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LKW-Streik in Brasilien Präsident Temer gibt Forderungen der Camionneure nach

  • Präsident Michel Temer gibt den Forderungen der streikenden LKW-Fahrer nach und kündigt eine Senkung des Dieselpreises an.
  • Der Dieselpreis werde um 0,46 Réal (0,12 Franken) gesenkt, sagte Temer.
  • Trotz der Zugeständnisse der Regierung gehen die Proteste der Fernfahrer weiter, ihre Blockaden haben weite Teile des Landes lahmgelegt.
Camion auf der Strasse.
Legende: Schon bald dürften sie wieder fahren. Die Camonieure Brasiliens haben die Regierung in die Knie gezwungen. Keystone

Eine Woche lang haben sie gestreikt, die Camionneure des grössten Landes Südamerikas. Angesichts der Lähmung der Wirtschaft durch die Strassenblockaden sagte Präsident Michel Temer am Sonntag eine Senkung des Dieselpreises zu.

Der Preis pro Liter, der am Samstag im Schnitt noch bei knapp 3,8 Réal (1,03 Franken) lag, werde um 0,46 Réal (0,12 Franken) gesenkt, sagte Temer. Dies ist eine Senkung um rund 12 Prozent.

Weitere Forderungen erfüllt

Der Dieselpreis soll nun für 60 Tage eingefroren werden und danach nur noch monatlich neu festgelegt werden und nicht mehr täglich, wie zuvor. Dies war einer der Gründe für den Protest der LKW-Fahrer gewesen.

Dem staatlichen Ölkonzern Petrobras war 2016 erlaubt worden, die Dieselpreise selbst festzulegen. Der jüngste Anstieg der weltweiten Ölpreise beförderte die Proteste ebenfalls. Präsident Temer ging auch auf weitere Forderungen der Camion-Fahrer ein, vor allem eine Senkung von bestimmten Mautgebühren.

Die Strassenblockaden hatten im Land zu gravierenden Schwierigkeiten geführt, weil die Güterverteilung stockt. Supermärkte und Tankstellen hatten keinen Nachschub mehr, die komplette brasilianische Autoindustrie musste ihre Produktion stoppen.

Rückkehr zur Normalität wird Zeit brauchen

Die Regierung hatte sich am Donnerstagabend mit Vertretern der Trucker darauf geeinigt, dass die Fahrer ihre Blockaden für 15 Tage zunächst aussetzen. Am Freitag gingen die Proteste aber weiter.

Am Wochenende verschärfte die Regierung den Ton gegenüber den Streikenden und wies Sicherheitskräfte und Armee an, die Strassensperren aufzulösen. Seitdem konnten zumindest Tanklastwagen unter Polizei- oder Armeeschutz die Raffinerien verlassen. Eine schnelle Rückkehr zur Normalität zeichnete sich aber nicht ab.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Arthur Meili (Arthur Meili)
    Der Protest war gerecht. Die Lastwagenfahrer (die verdienen sowieso nicht viel) haben einen fixen Preis fuer die Fracht abgeschlossen fuer eine Reise z. B. von 2000km hin und 2000km zuerueck. Dann ging ueber Nacht der Dieselpreis in die Hoehe und und der Diesel machte mehr aus als der ganze Frachtpreis. Und der Kunde will nur den abgeschlossenen Preis bezahlen.
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