen Kurden sein. Die IS-Kämpfer dementierten aber, dass sie die Kontrolle verloren hätten.

Legende: Video Kurden erobern Staudamm zurück abspielen. Laufzeit 00:42 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 18.08.2014.

Im Nordirak haben die Kurden mit Hilfe der US-Luftwaffe weitere Erfolge gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) erzielt: Nach ihrem Vorstoss zum strategisch wichtigen Mossul-Staudamm konnten kurdische Einheiten offenbar grosse Teile der Talsperre unter ihre Kontrolle bringen – mit Unterstützung der US-Luftwaffe.

Noch ist unklar, wie weit die Kurden die Talsperre tatsächlich kontrollieren. Die kurdische Nachrichtenagentur Basnews berichtete, die Peschmerga hätten sie mit Hilfe von US-Luftangriffen vollständig unter Kontrolle gebracht.

IS dementiert Niederlage

Die kurdische Nachrichtenseite Rudaw meldete, die Rückeroberung sei noch im Gange, gehe aber schnell voran. Auch ein Sprecher der irakischen Armee sagte in Bagdad, einige Teile des Areals seien noch nicht befreit. Die IS-Terrorgruppe dementierte zugleich die Meldung, sie habe die Kontrolle über den Damm verloren.

Basnews berichtete, bei den Angriffen auf den Damm hätten US-Flugzeuge Stellungen der Dschihadisten bombardiert. Dutzende Extremisten seien bei den Kämpfen getötet worden. Zuvor hatte bereits das US-Zentralkommando in Tampa (Florida) mitgeteilt, Kampfjets und unbemannte Drohnen hätten erfolgreiche Schläge gegen IS-Stellungen nahe dem Staudamm ausgeführt.

US-Präsident Barack Obama wies auf die Wichtigkeit der US-Luftangriffe hin. Der Ausfall des Staudamms könnte das Leben von einer Vielzahl von Zivilisten, darunter US-Bürger und die amerikanische Botschaft in Bagdad, gefährden.

Christen und Jesiden werden vertrieben oder ermordet

Die sunnitischen Terroristen, die sich als Gotteskrieger ihres kürzlich ausgerufenen «Kalifats» sehen, hatten den Staudamm am 7. August erobert und damit die Kontrolle über die Wasser- und Stromversorgung weiter Landesteile erlangt.

Peschmerga-Kämpfer bei Mossul
Legende: Peschmerga-Kämpfer bei Mossul. Reuters/Archiv

Zu diesem Zeitpunkt wurde der Nordirak wegen des fehlenden Widerstands der irakischen Armee von den IS-Kämpfern förmlich überrannt. Die Extremisten gehen mit äusserster Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vor, insbesondere gegen Angehörige religiöser Minderheiten wie kurdische Jesiden und Christen, die nicht bereit sind, zum sunnitischen Islam überzutreten.

IS auch in Syrien unter Beschuss

Luftangriffe hagelte es auf die IS-Kämpfer am Wochenende auch in Syrien: Dort starben nach Angaben von syrischen Aktivisten mindestens 31 Kämpfer der Dschihadisten-Gruppe bei Luftschlägen der syrischen Armee. Die Luftwaffe von Staatschef Baschar al-Assad habe am Sonntag 25 Angriffe auf Stellungen der Extremisten in der nördlichen Provinz Rakka geflogen, hiess es.

Berlin denkt über Waffenhilfe nach

Nachdem – neben den USA – bereits Frankreich und Grossbritannien den irakischen Kurden militärische Hilfe im Kampf gegen die IS-Terroristen angeboten hatten, ist nun auch Deutschland aus der Deckung gekommen: Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier hielt sich am Samstag zu einem Besuch im Irak auf und sicherte den Menschen im Land Unterstützung zu.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Wie immer eine Pressemeldung gegen die andere. Undurchschaubare Propaganda Welt. Dann könnte man froh sein, handelte die IS beim Rückzug nicht nach dem Grundsatz: "verbrannte Erde." Elektrische Anlagenteile (Generatoren, Transformatoren und Kontrollzentrum), hätten sie durchaus kurzfristig zerstören können. Eine Bresche in einen Damm zu sprengen erfordert doch etwas mehr Zeit und gute Baustatikkenntnisse neben Mineurgerätschaften. IS-Gedankengut lässt sich aber weder einsperren noch sprengen.
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die derzeitige Strategie, die Kurden am Boden zu stärken in Verbindung mit gezielten Luftschlägen, ist zurzeit die einzige Möglichkeit einzugreifen. So konnten sich immerhin ca. 20.000 Jesiden ins Kurdengebiet retten. Nun müssen aber auch die Hintermänner und Geldgeber dieser IS-Terrorbande öffentlich angeprangert werden, wie z.B. Saudi Arabien und Katar. Das gehört auf den Tisch und hier muss die Weltgemeinschaft massiven Druck aufbauen und nicht aus "öltaktischen" Gründen schweigen.
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